Im
Mittelalter haben Kirche und Adel die Menschen dominiert und die Wirtschaft und damit das Schicksal aller Beteiligten bestimmt. Im Zuge der Aufklärung fand eine Entwicklung statt, die heiß umkämpft Hoffnung auf eine bessere Welt versprach. Eine logische Folge der Aufklärung bestand in der Demokratisierung der Nationen und z.B. in der Emanzipation der Geschlechter. Das ist noch gar nicht so lange her.

Loge Geldadel: Schröders Appell an die Wirtschaft
Doch wer meint, die Aufklärung habe Frucht getragen, der fehlt! Der Aufstieg zur menschlichkeitsbestimmten Welt hat einen Bruch erlitten. - Zur letzten Jahrtausendwende haben die Geldkirche und der Geldadel die Entwicklung zur Selbstbestimmung der Menschen wieder umgekehrt in eine Abhängigkeit, die mittelalterlichen Abhängigkeiten sehr ähnelt.
Mit der künstlichen konzerneigenen Globalisierung haben sie, die Entscheider der Geld-Welt-Ordnung, die Verdrängung der praktizierten Demokratie eingeleitet zugunsten einer Diktatur des Geldes, die sich in allen Lebensbereichen unerbittlich Raum verschafft. Die Börsen und ihre Handlanger machen Politik. Die Politik selbst gibt entweder nur den Statisten oder den gut bezahlten Besucher, der auch einmal an der Daumenschraube drehen darf.
Der Eingriff in fremdes Leben und in fremde Kultur wird verharmlost und sogar zur gewinnorientierten Pflichtübung. Egoismus ist die anerkannte Triebfeder im individuellen und im nationalen Sinn. Die Weltpolitik verkommt zum Sandkastenspiel, in dem die Kleinen mit den Schäufelchen aufeinander einschlagen.
Die
Öffnung der Schleusen, die bisher die Vermischung der Kulturen und die wirtschaftlichen Gegebenheiten regelten, verursacht aktuell den konsequenten Niedergang einer sicheren regional ausgerichteten Orientierung der Menschen. Es kommt zu vielfältigen Erdrutschen in Sachen Arbeit und Kapital, unter denen einzelne Menschen und ganze Gruppen zermahlen werden.
Katastrophenartige Veränderungen der Umwelt hat es immer gegeben. Der Mensch ist darin Meister, sich all diesem anzupassen. Doch mit der Legalisierung der Machtkonzentration in den Händen einzelner (Konzerne) werden geldgegebene
Herrschaftsstrukturen aufgerichtet und der Mensch selbst entmündigt.
Solange der Mittelstand sich noch ausrichten und seine verbliebene "Halbmacht" nutzen kann, um sein Mäntelchen nach dem Wind zu hängen, sind wohl keine ernsthaften Gegenbewegungen zu erwarten.
Unterhalb des Mittelstandes grassiert die drogengleiche Schläfrigkeit, professionell initiiert von RTL und FDP. Die Erhebung des Egoismus in allen seinen individuellen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen zum Ideal ist die Achse des Denkens, das wir zur Jahrtausendwende vorfinden.
Altruismus, die Sorge um andere, Rücksicht und Nächstenliebe sind Attitüden, die nur noch dem Weihnachtsmann gut zu Gesicht stehen.
Wenn ersteres, wie kann man ihr Altruismus (ich denke man kann den Begriff ruhig auch auf alle Lebewesen erweitern, ausgeschlossen natürlich die Sorte homo sapiens, die grundsätzlich nicht dazu bereit ist) vermitteln?
Peter Lustig, 15.11.2007