Man konnte das Volk nicht ausschalten, weil man behauptete, eine Demokratie zu wollen.
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Wohin treibt die Bundesrepublik


Beitrag von Dietrich Stahlbaum im WASG-Forum

Dietrich Stahlbaum
WAZ-Bild. Reiner Kruse 2004
Als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts gilt wohl zu Recht Karl Jaspers. Unbeugsam während der Naziherrschaft, hat er sich auch nach 1945 nicht gescheut, sich mit der Nachkriegspolitik kritisch auseinanderzusetzen. Bereits 1948 warnte er vor einer atomaren Aufrüstung und 1966 verschreckte er die westdeutsche, weitgehend restaurierte Gesellschaft mit seinem Buch:

Wohin treibt die Bundesrepublik?

Jaspers sah die junge Demokratie zum Spielball der großen Parteien werden und die politische Emanzipation der Deutschen bedroht:

»Die Parteien wandeln ihren Sinn. Die Richtung der Wandlung ist diese: Sie waren gemeint als Organe des Volkes, das durch sie seinen Willen kundtut und umgekehrt wieder von ihnen politisch erzogen wird. Aber sie werden zu Organen des Staates, der nunmehr wieder als Obrigkeitsstaat die Untertanen beherrscht. Die Parteien, die keineswegs der Staat sein sollten, machen sich, entzogen dem Volksleben, selber zum Staat. Ursprünglich vielfach autonome Bildungen aus der unbegrenzten Freiheit des Volkes, werden sie in ihrem Bewusstsein zu den Machtträgern selber. Der Staat, das sind die Parteien. Die Staatsführung liegt in den Händen der Parteienoligarchie. Sie usurpiert den Staat. Diese Wandlung wird institutionell ohne Absicht befördert. Bei der Begründung der Bundesrepublik ging der Wille auf die Stabilität der Regierung. Die aktive Teilnahme des gefährlichen Volkes sollte möglichst gering werden. Man konnte es nicht ausschalten, weil man behauptete, eine Demokratie zu wollen. Aber man reduzierte seine Wirkung auf die alle vier Jahre stattfindenden Wahlen. Und man behandelte es bei den Wahlen mit den Propagandamitteln als Stimmvieh, das nur über das Maß der Beteiligung der einzelnen Parteien an der Regierung entscheidet.«

(Karl Jaspers in Wohin treibt die Bundesrepublik?, 1966)

Die heutige Situation ist etwas anders, aber durchaus vergleichbar. Schon 1969 beschrieb der in Deutschland lehrende Schweizer Soziologe Urs Jaeggi in seinem Buch Macht und Herrschaft in der Bundesrepublik* den Zustand Westdeutschlands als »Herrschaft der Bürokratie und der Verbände«, der Wirtschaftsverbände:

Die »Verwaltungselite«, »im politischen Sektor die homogenste Führungsgruppe«, kurz: die »Ministerialbürokratie« »ist mit besonderer Macht ausgestattet« und quasi durch eine "Brücke" mit der politischen Führung verbunden: »Rund ein Viertel der Politiker befand sich selbst in höheren Beamtenstellungen; in den Parlamenten bilden die Beamten bereits die stärkte Fraktion.« Die zweite "Brücke" führt zu den Wirtschaftsverbänden:

»Die Machtausübung, die den Verbänden möglich ist, wird keiner öffentlichen Beurteilung und Kontrolle ausgesetzt.« Denn »die wirksamste Lobby ist diejenige, die innerhalb des Parlaments und der Ausschüsse und Gremien stattfindet, und dies ist schwer zu erkennen.«

*(Frankfurt/M. 1969, S. 111 ff.)

Jaeggi hat das Herrschaftsgefüge der damaligen Republik durchleuchtet, und wir sehen heute, dass sich da nichts wesentlich geändert hat. Das Volk, das Wählervolk, ist machtlos. Machtlos, solange es sich weiter manipulieren lässt und den neoliberalen Beschwörungen immer noch so viel Glauben schenkt, dass es eine große Koalition als das kleinere Übel herbeiwünscht und möglicherweise auch herbeiwählt.

Aufgeschreckt durch Umfragezahlen und im Nacken eine kleine Partei, die sich zu einer Neuen Linken entwickeln kann, wird jetzt auf einmal etwas nach links geschrödert, was manche hoffen lässt, dass es nicht ganz so schlimm kommt, wie wenn gemerkelt würde, wenn Schwarzgelb allein "regieren" sollte. Dann bliebe vom Sozialstaat wirklich nichts mehr übrig, dann bekämen wir amerikanische Zustände, und jede/r wäre auf sich selber angewiesen bzw. auf die Mildtätigkeit, auf die Almosen der Reichen. Ob das die SPD in einer großen Koalition verhindern könnte, weiß der Kuckuck.

Die Wirtschaft – dies ist, verglichen mit den 60er Jahren, als die SPD noch eine "soziale Partnerschaft von Kapital und Arbeit", eine paritätische Mitbestimmung angestrebt hat, der große Unterschied -, die Wirtschaft hat heute alles in der Hand. Sie hat den ganzen Globus in der Hand und kann mit ihm machen, was sie will – bis alles zu Grunde gerichtet ist. Wenn die Völker es zulassen. Wenn der Überlebenswillen der Menschen nicht endlich anfängt, sich massiv politisch zu artikulieren und eine Weltbewegung in Gang kommt, die das große Kapital unter ihre Kontrolle bringt.

Dietrich Stahlbaum

Hierzu: die Seiten Politik und Globalisierung im ZEITFRAGENFORUM I
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Kommentare:
Globale Herrschaftsansprüche erfordern neue Denkweisen!

D A Z U : Neue politische und ökonomische Denkweisen erfordern aber auch neue Methoden des Regierens und neues Menschenmaterial zu ihrer globalen Durchsetzung!

Dies schreibt dazu Dietrich Stahlbaum in seinem Artikel "Neoliberalismus Versuch einer Definition"

Nach meinem Verständnis bezeichnet Neoliberalismus Theorie und Praxis einer Politik, die den Markt dem "Spiel der freien Kräfte" überlässt und somit die Verfügungsgewalt über uns Menschen und unseren natürlichen Ressourcen den Wirtschaftsmächten. Diese heben die Demokratie bzw. das, was noch oder schon davon vorhanden ist, aus den Angeln und bestimmen den politischen Kurs. Sie kämpfen miteinander oft "bis aufs Blut" um die Herrschaft über den Markt, über Märkte und kooperieren miteinander, wo es ihnen Nutzen bringt.

Dem obigen Zitat ist in seiner ganzen Klarheit wohl nichts mehr hinzuzufügen, denn der in dieser menschlichen Gesellschaft praktizierte "Neoliberalismus" ist in seiner ganzen weitgehend menschenfeindlichen Prägung und Ausrichtung so weit gediehen, dass in der ganze Welt, und in ihrer Menschengemeinschaft, die bisherigen Werte und Lebensweisen völlig auf den Kopf gestellt sind und sich eine menschliche Gesellschaft des absoluten allenthalben Wahnsinns und der Verdummung der Massen entwickelt hat.

Damit haben sich nicht nur wieder nationale Interessen weiter in den Vordergrund internationaler politischer Erfordernisse geschoben, sondern daraus haben sich auch neue und weitergehende globale Interessen einzelner, mit großer militärischer MACHT ausgestatteter Staaten, als herausragend für die politische Macht, bis hin zur Erzwingung von Weltherrschaft, entwickelt.

Die gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit nach dem Desaster eines Zweiten Weltkrieges nach 1945 ist die beste Anschauung dafür, dass entgegen der weltweit verbreiteten Einsicht und der damit verbundenen Vorstellungen zur Gestaltung einer friedlichen, freiheitlichen und demokratischen Menschheitsentwicklung eine Entwicklung eingetreten ist, die bis heute eindeutig gerade das Gegenteil von diesem Traum der Menschheit geworden ist.

Das Gegenteil ist, Geldgier, persönliche Macht, weit verbreitetete Skrupellosigkeit, militärische und politische Gewalt, Maximalprofit immer erreichbar zu machen, koste es, was es wolle, menschliche Unterdrückung und Bespitzelung im nie da gewesenen Ausmaß, im Großen und im Kleinen, Kriege in einer Vielzahl, wie sie diese Welt bisher noch nicht erleben musste, sind Wirklichkeit geworden und gehören schon fast zum Alltag der Menschheit. Es hat sich eine Gesellschaft entwickelt, die beherrscht wird von der unersättlichen Gier nach Macht, wie im Großen so auch im Kleinen, bis in die Familien und privaten Sphären hinein.

Macht über die ganze Welt zu haben und diese Menschheit zu beherrschen ist besonders in den letzten Jahren dieser menschlichen Gesellschaftentwicklung, insbesondere nach dem Sterben der ehemaligen Sowjetunion, durch eine süchtig und unersättlich versessene Gewaltpolitik der nunmehr zur einzigen Großmacht stilisierten USA geworden und hat eine gewaltige "Blase" des Wahnsinns in dieser Menschengemeinschaft produziert. Die Erde wird deshalb im zunehmenden Maße bestimmt durch eine immer mehr gewaltbereite und die eigene Macht weltweit durchsetzende USA und ihrer so genannten Verbündeten in Europa und Asien. Und das hat gewiss nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun.

Mit dieser Entwicklung der menschlichen Gesellschaft gingen ganz bestimmte, auf diese Ergebnisse passende, sich herausbildende neue Kategorien von politischer, wirtschaftlicher und klerikaler Macht inne habenden besondere Menschen hervor, die jetzt und für die Zukunft die Gewähr dazu zu bieten haben, dass die Entwicklung der Menschheit unter den Bedingungen neuer gesellschaftspolitischer Kriterien, wie den heute praktizierten Neoliberalismus, weiter gehen kann.

Menschengruppen in Politik, Wirtschaft und geistlichem Klerus haben sich herausgebildet, die die gesamte Regie der menschlichen Gesellschaft nunmehr zu bestimmen glauben und im Grunde genommen nur dafür auch ihre hohe differenzierte Ausbildungen erhalten.

Es hat sich damit eine vollkommen in Art und Weise von bisherigen politischen, wirtschaftlichen und geistlichen Führungen qualitativ zu unterscheidende neue Elite der politischen, wirtschaftlichen und geistlichen Macht herausgebildet.

Während in den Stabilisierungsphasen der kapitalistischen Gesellschaft in den zurückliegenden Jahrhunderten davon ausgegangen werden kann, dass die Mehrheit der "Politiker aller Couleur" in ihrer Wahrnehmung politischer Ämter von der eigenen Überzeugung, politisch etwas zu vollbringen, das der positiven Entwicklung der menschlichen Gesellschaft entsprechen kann, ihre eigene Triebfeder war, hat sich das bei den heutigen "Politikern fast aller Couleur" weitgehend geradezu ins Gegenteil verkehrt. Es geht neuerdings nur noch um Macht und eigne, möglichst große Pfründe.

Ebenso ist diese Entwicklung auch bei den Eignern und Managern des wirtschaftlichen Kapitals in noch eindeutigerer Form zu erkennen. Während es bisher darum ging, die eigenen materiellen Gegebenheiten der Wirtschaftseinheiten mit ihrer leitenden Regie zu erhalten und möglichst sicher zu verbessern und zu gestalten, ist allein schon dadurch, dass der ökonomische Konzentrationsprozess in globaler Form zu gigantischen und mit riesenhafter wirtschaftlicher Macht ausgestatteten neuen weltweiten Wirtschaftseinheiten geführt hat, die Bedeutung einzelner und kleinerer Betriebe soweit geschrumpft, dass sogar ihr Gewicht für die nationalen Wirtschaften fast bedeutungslos geworden ist.

Mit der mit dem Konzentrationsprozess einhergehenden immer größer werdenden politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Macht großer Wirtschaftseinheiten wurden auch die Grundlagen für die Motivationen zur ständigen Steigerung der Profite gelegt und ausgebaut, so dass heute nur noch das Bestreben in der globalen Wirtschaft besteht, die wirtschaftliche Macht auf allen Gebieten der politischen Wirksamkeiten auszudehnen, die eigene politische Einflussfähigkeit als Macht auszubauen und damit die Sicherheit zur ständigen Profitmaximierung zu gewinnen. Damit ist die unbeschreibliche Gier nach umfassender Machtausübung des imperialen Kapitals zur Anwendung für die gewaltbereite Politik geworden, die nunmehr vor nichts mehr zurückschreckt, auch die ganze Welt gesellschaftlich auf allen Ebenen beherrschen zu können.

Diese Tatsache erfordert damit auch eine völlig neue "Kategorie" an Menschen in den Führungsaufgaben der Politik, der allseitigen Wirtschaft und sogar der heute zu imperialen Machtinstrumenten mutierten so genannten "christlichen Kirchen".

Diese Menschen sind heute dadurch gekennzeichnet, dass sie völlig skrupellos ihre eigene persönliche Tätigkeit mit notwendigen Lug und Trug erbarmungslos selbst gegenüber ihren eigenen Wählern, ihren eigenen Mitarbeitern und Untergebenen, ihren eigenen Gläubigen und an sie noch glaubenden Mitmenschen als Machtapparate des herrschenden Kapitals auszuüben bereit sind.

Dabei ist es völlig unterschiedslos, ob es sich dabei um politische Mandatsträger, fast aller so genannter Volksparteien, oder ob es sich dabei um die Eigner und Manager der Großen in Industrie, Finanzen, Handel und Gewerbe handelt. Sie alle sind in der heutigen Zeit des gesellschaftlich angewandten Neoliberalismus, in einer staatmonopolistischen Gesellschaft, eines wahren unbarmherzigen, menschenfeindlichen Kapitalismus oder einer Kirche, die nur noch ihre ökonomischen Machtverhältnisse, angewandt als psychologische Machtausübung gegenüber ihren Gläubigen festigen will, darauf ausgerichtet, die weitere Herrschaft des Kapitals gegenüber allen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft jederzeit zu sichern und durchzusetzen.

Dabei sind herausragend die Eigner und Manager der allseitigen wirtschaftlichen Macht zu nennen, die gegenüber ihren abhängigen politischen Mandatsträgern in Parlamenten und Regierungen direkte und persönliche Macht über Wohl und Wege ihrer Lohn-und Gehalts-abhängigen "Mitarbeiter" ausüben, nicht nur können, sondern diese auch in der Jetztzeit besonders praktizieren. Dabei ist eine überaus große Skrupellosigkeit dieser Menschen nicht nur gefragt, sondern sie wird in tiefer Abneigung gegenüber der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger auch mit einem dafür gemachten so genannten Arbeitsrecht immer menschenfeindlicher angewandt. Dass dabei nicht nur Lügen und betrügerische Aussagen zur Disziplinierung der Menschen angewandt werden, zeigen auch die besonderen Situationen zu "Wahlkampfzeiten", wie in diesem Jahr der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrisen, 2009. Hier wird mit besonderer Raffinesse gelogen, was das Zeug hält, und den Bürgern vorgemacht, dass nur durch die absolute Freiheit des Kapitals in seiner Handlungsfähigkeit in Produktion, Beschäftigung, Preisen und im Handel eine "Gesundung der Krisen" einzutreten vermöge und dass dazu staatliche Einflüsse und Auflagen auf die freie Wirtschaftsausübung vollkommen kontraproduktiv wirken müssten. So werden weitere Steuererleichterungen, sprich Steuerkürzungen verlangt, die noch arbeitsrechtlichen Schranken gegenüber der allseitigen Beherrschung der Arbeitskräfte abzubauen und ganz zu beseitigen und die Einflüsse der Politik des Staates darauf zu beschränken sein, mit Mitteln des Staates, finanzielle Einbußen oder Liquiditätsschwierigkeiten ohne damit weiteren Einfluss der Politik zu begründen, zu überbrücken.

Die Eigner und Manager des herrschenden Kapitals sind deshalb in besonderer Form als bedenkenlose, bösartige und brutale, gefühllose, erbarmungslose und ohne Gewissen ausgestattete Menschen ausgebildet und damit herangezüchtet worden, die als immer korrekt gekleidete, elegante, nadelgestreifte Anzüge tragende Herren und Damen der gehobenen Gesellschaft, in keiner Weise sich Gedanken machen müssen, wie ihre Haltungen gegenüber den ihnen absolut untergebenen Mitarbeitern sich vielfach besonders negativ auf das Leben und die Familien dieser Menschen auswirken und diese Menschen vielfach ihren Absturz in Armut und Elend, in die neue Unterschicht, ihrer Brutalität zu verdanken haben. Selbst auch immer stärker sich in diesen Kreisen abzeichnende kriminelle Energien, angewandt zur persönlichen Bereicherung, sind keinesfalls mehr die Ausnahmen in dieser Kaste der personifizierten Skrupellosigkeit.

Dagegen haben es die so genannten Politiker fast aller Couleur etwas schwerer mit den Menschen in den Staaten dieser kapitalistischen Welt umzugehen.

Aber es eint sie auch in Form und Charaktereigenschaften mit ihren eigentlichen und wahren Auftraggebern aus den Chefétagen des herrschenden Kapitals, mindestens die ständige Bereitschaft, sich gefühllos gegenüber den Menschen in ihrem Staat, zu behaupten und durchzusetzen, sich aber mit ihrer von den Wählern verliehene politische Macht dafür einzusetzen, dass die steigenden Profitinteressen ihrer Auftraggeber auch erfüllt werden können. Dafür ist auch diesen politischen Mandatsträgern in allen Parlamenten, in den Regierungen, in den Ausschüssen und anderen so genannten parlamentarischen Institutionen völlig egal, was die sie eigentlich gewählten Bürgerinnen und Bürger nach den jeweiligen Wahlen von ihnen halten und denken. Sie sind dann ja nur noch ihrem so genannten "Gewissen" verantwortlich, das sie aber auch gar nicht besitzen und auch nicht zu vermissen haben. Sie ziehen mit viel Lug und Trug gegenüber ihren Wählern, die so liebevoll als als der "Souverän" in alter monarchistischer Manier bezeichneten Bürgerinnen und Bürger ihres Staates, die ihnen zur Sicherung dieser staatsmonopolistischen Gesellschaft aufgetragenen Aufträge vom herrschenden Kapital durch, koste es, was es wolle. Sie nehmen jede zwangsweise Notwendigkeit auf sich, um ihren Auftraggebern genehm zu sein, sie leben fast nur noch vom "Schulden machen", ohne jede Rücksicht darauf, wie die nachfolgende Generationen der Bürger damit weiter in die Zweiklassengesellschaft der "Nichtbesitzenden" als zahlenmäßig größte Klasse getrieben werden.

Diese Politiker der jetzt auch herrschenden und zur Herrschaft drängenden bürgerlichen Parteien, ohne jede Ausnahme, sind deshalb in besonders mieser Form abscheulich und böse, wenn es darum geht, die für das herrschende Kapital eingeschlagene Politik mit aller Konsequenz weiter verfolgen zu können. Sie scheuen skrupellos und gewissenlos nicht davor zurück, in Wahlzeiten mit klaren Lügen Versprechungen zu machen, die nicht nur irreführend für ihre Wähler sein sollen, sondern sie auch nach den Wahlen zu willenlosen Sklaven ihrer Politik zu machen gedenken.

Ihnen ist auch immanent, dass sie genau so machtgierig und letztlich auch geldgierig in ihrem Charakter und ihrer Bestimmung als Speichellecker des herrschenden Kapitals sind, wie ihre Auftraggeber als Herrscher des alles bestimmenden Kapitals.

Dazu kommt noch bei den meisten Politikern eine neue Eigenschaft, die sie noch vor den Eignern und Managern des Kapitals auszeichnet. Sie sind in besonderer Form geltungsbedürftig und entbehren nicht einen gewissen Narzissmus gegenüber ihrer eigenen Person. Sie sind immer bereit, egal bei welcher Gelegenheit auch immer, sich ins rechte Licht zu setzen oder setzen zu müssen. Sie sind damit die eigentlichen und nur zu ihrem eigentlichen Egoismus und ihrer Machterhaltung jederzeit bereiten Schmierenkömödianten, um ihre Bürger über ihre wahren Absichten zu verdummen und bei der Stange zu halten. Dabei gibt es wieder im wirklichen Sinne kaum eine Ausnahme in den meisten machtgierigen Parteien des alten Bürgertums, längst vergangener spießbürgerlicher Zeiten.

Diese Politiker sind dabei nicht etwa die Könner und Kenner auf den jeweiligen Posten in den Regierungen, sondern sie sind im wahrsten Sinne des Wortes "Parteibuchakteure", die eigentlich nicht können müssen, außer sich immer als gelehrt und im rechte Licht darstellen zu können, ob sie wissen, von was sie gerade reden, oder nicht. Sie sind im einzelnen aber damit die bewussten Drahtzieher für die weitere Sicherung der allseitigen politischen Macht des Kapitals, seiner Eigner, seiner Manager und seiner in den Parlamenten wirkenden Lobbyisten.

Alles zusammengenommen passt auf all diese Personen des politischen, wirtschaftlichen und klerikalen Etablissements genau, fast wie die Faust aufs Auge, angewandt, das so genannte

Peter-Prinzip- in Staat und Gesellschaft"!

"Jeder steigt solange auf, bis er den höchsten Grad seiner Unfähigkeit erreicht hat!"

Deshalb braucht ein Politiker allerdings im Gegensatz zu seinen Auftraggebern, keine für seine Machtausübung besondere Qualifikation, die ihm eigentlich dabei nur hinderlich sein könnte.

Er gehört zu der Kategorie der Zweiklassengesellschaft in dem staatsmonopolistischen Kapitalismus, die zu den Reichen und Schönen als besondere Prominenz zählt und so auch tagtäglich behandelt werden will, ohne auch nur im geringsten oder gegenüber seinen Wählen nachweisen zu müssen, dass er für sein jeweiliges Amt auch die dazu unbedingt nötige Qualifikation besitzt.

Diese Politiker sind jeweils und immer austauschbar, ohne dass dabei irgend welche wirklichen Lücken in den Parlamenten und Regierungen entstehen könnten. Sie brauchen zu ihrer Existenz im neoliberalen Zeitalter der Menschheitsgeschichte aber dringend ein obrigkeitsgläubiges und obrigkeitshöriges Staatsvolk. In der Bundesrepublik Deutschland wurde dieses Staatsvolk in der westlichen Seite mindestens seit 1946 des vorigen Jahrhunderts geschaffen. Mit "Haste was, biste was" bis hin zu "Werde Millionär" in Gewinnstreben erzogen, mit eigenem, wenn auch bescheidenem Wohlstand versorgt, zum landesweiten "Häuslebauer" stilisiert, wurde so das Volk der inzwischen 40%igen Nichtwähler zum eigentlichen Stabilisator für diese neue Gesellschaft und ihre eigentlichen Dienstleister, inzwischen ohne Gegenleistungen, ganz im Gegenteil. Im Grunde genommen sind diese Menschen, ob Politiker oder Kapitaleigner oder Manager, nach moralischen Wertvorstellung, nicht nur unmoralisch, sondern im höchsten Maße anrüchig, wenn nicht noch schlimmeres.

Wir haben es in dieser Gesellschaft damit auch zu tun, dass für die große Masse der Menschen eigentlich ein gesellschaftlicher Ausschluss gegeben und vorhanden ist, sie weitgehend, mit allen Mitteln abgelenkt werden, um sie dabei ebenso und immer wieder zu disziplinieren.

Während sich eine kleine Minderheit der Menschen an den Schalthebeln der allseitigen Macht befindet, diese Macht skrupellos anwendet, sich mit enormem Reichtum als Menschen überbewertet und als neue "Herrenrasse" darstellt und immer wieder öffentlich ins rechte Licht setzen lässt, ist die große Minderheit der Menschen in dieser neoliberalen Gesellschaft eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes außen vor und wird ebenso im eigentlichen Sinne des Wortes ständig fremdbestimmt und damit auch regiert und bei der Stange gehalten. Solange allerdings nur und hoffentlich bis der Krug, der zum Wasser geht, eben zerbricht!

ESA, den 21. 08. 2009

Klaus Remmler, 22.08.2009
Hallo Klaus, das liest sich wie eine psychologische Expertise über die Grundlagen des nahenden Weltendes. Wenn man die Bibel und all diese Prophezeiungen liest, denkt man unwillkürlich: Wie konnten/können sich die Menschen zu so etwas hinreißen lassen. Dein Kommentar könnte auch eine christliche Analyse sein, die der Frage auf den Grund geht: Wie kann es dazu kommen, dass ein dritter Weltkrieg möglich ist, und wie kann es dazu kommen, dass auch ohne einen solchen Krieg die Welt zerstört wird?

Ich beschäftige mich mit diesen Themen, weil ich auf der www.antichrist-wachtturm.de versuche, die Irrlehren der Zeugen Jehovas zu beleuchten.

Meiner unmaßgeblichen Meinung nach liegen die Wurzeln der Weltzerstörung und der Menschenschinderei tatsächlich im künstlichen Hochkochen des Egoismus als Tugend des evolutionär höher stehenden Wesens.

Rüdiger, 22.08.2009

P.S.: Erste Hälfte des Films überzeugt, danach wirds haarig. - Das klingt nach dem, was man über den Antichristen liest und hört.

zeitgeist addendum deutsch

Erinnert am Schluss stark an die Versprechungen der Zeugen Jehovas.
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