Innovation ist alles. Und Anpassungsfähigkeit. Das war schon unter Hitler so.
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Welthunger

Schön, dass wir den freien Markt haben. Der wird das Problem Welthunger schon lösen. Keine Angst! Der Markt wirds schon richten. Früher oder später kommt die freie Marktwirtschaft auch den Armen zugute. Ganz sicher! Ja! Wir Wirtschaftswissenschaftler an den Universitäten und Banken, wir wissen das. Wir haben ja schließlich Wirtschaft studiert, wir haben gelernt, die Welt professionell zu verstehen. Wir, die Wissenschaftler und Börsenfachleute, wir sind die Elite!

Kult des freien Marktes
Kult des freien Marktes

Zugegeben, jetzt steigen grade mal ein paar Preise. Aber dabei gehts doch nur um Brot und Nudeln. Das ist doch nicht schlimm. Hauptsache, die Porsche- und Breitling-Preise bleiben stabil. Brot ist doch so billig. Das kann sich jeder leisten. Brot ist sogar noch billiger als Treibstoff. Manche backen aus Mehl lieber Benzin und tun es in den Tank.

Genau wie der freie Markt auf dem Prinzip der Auslese aufgebaut ist und somit nur gute und gesunde Betriebe überleben können, so muss der Mensch sich auch an dieses Prinzip halten. Zuerst muss er lernen, für eine halbwegs gute Arbeitsstelle sein bisheriges Leben aufzugeben. Dann muss er lernen, entweder mobil zu sein und viele Stunden in der Woche nur für die Arbeit unterwegs zu sein, oder er muss lernen, auf wenigen Quadratmetern in überteuerten Wohnungen zu leben, um seinem Job nachgehen zu können.

Danach muss er lernen, einen zweiten und einen dritten Job anzunehmen. Dafür senkt sein Arbeitgeber die Löhne. Und wenn der Arbeitnehmer schließlich verstanden hat, worum es geht, wächst er auch in seine neuen Aufgaben hinein. Schließlich kann keine Wirtschaft blühen, in der Arbeitnehmer noch Freizeit haben.

Der freie Markt ist wirklich ein Segen für die Menschheit. Man kann es daran erkennen, dass sich die Zahl der Milliardäre und Oligarchen vervielfacht hat. Das ist ein gutes Zeichen. Dieser Weg des freien Marktes ist der einzig sinnvolle Weg. Oder sollen etwa die Gewinne, die der freie Markt abwirft, an die Massen verfüttert werden? Das ist undenkbar! Das würde gegen das Grundprinzip des freien Marktes verstoßen!

Wir Wirtschaftswissenschaftler haben die Marktlücke der Macht genutzt! Wir sind durch Anpassung zu Wissenden geworden. Zu Wissenschaftlern eben. Wir haben schnell genug gemerkt, wie die Marktwirtschaft die Welt heilen wird, und haben ganz schnell unser Wissen dieser Entwicklung angepasst. Der Mensch sollte überhaupt anpassungsfähig sein. Sonst ist er nicht wettbewerbsfähig! Sind nicht die höchsten Tugenden des Menschen die Anpassungsfähigkeit und die Durchsetzungskraft im Wettbewerb?

Wettbewerbsfähigkeit
Wettbewerbsfähigkeit

Dank des Kapitalismus, der alle Regeln dieser Welt setzt, gewinnen wieder die guten Menschen. Das sind diejenigen mit der größten Tüchtigkeit. Sie sind es, die bei Siemens und anderen Konzernen, die unkonventionelle Methoden anwenden, Arbeitsplätze mit Millioneneinkommen sichern. Sie, die guten und wettbewerbsfähigen Menschen, sichern letztlich die Zukunft. Sie nehmen das schwere Los auf sich, Millionen von Menschen auf natürlichem Selektionsweg zu beseitigen. Das ist eine schwere Verantwortung.

Doch zum Glück gibt es ja den freien Markt. Nach dessen Regeln entscheidet sich, wer verhungert und wer überleben darf. Das ist schon ein wichtiger Baustein der Wirtschaftswissenschaften, dass alle Konsequenzen auf Naturgesetzen beruhen. So kann schließlich niemand wirklich verantwortlich dafür sein, dass an seinem rechtmäßigen Gewinn Tausende und Millionen zugrunde gehen. Es ist halt der freie Markt, der das bestimmt. Und die guten wettbewerbsfähigen Konzerne müssen sich ja schließlich gut aufstellen. Das sind sie ihren Aktionären schuldig.

Das eigentliche Menschsein beginnt ja erst ab 120.000 Euro Monatseinkommen. Einige behaupten, dass schon das Kind im Mutterleib ein Mensch sei. Aber sie bedenken nicht, dass so ein Wesen gar keine Aktien zeichnen kann. Wie soll denn so etwas ein Mensch sein? Nein, das eigentliche Menschsein beginnt ab einem gewissen Monatseinkommen, das übrigens stetig steigt. Zum Ausgleich der Inflationsrate. Unterm Strich ist diese Entwicklung ohne den freien Markt nicht zu haben. Ohne den freien Markt müssten wir Menschen unseren gerechten Gewinn mit den Nicht-Wettbewerbsfähigen teilen.

Der Beweis für die Notwendigkeit und die Legitimation des freien Marktes ist, dass es heute keine Wissenschaftler und keine Politiker mehr gibt, die den freien Markt nicht grundsätzlich befürworten. Alle haben aufgrund ihres Wissens und ihrer positiven menschlichen Eigenschaften gelernt und verstanden, dass der freie Markt alternativlos heilsbringend für die Welt ist. Und selbst, wenn einem mal etwas gegen den freien Markt einfallen sollte - was will man denn machen? Man ist ja gezwungen sich anzupassen, sonst ist man nicht mehr wettbewerbsfähig.

Ein engagierter Wissenschaftler war auch der Herr Mengele. Der hat ganz viele Kinder verbraucht, um seinen Wissensdurst zu löschen. Vielleicht sollten die Wissenschaftler einmal danach forschen, wie man aus Blut Benzin machen kann. Das wäre bestimmt ein großer marktwirtschaftlicher Vorteil. Auch für die Familien, die ihre Alten und Kranken mit gutem Gewinn an die Energiekonzerne verkaufen könnten. Innovation ist alles. Und Anpassungsfähigkeit. Und Wettbewerbsfähigkeit. Das war schon unter Hitler so.

Und Blut ist ein nachwachsender Rohstoff.

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Kommentare:
Ban appeliert an Weltgemeinschaft

UN-Generalsekretär Ban hat die Staats- und Regierungschefs aller Länder gebeten, zu einem für Anfang Juni geplanten Gipfeltreffen nach Rom zu kommen. Ban sagte, bei der Konferenz sollten Strategien zur Lösung der Lebensmittelkrise beraten werden. Er fordert die Teilnehmer auf, mit neuen Ideen zu kommen.

Es sei an der Zeit, sich wirklich zu engagieren und zu handeln, betonte der UN-Generalsekretär. "Die Existensgrundlage von Millionen Menschen ist bedroht", warnte Ban.

Friedrich, 06.05.2008
so schlimm wird es hoffentlich nicht werden! Aber es stimmt: Ich gehöre auch zu den Menschen, die eigentlich keine Menschen sind, denn ich muss für 1000 € netto 380 Stunden im Monat arbeiten. Damit bekomme ich immer noch alg2. Und weil ich Alg2-Bezieher bin, obwohl ich doppelte Arbeitsleistung bringe, erhalte ich von allen Seiten hohe Anerkennung in Form von "Schmarotzerin", "Pennerin" usw.

Eine Wohnung bekomme ich auch nicht, weil keine an Alg2-Bezieher vergeben werden. Trotz doppelten Fleißes darf ich nicht so leben wie ich möchte, sondern werde gezwungen, in ein Ghetto zu ziehen. Da erhalte ich dann eine Wohnung mit dem Standard der 50-er Jahre.

Ich bin inzwischen so weit, dass ich mir einen schweren Unfall herbeiwünsche. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Stamer, 30.06.2008
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Letzte Aktualisierung am 22.04.2008

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