Gemäß der Urabstimmung werden wir versuchen eine Verschmelzung mit der "Die Linke" herbei(zu)führen.
Mitte Juli 2005 fand eine Urabstimmung der WASG statt, die darüber entscheiden sollte, ob »Mitglieder der WASG auf offenen Listen der "Linkspartei" zur Bundestagswahl kandidieren« sollten und ob ein »ergebnisoffener Diskussionsprozess eingeleitet werden« soll »mit dem Ziel, ein neues breites Linksbündnis zu schaffen«.
Diese Urabstimmung hatte unter der oben zitierten Fragestellung ein überwältigend zustimmendes Ergebnis.
Jedoch werden die einwandfrei formulierten und für jedermann verständlichen Begriffe, wie sie im Begleitbrief zur Urabstimmung den WASG-Parteimitgliedern vorgelegt worden waren, Stück für Stück nachträglich umformuliert und damit die Urabstimmung möglicherweise leiseweinend missbraucht!
So lesen wir auf der WASG-Internetseite
www.w-asg.de/897.0.html einen qualitativ vollkommen von
dem Wort "Linsbündnis" abweichenden Begriff: "Zusammengehen von Wahlalternative und PDS in einer breit angelegten, demokratischen Linkspartei".
Was erst einmal per Urabstimmung legitimiert
nur diskutiert werden sollte und lediglich ein Linksbündnis zum Ziel hatte, ist urplötzlich zu einer "neuen" Partei geworden.
Und schon steht diese neue Partei auch bereit. Sie heißt jetzt nicht mehr "Der böse Wolf", sondern "Großmutter". - Und im Forum der WASG wird immer wieder gefragt: "Großmutter, warum hast du so große Ohren?"
Auf der Internetseite der WASG lesen wir ferner Begriffe wie
- "Verständigung über eine neue politische Formation"
- "Formationsprozess"
- "Vereinigungs-Termine"
Die tatsächliche Entwicklung innerhalb der WASG scheint schon jetzt sehr deutlich über das Urabstimmungspaket hinausgegangen zu sein. Wird sie von Funktionären ohne Basislegitimation vorangetrieben mit der Zielsetzung der Einverleibung der WASG durch die PDS-Großmutter?
Offen und ehrlich gestellte Fragen zur möglichen Missachtung der WASG-Parteibasis und zu den Begriffsverdrehungen und der Schaffung nicht demokratisch genehmigter Tatsachen bringen keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Sachlich ist das Thema nicht bewältigt.
Wenn sich die Diskussion im WASG-Forum dann ein wenig gelegt hat, holt der nächste Funktionär zum Schlag aus und streut mal ganz nebenbei die Nachricht: "Gemäß der Urabstimmung werden wir versuchen eine Verschmelzung mit der "Die Linke" herbei(zu)führen.." und geht anschließend ins Wochenende. Ist die Diskussion des Themas schon beendet?
Aus einem Diskussionsprozess wird urpötzlich eine neue politische Formation, dann ein Formationsprozess und schließlich die Verschmelzung.
Eine "Verschmelzung" mit der ehemaligen PDS kann nicht so einfach "versucht" werden. Für eine Verbindung, die über ein politisches Bündnis hinausgeht, müssen viel zu viele Fragen geklärt werden!
Zum Beispiel:
Will die WASG wirklich den Kapitalismus abschaffen?