Eine relle Chance auf eine friedliche Entwicklung der Menschheit schien mit der Globalisierung nahe. Doch schon nach sehr kurzer Zeit hat sich die Globalisierung als traurige Einbahnstraße in eine neue Form der alten Herrschaft entblößt. Unterdrückung und Ausbeutung tarnen sich mit wirtschaftlicher Argumentation. Willkürliche kriegerische Handlungen bekommen den Anstrich von heroischen Befreiungsaktionen. Und jeder weiß, dass Geld und Macht dahinterstehen.
Neoliberalismus und Globalisierung sind die Steigbügel für die weltweite Akzeptanz schreiender Ungerechtigkeit. Im Namen des Geldes schrumpft das Gewissen der Menschheit auf die Größe einer Erbse. Die Menschen werden von der Politik nur als Masse gesehen.
In der westlichen Welt werden die Auswirkungen des Neoliberalismus weitere Missstände und Unebenheiten hervorbringen. Damit wird die Aufmerksamkeit der Menschen von bereits bestehenden Übeln abgelenkt und die Chancen auf eine positive Entwicklung der Dritten Welt weiter minimiert.
Unsere Informationsgesellschaft hat es nicht geschafft, Licht in die Machenschaften der "standhaften Führungseliten" zu bringen. Die weltweite Informationsmöglichkeit hat bisher nur die noch offenere Frechheit der Staatenlenker bewirkt. Der Neoliberalismus gibt ganz offen dem Stärkeren das Recht, seine Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen. Menschlichkeit und Vernunft werden schlicht auf die hinteren Ränge verdrängt.
Die Entwicklung der Menschheit reduziert sich trotz der unglaublichen Leistungsfähigkeit unserer Großhirnrinde auf den Stand des Konkurrenzkampfes zwischen Amöben und Bakterien. Evolution und die Macht des Marktes sind die Schlagwörter, deren Assoziation allen Menschen vermitteln soll, dass außer Konkurrenzkampf und Gemetzel auf allen Ebenen nichts möglich ist. Der Mensch versucht die Brutalität der Natur als Legitimation für die Brutalität des losgelassenen Marktes hinzustellen. Schöngeister wie Peter Sloterdijk erheben die Globalisierung zum Naturgesetz und besudeln im Sinne des größtmöglichen persönlichen Nutzens die Welt mit Dreck.
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Nie war die Bereitschaft der Menschenmassen größer als heute, ihr Schicksal als naturgegeben hinzunehmen. Gegen die Interessen des Großkapitals haben die Stimmen der Menschen keine Chance.
Niemals war es lohnender als heute, diese Dinge beim Namen zu nennen. Auch wenn kaum Hoffnung betehen kann, dass Schritt für Schritt eine positive Veränderung der Weltpolitik bewirkt wird, so ist doch allein der gedankliche Protest ein eigener Wert.
Bei aller Hoffnungslosigkeit muss aber ein Fakt als Leitgedanke in unser Bewusstsein einziehen:
Nur gemeinsames Argumentieren und Handeln führen aus dem künstlichen, primitiven Konkurrenzdenken heraus.
Wir müssen den Mut finden, die Nachahmung der Natur hinter uns zu lassen und eigene Gedanken und Modelle zu entwickeln.