Steinbrück und der dumme Deutsche
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Urlaub streichen


Bundesfinanzminister Peer Steinbrück möchte gerne den Warenkorb des dummen Deutschen umsortieren. Der dumme Deutsche kann/sollte nicht selbst entscheiden, ob er lieber fürs Alter vorsorgt oder das Geld auf teuren Urlaubsfahrten verprasst. So empfiehlt uns Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, doch lieber ans Alter zu denken und vorzusorgen.

Diesen Hinweis auf die Unsicherheit unserer Zukunft konnte sich der Herr Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nicht verkneifen. Immerhin kann er so in den kommenden Jahren zu Recht behaupten, er habe auf die Zerrüttung unserer Zukunft schon immer hingewiesen.

Eine Vorliebe scheint sich den Weg zu bahnen, die dummen Deutschen auch in ihren höchst privaten Lebensfragen zu führen und zu leiten. So wie die Nationalsozialisten einst ärmeren Familien einen Urlaub ermöglichten und Kinder in Urlaubslager schickten, leitet uns heute der Staat zu mehr Unselbstständigkeit in diesen Fragen.

Öffentliche Kommentatoren sehen keinesfalls diese urdeutsche Nazi-Attitüde. Sie heben nur darauf ab, die Deutschen hätten ja sowie so kein Geld, um es auf Urlaubsfahrten zu verprassen. Statt den frechen Eingriff eines Politikers ins Privateste der Menschen als das zu sehen, was er ist, verkommt die Schelte der Kommentatoren lediglich zum Euro-Zählen.

Die Qualität dieses Peer-Steinbrück-Denkens hat jedoch ganz andere - schlimmere - Folgen. Es geht im Kern um die Bevormundung der dummen Deutschen. Diese Bevormundung bereitet den Weg zu noch offenerer Bereitschaft des deutschen Volkes, geführt zu werden. Das Hirn der Deutschen, das sich ohnehin schon nur noch um den Euro dreht, fällt auf diese Weise einem von oben gewollten Mechanismus anheim, der dem Deutschen das Denken und Entscheiden abnimmt.

Die bodenlose Bereitschaft der Deutschen, sich unmenschlichen Entscheidungen von Konzernen zu beugen, hat ohnedies schon lange devote Züge. Der Deutsche hat einen blechernen Ring in der Nase und hofft auf einen goldenen, an dem er herumgeführt wird.

Während unsere intelligente Presse nur die Geldnot bemängelt und ansonsten alles als völlig in Ordnung hinstellt, nutzen Wirtschaft und ihre Herren den Vorstoß des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück zum weiteren Hacken in die vorbereitete Perforation sozialer Rechte. - Als wenn den Arbeitern und Angestellten dadurch Vorteile entstünden. Dass allein die Wirtschaft abkassiert, wenn Urlaub gestrichen wird, fällt gar nicht mehr ins Auge!

Ein solcher Vorstoß des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück bereitet aber nicht nur eine neue Welle der demütigen Hinnahme weiterer finanzieller Einschnitte in das Budget der privaten Haushalte vor, sondern testet wie der Gummihammer des Arztes den Reflex des Patienten. Zufrieden lehnt sich der Arzt zurück, weil der Patient nichts merkt.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück macht sich so zum Kasper der Konzerne. Er schreit lustig: Seid ihr alle da? Und wenn keine Reaktion kommt, kann er grünes Licht geben für die weitere Unterminierung unserer Lebensqualität und Zukunft. Die nächste Runde der Vorteilsnahme durch Konzerne und ihrer Anteilseigner kann beginnen.

Die dummen Deutschen merken davon erst etwas, wenn es zu spät ist.

Die dummen Deutschen lassen sich so lange an der Nase herumführen, bis sie vor Zorn bewusstlos in die Hand irgendeines wahnsinnigen Führers fallen. Dies ist die Neuauflage einer kaputten Republik, die an ihrem Ende den Weg ebnet, dass von Deutschland wieder eine Gefahr ausgeht.

Dies alles mag unwahrscheinlich klingen. Doch die Unwahrscheinlichkeit des empfehlenden Einmischens eines Bundesfinanzministers Peer Steinbrück in die privatesten Belange der Menschen ist zur Gewissheit geworden. Sie spiegelt die Dummheit und (Ver-)Führbarkeit des deutschen Volkes.
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Kommentare:
Mein Opa hat Deutschland immer mit einer riesigen Schafherde verglichen. Die Schafe sind das arbeitende Volk. Die Schäferhunde sind unsere Polizei, damit keiner aus der Reihe tanzt. Die uns schlachten und scheeren, das sind Industrie und Banken. Ich finde, der Mann hat recht - mäh mäh mäh.

Seppl [06. Juli 2007]
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