Der Konzern ist die leibhaftige Evolutionstheorie als Schicksal verkleidet.
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Die Existenzgrundlage der Telekom


"Die Dividende folgt den Regeln der Betriebswirtschaft und des Kapitalmarkts. Und eine gute Ergebnisentwicklung macht letztlich das Unternehmen als Ganzes für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - sicher."

Dies verkündete am zweiten März 2006 theatralisch einer jener gewissenlosen Aktionärströster der Telekom, einer von den Menschen, die für Konzerne unterwegs und deswegen ohne Gewissen sind. Damit sagte er im Prinzip nichts anderes aus als: Jeder entlassene Mitarbeiter macht den Arbeitsplatz des verbliebenen Mitarbeiters sicherer. Jedes vertriebene Volk erweitert den Lebensraum des anderen Volkes. Jede Maßnahme der Unmenschlichkeit ermöglicht ein sichereres Auskommen der zufällig Verschonten. Jeder Tote macht Platz für den zufällig Überlebenden. Jeder Mord macht irgendwie Sinn. Jeder tote Jude ist ...

Dies ist die geistige Grundlage des wunderbar entblößenden Satzes: "Die Dividende folgt den Regeln der Betriebswirtschaft und des Kapitalmarkts. Und eine gute Ergebnisentwicklung macht letztlich das Unternehmen als Ganzes für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - sicher."

In der Konzernwirtschaft wird die Evolutionstheorie mit allen ihren idiotischen und unmenschlichen Konsequenzen zelebriert. Tausende Existenzen werden mit oben genannter Begründung ad absurdum geführt, niedergemetzelt, kaputt gemacht. Alles für den Gewinn der Aktionäre, die zu Hause vor dem Kamin bei einer gemütlichen Flasche Wein ihre Aktienbestände streicheln.

Die Konzernwelt ist keine Menschenwelt. Konzerne orientieren sich an Material und am übergeordneten Gebot des unbedingten Zwangs zum Gewinn. Menschen kommen in dieser Welt nicht vor. Nur wenn es um windige Argumente geht, kann man ja mal darauf hinweisen, wie wichtig der Absturz von 32000 Mitarbeitern für die Sicherheit der im Betrieb belassenen Mitarbeiter ist.

Die schmutzigste Attitüde der Menschheit, das bewusste Abtöten bzw. Verdrängen der eigenen Spezies, das Konkurrenzverhalten des Steinzeitmenschen, die unbedingte Bereitschaft eines Totschlägers sind die innere Achse der modernen Konzernwelt.

Erstaunlich die "Ehrlichkeit" der Telekom, die das auch noch offen zugibt.

Erstaunlich auch die dumpfe Gläubigkeit der betroffenen und nicht betroffenen Menschen. Sie nehmen die Notwendigkeit der schlimmsten Untat zur Kenntnis wie damals Hitlers Schlächter ihre Befehle. Pflichtbewusst und ohne jeden Widerspruch. Insofern hat sich in unserem Denken nicht ein Jota geändert. Deutschland ist im Kern Nazideutschland unbester Qualität geblieben.

Deutschland hat aber auch den Trost, dass dieses Menschen-über-den-Jordan-Schicken weltweit verbreitet und anerkannt ist. Deutschland hat auch den Trost, sich in dieser altbekannten Welt wieder bewegen zu dürfen. Deutschland ist in Sachen "konsequente Durchführung eines tödlichen Plans" Weltmeister.

Als die aus der Umklammerung freigelassene ehemals öffentliche Einrichtung, freigelassen in die freie Konzernwelt, zelebriert die Telekom die ganze Unmenschlichkeit so exessiv, dass sich ein Aktionärsherzenströster hinstellen und diese Erklärung abgeben muss:

"Die Dividende folgt den Regeln der Betriebswirtschaft und des Kapitalmarkts. Und eine gute Ergebnisentwicklung macht letztlich das Unternehmen als Ganzes für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - sicher."


... zur Frage der Konzernverantwortung. Eine königliche Urkunde listete die Privilegien einer Handelsgesellschaft ebenso auf wie ihre Verantwortlichkeiten. Seither, so kann man sagen, ist die Handelsgeschichte eine Geschichte des Aufblähens der Privilegien und des Schrumpfens der Verantwortung. Ein wichtiger Schritt, um diese Verantwortung abzubauen, war die Einrichtung der Aktiengesellschaft; die erste englische wurde 1553 gegründet. Die Anteile an einer Gesellschaft konnten nun frei gekauft und wieder verkauft werden, sogar an irgendjemand in einem fremden Land. Der Aktienmarkt ist seither natürlich ein wesentliches Kennzeichen jeder entwickelten Wirtschaft sowie auch der meisten sich entwickelnden geworden. Man beachte jedoch die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Verantwortung - auf die ethischen Konsequenzen geschäftlicher Aktivitäten. Kraft Gesetzes gilt die primäre Verantwortung einer Aktiengesellschaft keineswegs den Beschäftigten oder den Kunden, sondern den Aktionären, denn letztendlich gehört ihnen die Gesellschaft. Was aber bedeutet es, wenn diese Aktionäre anonym sind, hier und dort verstreut, meist weitab wohnen und kein anderes Interesse haben, als die Rendite? Fundstelle
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Anonym, 07.10.2007
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