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Zwischenbilanz
Das Talent, Worte, Sätze, Vergleiche, Phrasen in die Welt zu werfen, ist vielen gegeben. Das Talent, dieses Talent zu vermarkten, ist Sloterdijk gegeben. Resultiert daraus logisch die Einordnung eines Sloterdijk in die Kategorie der Philosphen?
Seit wann ist Popularität der Faktor, der darüber entscheidet, ob jemand ein Philosoph ist oder nicht?
Wirft das bisher kritisch angesehene Interview ein Licht auf die modernen Strukturen des Philosophenmarktes? Wer sich - egal wie - am besten verkauft, der isses? - Damit würde die Philosophie hinab in die schmierigen (aber nicht schwierigen) Keller von Angebot und Nachfrage abgleiten. Schlichtes Kaufen und Verkaufen avancierten zum Nenner des Denkens, zum Schlager des Philosophierens.
Sloterdijk als Schlagerphilosoph verursacht ein Absinken des Levels in Bereiche, die nur noch vom Markt beherrscht uns allen bekannt sind: Was bietest du, was biete ich! Kommen wir zum Abschluss - ja oder nein.
Wer dabei verkauft wird, das sind die Menschen und ihre Probleme. Was verkauft wird, sind Werte, die unhinterfragt über Bord geworfen werden und einfach den Menschen weggenommen werden, als wenn die philosophische Marktmacht auch hier den Menschen wie in der Geldwelt unterdrücken wollte.
Wer sich dem Kapitalismus philosophisch so tief beugt wie Sloterdijk, muss damit rechnen, von Normalmenschen ohne Professorentitel arg in die Zange genommen zu werden. Meine Hoffnung ist, dass dies hier gelungen ist.
Allerdings ist mit einer Wende in der kritischen Wiedergabe des gegebenen Interviews wohl eher nicht zu rechnen. So werden die weiteren Seiten nur aus Spaß am Fund eines dummheitswilligen Opfers orientiert sein. Wenn allerdings in diesem Interview zwischen der Wirtschaftswoche und Sloterdijk noch irgendein Punkt auftaucht, der zum wirklichen Nachdenken anregt, wird dies nicht verheimlicht.
Nach dem bisher Vorgefundenen bleibt der Eindruck, als sei Sloterdijk
- selbstverliebt
- von der Kraft der Sprachtaktik überzeugt (und gezeichnet)
- ein unrealistischer, selbsternannter Realist
- selekiv Wahrnehmender wie alle Menschen
- Markterfolg falsch einschätzender Selbsterhöher
- unrichtig die Hirne der Rezipienten Beeinflussender
- zu traurigem Ruhm Gekommener
- und so weiter, und so weiter.
Es geht um das wichtige und schwierige Thema der Globalisierung, bei der Sloterdijk allerdings meint, ohne datengestützte Analyse auskommen zu können. – Eine führende Zeitung hat ihm "einen schaumschlägerischen erweiterten Wissenschaftsbegriff" vorgehalten. In der Tat: Sloterdijks bedeutungsschweres, aber luftig-windiges Metaphernspiel hinterlässt beim geneigten Leser Kopfschütteln. Eberhard Sens, Kulturradio am Morgen Fundstelle
Was Bohlen für das breite Publikum der Ballermann-Fetischisten geleistet hat, realisiert Sloterdijk für das schmale Publikum der heutigen Aphorismen-Aristokratie. Fundstelle
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