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Peters Unterstellungen und Vermutungen
Wirtschaftswoche: "Stattdessen sind sie in eine Art Schockstarre gefallen. Wie ist es dazu gekommen?"
Die Deutschen sind doch nur Kä(u)fer, die auf dem Rücken liegen und sich tot stellen. Oder sie sind wie Karnickel, die in das hypnotisierende Auge der Schlange starren. Nichts lassen Wirtschaftswoche und Sloterdijk aus, wenn es darum geht, den Deutschen Übles und Dummes anzuhängen. Wie zwei alte Nachbarn, die sich sonst nichts zu sagen haben, ziehen sie über die Deutschen her, damit sie wenigstens eine einzige Gemeinsamkeit haben.
Sloterdijk: "Die Konsumgesellschaft frisst ihre Kinder, wen wundert es? Vermutlich hat sich mit der Heraufkunft der Erbengeneration nach 1980 ein Klimawandel vollzogen. Seither wiederholt sich das Buddenbroock-Syndrom massenhaft. Wenn zu viele Erben da sind, spricht sich die gefährliche Weisheit herum, dass es auch ohne Arbeit und Eigenleistung geht."
Neben der nebulösen Buddenbroock-Konstruktion des Sloterdijk steht fest, dass viele die Weisheit erfinden mussten, dass es auch ohne Arbeit und Eigenleistung gehen musste! Was bleibt einem übrig, wenn man an den segensreichen Seiten der Gesellschaft einfach nicht beteiligt wird! Hier scheint es Sloterdijk nur um die Erben zu gehen, die ihm über die Leber liefen, und nicht um Menschen, die in einer kapitalistisch leistungsorientierten Gesellschaft vorsichtshalber gar nicht erst zum Mittun zugelassen wurden. Denn das hat herzlich wenig mit Erbschaft zu tun, sondern nur mit Ausschluss und Abschiebung in staatliche Grundversorgung (die auch noch nach Herzenslust heruntergeschraubt werden kann).
Wahrscheinlich kennt Sloterdijk nur Reiche, deren Beruf Sohn oder Tochter ist. Hätte er sich je in den Sphären normaler Menschen aufgehalten, würde er sich für seine Worte schämen.
Wirtschaftswoche: "Das heißt, das Klima im Wohlstandstreibhaus ist so schwül geworden, dass es alle gesellschaftlichen Gruppen, die Armen wie die Reichen, lähmt?"
Hänsel und Gretel gingen in den Wald. Da hatten sie unter dem schwül-warmen Klima zu leiden und zogen es vor, still auf einem kalten Stein sitzend auf die Rente zu warten. Sie saßen da viele Jahre und hofften, von keiner Wirtschaftwoche und keinem Sloterdijk entdeckt zu werden. Da kam der böse Wolf und setzte sich dazu. Und er sagte: "Oh Mann! Ich bin so gelähmt!"
Sloterdijk: "Kann sein, die Tropen machen müde. Es gehörte zu den klimatischen Verheißungen der Existenz im Wohlstandstreibhaus, dass der Hauptgewinn auf uns wartet: die Verwirklichung des Traums vom leistungslosen Einkommen. Im Imaginären der Deutschen steht der totale Urlaub ganz oben. Wen man noch beim Arbeiten ertappt, der hat die höheren Stufen der Verwöhnung nicht erklommen. Wer noch ins Büro muss, ist ein Versager. Als Erbe hingegen hätte man die wirkliche Entlastung von der eigenen Leistung erreicht - wahlweise auch als Krull an der Börse oder als Manager, der sich beim frühen Ausstieg aus dem letzten Job Abfindungen von klarem Plünderungscharakter genehmigt."
Na endlich ist es klar: Sloterdijk redet von den reichen Deutschen. Das sind ja herzlich wenige. Endlich blicken wir durch und erkennen, dass Sloterdijk hier mit den völlig zu Unrecht an Geld Gekommenen abrechnet. - Oder?
Immerhin brauchte es mehrere Seiten Interview, um endlich auf diesen Sachverhalt zu stoßen, wenn er denn wahr ist ... Fakt scheint jedoch zu sein, dass Sloterdijk hier nicht mehr den Deutschen an sich meint. - Schade, dass er es nicht schafft, diesen Umstand verbal an den Mann zu bringen. Äußerst schwammig schwabbelt Sloterdijks "Philosophie" umher und gibt Antworten auf abgesprochen erscheinende Fragen, die nur dazu geeignet sind, einige wenige spezielle Unternehmerohren zu umsäuseln.
Dass die Herrschaft der Reichen immer weiter wuchert und die Tatkraft der Menschen lähmt, hat Sloterdijk weder erwähnt noch aktiv kritisiert. Sloterdijk ergießt sich in Vermutungen und Unterstellungen und mutet dem Leser zu, selber Vermutungen und Unterstellungen vorzunehmen, um wenigstens einen gewissen Restgehalt aus Sloterdijks Rede zu destillieren.
Ob dieser Schnaps dann tödlich wirkt, weiß der, der ihn getrunken hat.
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