Gefährliche Gedankenlosigkeit
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Gefährliche Gedankenlosigkeit

Wie der gesellschaftliche Wandel hin zum ungebremsten Egoismus in die Herzen und Hirne der Menschen einzieht, das lässt sich leicht am Alltagsverhalten erkennen. Gerade beim Autofahren, während dessen ja bekanntlich der Mensch dem Tier sehr nahe ist, brechen die tief in seinem Inneren verborgenen Wesenszüge hervor und treten offen zu Tage.

Der Egoismus und die Rücksichtslosigkeit sind inzwischen so tief in der modernen Persönlichkeit verwurzelt, dass man immer wieder beobachten kann, wie Autofahrer bei Engpässen mit 30/40/50 km/h über den angrenzenden Bürgersteig fahren. Und das oft über eine Strecke von 50 bis 100 Metern. - Wenn gerade in diesem Augenblick ein Kind um die Häuserecke stürmt, wird es unweigerlich von diesem wahnsinnigen Autofahrer zermalmt. Es ist erstaunlich, dass auf diese Weise scheinbar noch nichts Gravierendes passiert ist. Die Polizei scheint dieses Problem auch nicht zu kratzen.

Der Fußgänger als der schwächere Verkehrsteilnehmer hat zumindest im gelebten Bürgersteigalltag keine Rechte mehr. Er muss zur Seite springen, wenn Lady Mercedesfahrerin zum Brötchenkauf die Hälfte des Bürgersteiges als Landebahn benutzt.

Wer mit seinem Auto über Bürgersteige rast, frisst auch kleine Kinder und wählt die FDP. So wenig die Gefährdung der nicht durch Blech geschützten Verkehrsteilnehmer einfach nicht bedacht wird, so sind die Entscheidungen der Menschen in Sachen Politik und Gesellschaft einzuschätzen. Die Grundformel, dass der Stärkere einfach Recht behält, wirkt sich täglich und stündlich aus. Und selbst wenn dabei unanzweifelbare Grundsätze missachtet werden, zählt nur noch die Geschwindigkeit, mit der man dann am Horizont verschwindet.

Meine Bitte ist: Wenn Sie zum Abbiegen nach links ansetzen, bleiben Sie auf schmalen Straßen so weit rechts, dass niemand in Versuchung kommt, mit seinem Auto halb über den Bürgersteig zu brettern. Vielleicht können Sie damit helfen, das ein oder andere Leben zu retten.

Aber auch hier hilft nicht wirklich die gelegentliche Vermeidung des Unglücks, sondern auch hier ist das ernsthafte Denken gefragt. Weil alles per Angebot und Nachfrage geregelt ist, haben die Menschen sich das Denken abgewöhnt. Die eingesparte Zehntelsekunde ist einfach wichtiger. Dass aber ein zerstörtes Leben nichts mehr mit Zeitersparnis zu tun hat, macht sich kaum einer klar. Diese Bewusstlosigkeit läuft leider auch in allen anderen Bereichen der Gesellschaft ab.

Und hier eine Parallele:

Warum Mami?

Alkohol am Steuer: Tod einer Unschuldigen
Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol. Ich fühlte mich stolz, Mami, genauso, wie du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten. Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass du immer Recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg. Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde aufgrund deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein. Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Straße ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht und so traf mich sein Wagen mit voller Wucht. Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss. Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte komm doch schnell. Wie konnte mir das nur passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon. Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami, es gäbe keine Hilfe mehr für mich. Ich wollte dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, die haben nicht nachgedacht. Er war wahrscheinlich auf der selben Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied. Er hat getrunken, und ich werde sterben. Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf. Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm. Sag meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein. Jemand hätte ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben. Mein Atem wird kürzer, Mami, und ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich. Du warst immer da, wenn ich dich brauchte. Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe vor dem Fahren nicht getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?
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Letzte Aktualisierung am 20.03.2005

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