Zunehmend härter und "moderner", jenseits sozialer Aspekte stehender Umstrukturierungspraktiken externer Unternehmensberater sich bedienend,
verhalten sich Kirche und Diakonie gegenüber ihren Mitarbeitenden auch, wenn es um Kostensenkung geht.
Unter dem Titel "Heuschrecken unter dem Kreuz" hat der Spiegel (Ausg. 25/2007- 18.06.2007) dieses Thema aufgegriffen und sich kritisch mit den Arbeitsbedingungen der beiden großen kirchlichen Sozialkonzerne Caritas und Diakonie auseinandergesetzt.
Anscheinend ist den Kirchenoberen in Vergessenheit geraten, dass die Dienste ihrer Mitarbeiter und Angestellten in Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie diverser sozialer Einrichtungen im Mittelpunkt pflege- und hilfsbedürftiger Menschen stehen.

Arbeitende Menschen, die in der Regel ohnehin eher schwierigen und belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind, durch massive Einschneidungen und Verschärfungen ihrer eigenen Lebensqualitäten seitens eines Arbeitgebers mit vermeintlich sozialem Dogma, durch Druck und ausbeutende Praktiken zu motivieren, Hilfebedürftigen pflegend, heilend und einfühlsam im Sinne sozialer und christlicher Werte helfend bei Seite zu stehen - wie soll das funktionieren?
Diese Angestellten und Mitarbeiter werden, mit deutlich hohem Potential hierfür, auf kurz oder lang wohl eher selbst erkranken und zum Pflegefall.
Vielleicht ein neues kirchen-unternehmerisches Akquisemodell, deren Einrichtungen profitabler zu gestalten?!
Anscheinend sind einige Kirchenobere auch nur dem Bibelstudium zu weit entrückt.
Ich als Nichtgläubiger, aber christliche Werte im mitmenschlichen Umgang dennoch als sinnvoll betrachtend, empfehle ihnen daher nochmals folgende Stelle nachzulesen. Um zu erkennen, welcher Mittel sie sich bedienen ...
Die Offenbarung des Johannes, Kapitel 9
Die fünfte Posaune
Der fünfte Engel blies seine Posaune. Da sah ich einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; ihm wurde der Schlüssel zu dem Schacht gegeben, der in den Abgrund führt. Und er öffnete den Schacht des Abgrunds. Da stieg Rauch aus dem Schacht auf, wie aus einem großen Ofen, und Sonne und Luft wurden verfinstert durch den Rauch aus dem Schacht. Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde und ihnen wurde Kraft gegeben, wie sie Skorpione auf der Erde haben. Es wurde ihnen gesagt, sie sollten dem Gras auf der Erde, den grünen Pflanzen und den Bäumen keinen Schaden zufügen, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht auf der Stirn haben. Es wurde ihnen befohlen, die Menschen nicht zu töten, sondern nur zu quälen, fünf Monate lang. Und der Schmerz, den sie zufügen, ist so stark, wie wenn ein Skorpion einen Menschen sticht. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen, aber nicht finden; sie werden sterben wollen, aber der Tod wird vor ihnen fliehen. Und die Heuschrecken sehen aus wie Rosse, die zur Schlacht gerüstet sind; auf ihren Köpfen tragen sie etwas, das gold schimmernden Kränzen gleicht, und ihre Gesichter sind wie Gesichter von Menschen, ihr Haar ist wie Frauenhaar, ihr Gebiss wie ein Löwengebiss, ihre Brust wie ein eiserner Panzer; und das Rauschen ihrer Flügel ist wie das Dröhnen von Wagen, von vielen Pferden, die sich in die Schlacht stürzen.
Sie haben Schwänze und Stacheln wie Skorpione und in ihren Schwänzen ist die Kraft, mit der sie den Menschen schaden, fünf Monate lang. Sie haben als König über sich den Engel des Abgrunds; er heißt auf hebräisch Abaddon, auf griechisch Apollyon. Das erste «Wehe» ist vorüber. Noch zweimal wird das «Wehe» kommen.
So lange Institutionen, die sich Nächstenliebe auf die Fahnen schreiben, sich solcher Mittel bedienen, steht zu vermuten, dass das «Wehe» bleibt.
01/07/07 - Hartmut Hartmann
Scheiheinligkeit ist ein religiöser Begriff, trifft aber in fast allen Lebensbereichen des Menschen zu! Ob Politik, Wirtschaft (überall), Privat, unter Freunden, Schule, Beruf, im Verkehr halt überall!
Der Glaube ist ein Vorreiter. Dabei ist der Glaube nicht unbedingt der Religiosität zuzuschreiben, der Mensch ist sich in fast allem unsicher!
Christof Bieker, 23.12.2008