Valeri Götz: Überlegungen zur 30-Sunden-Woche
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Rationalisierungen günstiger


Skeptiker mögen nun äußern, dass in einem großen Unternehmen die Lohnkostenbelastung nicht so hoch wie im Kleinbetrieb ist und dass sie damit schon zurecht kommen werden.

Diese Skeptiker möchten sich bitte noch einmal an meine Überlegung 2 erinnern. Rationalisierung ist meist günstiger, als zusätzliches Personal einzustellen. Unternehmen auf der Kostenseite zusätzlich zu belasten ist äußerst töricht. Die Betriebe müssen wettbewerbsfähig bleiben und sollen durchaus fette Gewinne einfahren. Doch diese Gewinne müssen dann entsprechend besteuert werden. Ursächlich hat die Allgemeinheit die fetten Gewinne ermöglicht, also kann die Allgemeinheit auch den entsprechenden Tribut einfordern.

Mit diesen eingeforderten Mitteln muss dann die vollwertige Beschäftigung in den sozialen und kulturellen Bereichen der Gesellschaft finanziert werden. ABM und 1-Euro-Jobs müssen endlich der Vergangenheit angehören. Also, keine 30-Stunden-Woche, sondern die Vollbeschäftigung in allen Bereichen der Gesellschaft sollte Realität werden. Dafür sollten wir kämpfen, statt die plumpen Parolen der Milchmädchenrechner nachzuplappern.

Wenn man gute Politik machen will, sollte man sich zuvor eine solide Sach- und Fachkompetenz aneignen. Daran mangelt es zur Zeit allen politischen Parteien. Dilettanten sind fehl am Platz. Also lautet die Devise: "Lernen, lernen und nochmals lernen." Wer nicht lernen will, sollte sich der Politik lieber fernhalten.

Abschließend möchte ich diesem Positionspapier noch einen Auszug aus meinem Redebeitrag vom 13.06.2005 auf der Hoyerswerda Montagskundgebung beifügen:
"Wenn man die Geschichte betrachtet, so kann man immer wieder feststellen, dass politische Systeme an Instabilität leiden und zusammenbrechen und dass Politiker immer wieder versagen. Selten oder nie war die Politik in der Lage, die Probleme der Zeit im Interesse aller Menschen zu lösen. Zur Zeit ist die rotgrüne Koalition in Deutschland gescheitert. Wir bekommen dieses Scheitern durch einen noch nie dagewesenen Sozialabbau zu spüren. Ich möchte nun die Frage stellen: "Ist heute eine Partei in der Lage, die sozialen Probleme zu meistern?" Ich kann diese Frage nur mit einem strikten "Nein" beantworten, da zum einen die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge sehr komplex und für den Einzelnen schwer durchschaubar sind und zum anderen fast alle Parteien von Lobbyisten unterwandert sind. Somit haben die breiten Volksmassen keinerlei politische Interessenvertreter. Denjenigen, die sich die Interessenvertretung des Volkes auf ihre Fahnen geschrieben haben, mangelt es an der entsprechenden Fachkompetenz. Mit der bisherigen gesellschaftlichen Praxis ist eine solche Fachkompetenz auch nicht zu erlangen. Die Menschheit insgesamt verfügt über einen riesigen Erfahrungs- und Wissensschatz, der breiten Öffentlichkeit und jedem einzelnen nur schwer zugänglich ist. Letztendlich wehren sich die gegenwärtigen Machthaber mit allen möglichen Mitteln, um diesen Erfahrungs- und Wissensschatz den Völkern vorzuenthalten. Dies geschieht, indem man höhere Bildung fast nur Privilegierten ermöglicht und mit Hilfe von Massenmedien wie Presse, Rundfunk und Fernsehen versucht, die Menschen zu verdummen. Es steht zur Zeit nicht unbedingt die Frage nach einer neuen Partei im Raum. Vielmehr gilt es, die Grundlagen für eine neue Politik zu schaffen. Diese Grundlage ist die auf Wissenserwerb basierende Fachkompetenz des Volkes. Diese bekommt das Volk von niemandem geschenkt, diese muss es sich erkämpfen - und das kann es nur mit einer entsprechenden Organisation. Ob sich diese Organisation nun Verein zur Förderung des Volkswohlstandes oder Verein zur Förderung wissenschaftlicher, technischer, ökonomischer, politischer, ökologischer, sozialer und kultureller Kompetenz nennt, ist eine zweitrangige Frage. Wichtig ist, dass sich das Volk eine solche Organisation schafft, die vollkommen parteienunabhängig ist und sich dem Einfluss des gegenwärtig herrschenden Finanzkapitals entzieht.

Alle Dinge und Erscheinungen dieser Welt basieren auf gesetzmäßigen Zusammenhängen. Diese Zusammenhänge gilt es zu erkennen und sich nutzbar zu machen. Das Kapital scheut keine Summe, die es zur Erlangung und Vervollkommnung der eigenen Fachkompetenz investiert, damit es die Völker dieser Welt auf das Äußerste ausbeuten kann. Daher sollten wir nicht zögern, mit den uns eigenen Mitteln unsere Fachkompetenz zu erlangen."
Es wäre schön, wenn sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter fänden, die den von mir eingeleiteten Meinungsfindungsprozess weiter mitgestalten und die mit mir gemeinsam mit der Realisierung der Ideen beginnen.

Valeri Götz, Hoyerswerda, 25.01.2006, E-Mail: vg-asg@web.de
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