Archiv der Online-Polemik

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16. April 2005
Dreher rechtelt Konzern-Europa

Meinrad Dreher, Konzern-Europa-Rechtler an der Uni Mainz, sieht die Durchsetzung der Dienstleistungsreform als Voraussetzung für die Weiterentwicklung "dieses Europa". Er meint, dass sie niemandem schade. Redet aber von Profiten für Dienstleistungsempfänger.

Hat er noch eine Rechnung mit einem Dienstmädchen offen, oder warum ignoriert er schamlos, dass der Profit des einen unweigerlich der Verlust des anderen sein muss? Wie kann er behaupten, dass im Dienstleistungssektor Wachstum von der Dienstleistungsdirektive abhängig ist!

Wenn billige Arbeitskräfte herüberfluten, dann kommt sicherlich Wachstum. Ein Wachstum an Konkurrenz und Sklaverei. - Wie kann einer sein Denken so massiv einschränken, nur um europäisches Rechtlertum vorwärts zu bringen!

Wir sind alle nicht informiert!

Dreher vertritt die Ansicht, dass wir alle nicht Bescheid wissen und deswegen an diffusen Ängsten leiden. Dass aber seine fachliche Expertise alle menschlichen Tragödien als kleinen Nachteil ins Denkmuster einbaut, müssen wir als Nicht-Informierte hinnehmen. Dreher informiert nicht darüber, was er mit den dann arbeitslos werdenden Dienstleistern anfangen will.

Ein Weichei mit hartem Herzen kommt zu uns mit einer Botschaft: Nehmt alles hin und streckt euch nach der Dienstleistungsdirektive. - Ich habe eine sichere Stelle an der Uni Mainz. Mir kann nichts passieren, denn ich muss im Dienstleistungssektor nicht tätig werden. Mein Einkommen hängt davon nicht ab.

Also kann ich wunderbar darüber rechteln.

Gegen Konzerne ist Dreher nicht!

16. April 2005
Franzosen lehnen die asoziale Europaverfassung ab!

Ein Glück! Was für ein Lichtblick für die Menschen in Europa und letzlich für die ganze Welt!!!

Das französische Volk hat gegen die vorgesehene Verfassung von Europa votiert und sich damit klar auf die Seite des sozialen Miteinanders gestellt. Das bedeutet eine deutliche Absage gegen konzerngeführte Staatsmutationen. - Die Franzosen haben gesprochen!

Die Menschen in Europa können aufatmen! Eine einzige Bastion gegen die Willkür der Konzerne ist nicht gefallen. Und das sind die Franzosen selbst! Frankreich sprach auf seinen Münzen also nicht umsonst von Brüderlichkeit. - Was für eine Erholung. Die Menschen sagen zur konzerngesteuerten Weltentwicklung NEIN.

Frankreich gebietet den Konzernen Einhalt. Ohne die Zustimmung des Volkes geht nichts in Europa. Frankreich wahrt seine und unser aller substantielle Interessen.

Dieses NEIN hat Frankreich, la Grande Nation, für uns alle zustande gebracht. Dafür gebührt ihr ein großes Danke!

Vor den großen Unruhen, die wegen Konzernmacht in Europa ausbrechen würden, sollte die Vernunft stehen. Frankreich hat genau diese Vernunft angewandt. Allerdings ohne die Genehmigung der großen Politik.

Hoffen wir, dass die Politik daraus lernt. Demokratie ist kein leeres Wort. Und nicht alles kann man für Geld kaufen.

Für dieses Votum der Franzosen werden noch etliche Generationen dankbar sein!

Wer hat noch an die Existenz einer funktionierenden Demokratie geglaubt?

Vive la France!

30. Mai 2005
Über alle Köpfe hinweg!

Verheugen ist guten Mutes. Weitermachen ist seine Devise. Keine Panik! Keine Panik!

Nachdem die Deutschen von ihrem eigenen Parlament betrogen worden sind, nachdem die Deutschen quasi der europäischen Verfassung zustimmen lassen mussten, lässt sich ein ganz gefasster Verheugen nach dem Nein der Franzosen abfilmen und füllt den Raum mit gelassener Zuversicht.

Er baut darauf, dass über die Köpfe der Menschen hinweg dieses Europa seinen Weg nehmen wird. Die Stimmung, die er rüberbringt, heißt: Das wird schon. Keine Angst.

Es hätte keinen erschreckt, wenn er formuliert hätte:

Das wird schon. Keine Chance!

So wie heute ein klares Nein zur konzernliebenden Großfinanzpolitik niedergeschwafelt wird, wird auch Widerstand auf anderen Ebenen heruntergespielt werden. Wenn die Zeit für entschlosseneren Widerstand reif ist, werden die Politiker fleißig Feindbilder in die Landschaft stellen und die entsprechenden Leute verfolgen.

Woher nehmen diese Politiker die Energie, sich gegen den offensichtlichen Willen der Menschen zu stellen? Steht dahinter eine nicht öffentliche Kraft? Bestehen Abhängigkeiten, die in der Öffentlichkeit nicht erwähnt werden? Warum wird die Verfassung auf rein wirtschaftliche Interessen hin geschneidert und nicht nach menschlichen Maßstäben?

Warum wird diese einmalige Chance nicht genutzt, ein Stück menschlichere Welt umzusetzen?

Weil Konzerne keine Menschen sind.

02. Juni 2005
Europa, die Krise und wer sie wie sieht

Unser lieber Kanzler sieht in der Entscheidung des französischen und holländischen Volkes eine Krise. Er nennt sie Verfassungskrise. Dass aber dieses Europa für viele Menschen nicht nur eine Verfassungskrise ist, sondern eine tagtägliche, ganz lebensnahe Krise, das sieht der Kanzler nicht. Er meint, dass die Verfassungskrise keine europäische Krise werden dürfe.

Wenn aber die Verfassung als höchstes Vereinbarungsgut schon zur Krise gerät, wie bringt es Kanzler Schröder fertig, von dieser absoluten Kritik eine spezielle Verfassungskrise abzuleiten, die den Rest der Konstruktion nicht betreffen solle? Was für eine Vorstellung haben die europäischen Politiker von Politik?!

Ein Totalschaden hat doch wohl zur Folge, dass man den KFZ-Brief wegwerfen kann. Da hilft es nicht, ihn schön einzurahmen und übers Bett zu hängen.

Fischer verlangt gründliches Nachdenken! Aber nur in seine Richtung!

Hätte er diese Vokabel ernst gemeint, dann hätte er offen gelassen, in welche Richtung dieses von ihm verlangte "gründliche Nachdenken" zu gehen hat.

Die Politik hängt wie der Fisch am Angelhaken und zappelt. Und wenn ihr jemand ins Auge sieht, dann starrt sie in die Kamera und pumpt heiße Luft durch die Kiemen. - Ohne Sinn und Verstand.

Das ist nur der Wurmfortsatz der Fehlleistung, die darin liegt, dass selbsternannte Eliten meinen, ein betimmtes Programm mit den Menschen durchpauken zu müssen.

Und wenn dann doch ungewollt demokratisches Entscheiden passiert, dann geraten die Fische völlig in Panik und reißen sich offene Wunden.

Höre, was das Volk zu sagen hat!

13. Juni 2005
Hypovereinsbank zeigt den Menschen den börsianischen Mittelfinger

"Normale Wirtschaft"

Im Sinne des Aktionärs sind Fusion und Rationalisierung das Ziel und der Sinn. Wo Rationalisierung nicht nötig ist, werden schon einmal vorausschauend Arbeitsplätze vernichtet. Inzwischen brauchen die Henkersgehilfen noch nicht einmal mehr zu begründen, warum z.B. 2000 Bankangestellte der Hypovereinsbank an die Luft gesetzt werden.

Ganz selbstvertändlich folgt der Fusion die Entlassung von Mitarbeitern. Ganz selbstverständlich wird die deutsche Wirschaft benutzt für private Bereicherung einiger weniger . Ganz selbstverständlich erklärt sich der Staat von diesen abhängig.

Bis die Europa- und Geldgläubigen merken, dass die Privatbereicherung einiger weniger Wirtschaft, Staat und System auslaugen und anschließend in die Ecke spucken, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.

Was solls!

Die Entwicklung nimmt ihren Weg und wird darin gipfeln, dass Armut und Reichtum immer krassere Gegensätze werden.

Die europäische Gesellschaft spaltet sich in Macht und Ohnmacht. Festgemacht an Börsendaten, Aktionärswillen, Dividenden und Fusionen.

Der Siegeszug der Geldabhängigkeit der Menschen äußert sich in systematischer Zerstörung der menschlichen Umwelt zugunsten eines ökonomischen Diktats.

Keine gesellschaftliche Kraft bringt mehr den Mut auf, der ökonomischen Diktatur Widerstand zu leisten. Die Politik hat sich dem Starken gebeugt. Der Reichtum als Podest der großen menschlichen Anerkennung ist der einzige verbliebene Sinn dieses modernen Globus.

Demokratie verkommt zur missbrauchten Fassade. Sie ist nur noch ein hohles Wort.

Sage mir, was du hast, und ich sage dir, was du bist.

07. Juli 2005
New York - Madrid - London

Wie viele Unschuldige mussten sterben! Unter der erbarmungslosen Wirtschaftsmacht der westlichen Zivilisation. Und sterben jeden Tag!

Aus diesem Blickwinkel sind die Terroranschläge eher ein Treppenwitz und der klägliche Versuch arabischer Fundamentalisten, die Dauerschmach zu tilgen, die die westliche Finanzhoffart dem Rest der Welt antut.

Seit Jahrzehnten benutzen die westlichen Mächte - Amerika immer drei Nasenlängen voraus - die andere Welt, um die eigenen finanziellen Ziele zu verwirklichen. Seit die freie Willkür der Konzerne immer offenbarer geworden ist, gewinnen die damals völlig unverständlichen Motive eines Khomeni Konturen.

Die Konfrontation der Großfinanz mit den Menschen spürt jeder. - Im Terrorismus gipfelt die Verzweiflung der dauerhaft Unterdrückten und der Selbstbestimmung Entkleideten.

Die so genannte Demokratie ist nur noch Vehikel für die Interessenverwirklichung der Großkonzerne und ihrer in die Politik Entsandten.

Wenn die Weltgemeinschaft weiterhin tatenlos zusieht, wie die Haie sich alles Schutzlose einverleiben, werden El Khaida und Konsorten nicht nur umso mehr Zulauf haben, sondern in den nächsten Tagen ihre erste Zellteilung erleben. Wie die Kirche sich spaltete, wird der terroristische Widerstand in mehrere Lager zerfallen und bedeutend vielseitigere Gefahren erzeugen.

Solange geldgesteuerte Religionisten als Präsidenten ganze Bündel Nationen in den Krieg schicken können, werden die Konzerne als Steigbügelhersteller, Steigbügellieferer und Steigbügelhalter weiterhin an Macht gewinnen.

Fremdherrschaft hat es im Römischen Reich gegeben und es gibt sie heute. - Sie ist nicht dazu geeignet, eine intakte Welt zu fabrizieren, auch wenn das heutige Römische Reich lediglich an der Börse residiert.

Sobald die Globalisierung mit ihrem heiligen, alles aufs Beste regelnden Anspruch verschwindet, werden Regionen wieder mehr Bedeutung und Selbstbestimmung haben ... und damit friedlich. Weil zufrieden.

Wenn über die Willkür der Konzerne nicht bald eine klare weltweit sichtbare Kontrolle kommt, wird der Terrorismus seinen Windeln entsteigen und in die Pubertät kommen.
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