Ich glaube, auch diejenigen, die über nicht viel Phantasie verfügen, werden verstehen, was hier beabsichtigt ist. Für die Linken ist die Ökonomie schon immer ein Buch mit sieben Siegeln gewesen. Genau wie die SED-Betonköpfe und die Altstalinisten wollen sie die Wirtschaft gängeln und sie unter ihre Befehlsgewalt stellen, gegen die wirklichen Interessen der Bevölkerung.
Hinter dem demokratischen Gehabe verbirgt sich der geheime Wunsch nach Zwangsverstaatlichung und Zwangskollektivierung - das Politbüro der SED lässt grüßen. Unter ökonomischen Dilettantismus hatte die DDR-Bevölkerung vierzig Jahre zu leiden und viele haben das bis heute nicht vergessen. Aber das interessiert die linken Demagogen in keiner Weise. Sie halten sich für die Klügsten, machen oftmals den dritten vor dem ersten Schritt und wenn sie dabei auf die Nase fallen schieben sie die Schuld anschließend auf andere. Aber statt die Probleme der Zeit tiefgründig zu durchdenken, basteln sie sich schnell eine Losung oder Parole zusammen:
"Wir wollen, dass die Arbeit gerechter auf alle verteilt wird, und wir wollen mehr Selbstbestimmung der Beschäftigten über die Verteilung ihrer Arbeitszeit."
Irgendwie wird hier etwas versprochen, was man anschließend nicht halten kann. Glücklicherweise hat man sich von der Parole "30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich" verabschiedet bzw. sie hier nicht erwähnt. Aber man kann den Versuch, die Maus mit Speck zu fangen, nicht unterlassen. Selbstbestimmung der Beschäftigten über die Verteilung ihrer Arbeitszeit - eine hohle Phrase für geistig Minderbemittelte, weiter ist das nichts, denn die Verteilung der Arbeitszeit orientiert sich an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen. Es wäre besser, diese ökonomischen Quacksalber würden zunächst schweigen und sich zumindest Ratschläge von Experten geben lassen.
Aber statt dieses zu befolgen wird weiter gefaselt:
"Den Kündigungsschutz wollen wir verbessern statt ihn immer weiter abzubauen."
Einen gewissen Kündigungsschutz muss es schon geben, insbesondere um der totalen Willkür einen Riegel vorzuschieben. Aber besonders in Folge von Rationalisierung oder eines längerfristigen Produktionsrückganges muss ein Unternehmen die Möglichkeit haben, Mitarbeiter zu entlassen. In diesem Fall muss der Sozialstaat in Aktion treten. Das setzt natürlich voraus, dass die Gewinne der Unternehmen entsprechend besteuert werden. Aber statt den Unternehmern die Gewinne zu besteuern, will man sie schon vorher gewaltig mit Beitragspflichten schröpfen, so dass möglichst keine Gewinnversteuerung mehr möglich ist. Man will eben schon vorher das schnelle Geld machen:
"Die Arbeitgeber müssen wieder die Hälfte der Beiträge (Sozialbeiträge) zahlen."
In der heutigen Zeit stellt sich die Frage, auf welche Weise man den Sozialstaat finanziert. Finanziert man ihn über Beiträge oder über Steuern? Zur Beantwortung dieser Frage sollte man unbedingt Wirtschaftsexperten hinzuziehen. Ich bin der Ansicht, die Unternehmen im Interesse der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf der Kostenseite zu entlasten und auf der Gewinnseite zu belasten.
Natürlich darf diese Praxis nicht in geringeren Löhnen oder gar Lohnsenkungen ausarten. Ich bin auch der Ansicht, dass Unternehmen, die nicht in der Lage sind, ihren Mitarbeitern den gesetzlichen Mindestlohn (den es unbedingt zu schaffen gilt) zu zahlen, geschlossen werden müssen.
Minijobs und der sogenannte Niedriglohnsektor müssen beseitigt werden.
Arbeitslosigkeit gilt es massiv zu bekämpfen. Dort, wo dies dem Sozialstaat nicht gelingt und Arbeitswillige trotzdem unverschuldet arbeitslos sind, sollte das Arbeitslosengeld nie gekürzt werden unabhängig von den Beitragsjahren. Aber unsere linken Gerechtigkeitsapologeten, die nicht wissen, welch unmenschliche Praxis das sogenannte Arbeitslosengeld II verkörpert, wollen es jüngeren Arbeitnehmern weiterhin nach einem Jahr aufbrummen:
"Wer viele Jahre Beiträge gezahlt hat, dem steht länger als ein Jahr Arbeitslosengeld zu."