Geldgier ist die oberste moralische Instanz der Konzerne.
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Die Moral der Anteilseigner


Nachdem sich immer weiter herumspricht, mit welch niederer Intention und Rücksichtslosigkeit Investoren unter Aufopferung der wirtschaftlichen und sozialen Existenz vieler Menschen die Maximierung ihrer Renditen verfolgen, erschallt der Ruf der Wirtschaftsexperten im Land: "Die Freiheit zur Verarschung des Volkes muss erhalten bleiben, um den Wiederverkaufswert eines Konzerns oder eines Teilkonzernes hoch zu halten!"

Und wieder geht es den Herren nur um das Interesse der Anteilseigner. Wieder geht es nur um die Früchte nichtverrichteter Arbeit. Es geht wieder nur um Renditen, um das Ergebnis aus Investitionen. Es geht haarscharf nur um das, was erzielt werden kann oder könnte mit einem Einsatz, den man definitiv nicht fürs Leben braucht. Man setzt luxuriösen Überschuss ein zu unmenschlichem Welt-Wettgeschäft.

Dafür muss weiterhin die Freiheit bestehen, die Existenz der beteiligten Menschen nach Belieben zerstören zu können. Die Gewinnmaximierung gebietet das.

Dass aber dieses Spiel der Konzerne lediglich eine raffinierte Ausbeutungstechnik ist, will niemand wissen. Gerade Wirtschaftsexperten nicht. Sie sehen hinter den Gewinnen schon lange keine Menschen mehr und deren Rechte erst gar nicht. Sie höhlen verfassungsrechtliche Inhalte aus, kleiden ihre Menschenverachtung in öffentliche Experten-Statements. Sie erheben die Geldinteressen der Konzern-Hintermänner zum Naturgesetz des wirtschaftlichen Überlebens in dieser globalisierten Welt.

Dass es dabei aber weder um ein Naturgesetz geht, noch ums Überleben der Konzerne, verschweigen sie geflissentlich in ihren Experten-Äußerungen.

Die Verkommenheit der künstlich globalisierten Welt macht sich fest am allein-seelig-machenden Geldglauben der Konzerne. Die Geldgier ist die Tugend der heutigen Welt. Die Achse, um die sich die moderne Welt dreht. Das goldene Kalb ist zum Alleinherrscher über die Seelen geworden und niemand wagt es, sich dagegen aufzurichten, weil er seine eigenen Abhängigkeiten wie das Joch des Ochsen im Nacken spürt.

Der Betrug der Globalisierung, das unmenschliche Vorgehen der Konzerne, die Unterjochung des Menschen unter das Geld sind die moderne Mechanisierung der Welt in ein Getriebe aus Gewinnsucht und Unmenschlichkeit. Politiker, studiert und gebildet, können die geschundene, halbtote Menschlichkeit nicht sehen. Sie haben schon früh den Blick für Menschlichkeit und Gerechtigkeit verloren, für ihre Karriere aufgegeben, abgeben müssen.

Sie werden von Konzernen und Parteien in den Kampf entsand, in einen Kampf, den nur derjenige erfolgreich besteht, der von Menschlichkeit nichts weiß. Die Gesellschaft wird von Menschen angeführt, die auf dem Menschlichkeits- und Gerechtigkeitsauge blind sind. Die Jagd nach Reichtum und hohem Ansehen macht aus ihnen geifernde Hyänen, die sich gebildet und zivilisiert geben, aber jederzeit dazu bereit sind, das Halbtote in dieser Gesellschaft ganz zu beseitigen. Dass aber in einer Gesellschaft neben der ökonomischen Funktionalität und Prosperität auch noch der ein oder andere Mensch exitiert, ist ihnen fremd.

Die Trostlosigkeit in unseren Städten ist der Widerschein tiefstmöglich getretener Chancen der Menschen. Wer einen Job hat, verliert ihn schnell wieder. Wer nicht in das Raster der oberen zehntausend Freelancer passt, hat erst gar keine Chance auf einen Job. Schon gar nicht auf einen, der ihm Spaß macht oder ihn finanziell zufriedenstellt.

Die Ausbeutung hat heute ein neues Zeichen an ihrer Stirn. Es ist ihre eigene Perfektionierung unter Zuhilfenahme der Medien und der Politik. Die Konzernwirtschaft hat sich perfekt in alle Gremien und Instanzen der Gesellschaft eingekauft. Bis hinab in die tiefsten Niederungen der primitiven Geistlosigkeit, wo die Dümmsten unter den Menschen durch lautes Auspuffdröhnen etwas zu gelten versuchen, haben die Konzerne ihre Religion erfolgreich verbreitet und fest installiert. Die Religion des Starken, die Religion des Frechen, die Religion der Globalisierung. Die Religion des Nächstenhasses, der Eigenliebe und der Unterdrückung anderer, die Religion der Unmenschlichkeit und des moralischen (Selbst-)Betrugs.

Die Wahrscheinlichkeit, durch Krankheit oder andere Schicksalskonstellationen jede Chance auf Arbeit und ein gutes Überleben zu verlieren, ist genau in dem Maße hochgeschraubt worden, in dem die Möglichkeiten der Konzerne gesteigert wurden, Gewinne zu machen. Diese Entwicklung wird Schritt für Schritt auf die Spitze getrieben. Die latente Notsituation, die den Menschen durch die Konzerne auferlegt wird, treibt die halbwahnsinnige Anpassungswut der Menschen ins Extrem. Wie Schlachtvieh nicht erkennt, dass die Viehtreiber nicht die Gefahr darstellen, sondern die Kabine, in die es getrieben werden soll, versuchen die Menschen die gewinntriefenden Erklärungen der Konzerne als notwendige Maßnahmen zu sehen, um als Ganzes dem Untergang zu entgehen. Sie lassen sich immer noch willig von Ausbeutungsmaßnahme zu Ausbeutungsmaßnahme führen und begreifen nicht, dass sich die Schlinge um den Hals schon fest zugezogen hat.

Die fortgesetzte Bevorzugung anonymer Gewinne-Macher wird das Wiedererstehen von Herrschaftsstrukturen provozieren, deren Ende jahrzehntelang gefeiert wurde. Dann werden als Schuldige am Niedergang der Gesellschaft wieder Gruppen propagiert, die damit nichts zu tun haben, und die Konzerne werden wieder abseits stehen und aus sicherer Entfernung beobachten, wie die ethnischen Gruppen sich gegenseitig hinmorden.

Selbstverständlich nicht ohne modernste Waffen zu liefern und selbstvertändlich nicht ohne großzügiges Sponsoring.
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Letzte Aktualisierung am 02.10.2006

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