Wer die Filme von Michael Moore gesehen hat (Fahrenheit 9/11, Roger and Me, Bowling for Columbine), der sollte erkannt haben, dass der Kapitalismus als gesellschaftliches Werkzeug gut ist, aber nicht als höchste Instanz über dem Menschen angesiedelt sein darf. Der Kapitalismus verdient, geschützt und aufrecht erhalten zu werden.
Er verdient aber auch Kontrolle!
Fahrenheit 9/11 stellt uns alle - insbesondere das amerikanische Volk - vor die Frage, ob das Geld weiterhin die Welt regieren dürfen soll. Diese Frage muss an der Basis - im Volk entschieden werden. Zu allererst im amerikanischen Volk muss ein großes Aufwachen geschehen. - Eine Erweckung.
Die schreiende Willkür eines mittelintelligenten Mannes in der Rolle des US-Präsidenten sollte nun endlich das amerikanische Volk wach machen. Jedoch wissen wir, dass die Menschen hier wie dort vom Fernsehen und vom eigenen Wohlstand eingeschläfert werden. Es scheint gewiss, dass die vom Kapitalismus verursachten Leiden noch größer werden müssen, bevor die Menschen daran gehen, ihr Leben und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.
Herr Bush hat seinen gesamten Klan auf mindestens 100 Jahre blamiert. Er hat die Glaubwürdigkeit amerikanischer Präsidenten ebenso nachhaltig beschädigt. Er hat beispielhaft dargestellt, wohin finanzielle Interessen führen, wenn sie auf politische Macht stoßen und sich mit ihr verbinden. Das Mittelalter lässt grüßen. Kreuzzüge werden wieder möglich. Allerdings lässt sich nicht mehr verbergen, dass es jetzt nur noch ums Geld
geht. Die katholische Kirche des Mittelalters hatte ihre Manöver noch hinter der Religion versteckt.
Zum Jahrtausendwechsel hat die Demokratie die Hosen heruntergelassen und hat ihre Nacktheit der Welt präsentiert. Von der Peinlichkeit und der kaum zu begreifenden Geldgesteuertheit fasziniert, kann kaum einer wegschauen. Von der prallen Freiheitsstatue mit Burger in der Hand ist ein verkrüppeltes Geldscheingerippe geblieben. Die Freiheit besteht in der Möglichkeit, als Millionär wie der Penner unter der Brücke schlafen zu dürfen. Die Unfreiheit vieler, unter der Brücke schlafen zu müssen, wächst proportional zu den Freiheiten der Konzerne und ihrer politischen Diener.
Solange die Amerikaner die Kraft des eigenen Denkens nicht erkennen und nutzen, wird die Welt tiefer in den Schlund des schmatzenden Kapitalismus rutschen. Insofern spielt das amerikanische Volk in der Tat eine führende und bestimmende Rolle in dieser Welt. Sie haben der Welt gegenüber die Verantwortung, das eigene Hirn einzusetzen und den ungebremsten Kapitalismus auszusetzen. Sie tragen tatsächlich die höchste Verantwortung für die Ausbeutung der Dritten Welt und für die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus. Aus dieser Rolle hilft ihnen auch nicht der Baptismus heraus, sondern hält sie eher darin gefangen. Nie gab es eine dichtere Verflechtung von Religion und Geld wie die im Baptismus - außer in der katholischen Kirche des Mittelalters.
Die Figur Bush ist der Wendepunkt, den die menschliche Wahrnehmung gebraucht hat. Endlich muss auch dem letzten

Kapitalgläubigen klar werden, welche Ergebnisse der unkontrollierte Kapitalismus produziert.
Michael Moore rätselt, was Bush wohl gedacht haben mag, als er die Nachricht vom Terroranschlag 9/11 bekam. - Musste sich Bush beherrschen, um seine Freude darüber zu verbergen, dass seine Rechnung aufgegangen war? Hatte nicht sein Finanzkumpel Bin Laden die Drecksarbeit gemacht? Für die Politik der Figur Bush war es jedenfalls die einzig richtige Grundlage!
Ein weiteres Mal steht die Menschheit wie hypnotisiert einem expansionswilligen Kriegspolitiker gegenüber. Der angerichtete Schaden wird merkwürdigerweise so willig hingenommen wie zu Zeiten des Polenfeldzuges unter Hitler. Während Hitler der Rassenwahn antrieb, scheint US-Präsident Bush allein das Geld wichtig zu sein.
Wird sich das amerikanische Volk auf demokratischem Wege dieses Herrn entledigen? Oder wird das amerikanische Volk dem Wahnsinn des Angriffskriegers noch eine weitere Chance geben!
Roxer, 29.03.2008