Braucht irgend jemand einen Christian Klar?
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Merke auf, mein Kind

Mein Sohn, meine Tochter! Neige dein Ohr mir zu und schenke meiner Rede Aufmerksamkeit und folge meinem Rat. Ich sah vieles unter der Sonne und unter dem jahrelangen sauerländischen Regen. Doch nichts war so traurig wie das heute in Deutschland lebende Volk. Viele fahren PKW mit wild röhrendem Auspuff, viele beuten alles aus, was sich ihnen in den Weg stellt, und viele beten zu einem Halbgott der Nazis.

Folge, mein Kind, der Weisheit und verwerfe die Verführung der Kapital-Milliardäre. Meide Produkte von korrupten Konzernen und von Konzernen, die ihre Gewinne durch Arbeitsplatzabbau steigern. Kehre dein Herz zu meiner Weisung und der Wahrheit, die jeder Mensch eine Zeit lang spürt, bis er von dieser Welt der Habsucht vereinnahmt worden ist. Lasse dich nicht verführen von den hoffärtigen Gesten der Geldschneider und Nazidiener. Kehre jenem Oettinger und allen Aktiengläubigen den Rücken und suche dein Leben fernab jeder Geldideologie und Rassenwahnschande.

Höre auf den Rat eines Mannes, der erkennen musste, dass innerhalb dieser Konzern-Gesellschaft nur der geistige Tod der Lohn des Lebens ist. Wende dich ab von der Gier des Häuslebesitzers, wende dich ab von der Allmacht der röhrenden Auspuff-Fetischisten, wende dich ab von der trügerischen Philosophie der Börsengläubigen. Denn falsch und dunkel ist ihr Weg und ihr eigenes Leben und das Leben anderer richten sie zugrunde.

Denn die einfachste Wahrheit, die Wahrheit, die auch du als Kind kanntest und liebtest, diese Wahrheit wird von jenen zertreten, die sich in eine Welt einpassen, in der sie am Ende nur ihrer primitiven Wolllust leben. Sie quälen andere, üben Macht aus, befriedigen auf der Straße des dröhnenden Auspuffs ihre Lust, andere zu beherrschen. Sie üben das für die Zukunft, für die sie sich erhoffen, zu den Unterdrückern zu gehören.

Mein Kind, oh, mein Kind. Lasse dich weder blenden von irdischem Reichtum noch von der todeswütigen Entschlossenheit des Terroristen. Glaube nicht an die Versprechungen der Konzernwirtschaft und arrangiere dich nicht mit der Globalisierung! Trachte vielmehr nach dem, was dein Herz dir sagt, und verwirf die Wichtigkeit von Amtsträgern, die in der Welt nach Ruhm jagen.

Kehre dich ab vom Fernsehen und lerne deine Glieder und dein Hirn zu benutzen für etwas, das du schon kanntest und doch nicht mehr kennst. Forsche nach dem, was in dieser perfekt monetär durchorganisierten Welt stets mit Füßen getreten und mit absoluter Zuverlässigkeit den Menschen vorenthalten wird. Forsche nach dem, was menschlich ist und bleibe dabei du selbst. Überhebe dich nicht und bleib cool!

Mein Sohn, meine Tochter. Niemand und nichts will, dass du dir deine Möglichkeiten im Leben ideologisch oder aus ethischen Gründen verbaust. Niemand will, dass du in eine Sekte eintrittst. Niemand will, dass du merkwürdig verwickelte Lehren annimmst, um dich von dieser kaputten Welt zu unterscheiden. Nimm dein Leben in die Hand. - Tue dies mit Verantwortung!

Denn breit ist der Weg solcher, die Nazis nachfolgen und dicke Autos fahren, die schon am hellichten Tag den Zorn anderer Menschen vermehren, indem sie über viele hundert Meter hinweg um sich herum durchdringendes Auspuffdröhnen verbreiten und so tun, als sei dies nur sportlich gemeint. Wie sehr wird die Verführung dieser Geld- und Machtbesessenen dein Leben zum Schlechten verändern, wenn du schon solchen Dummheiten auf den Leim gehst?

Die Menschen geben mit ihrer auf Reichtum fixierten Lebensart ein schlechtes Beispiel. Ein gutes Beispiel aber für meine Rede. Sie sind der natürliche Gegenpol des freien Denkens und Fühlens. Dieses gilt aber besonders für die Oberen unter ihnen.

Denn primitiv ist der Geist, der sich einredet, er habe das unumstößliche Recht, das Leben anderer unnötig einzuschränken. Er erhebt vor seinem Herzen den Konkurrenzkampf zum heiligen Gesetz, dem er zu folgen hat. So bildet er sich ein, dass es seine Pflicht sei, auf dem Gebiet der Konkurrenz und des Wettbewerbs so viel Erfolg wie möglich haben zu müssen. Die unnötigen Opfer, die er von seiner menschlichen und dinglichen Umwelt abverlangt, rechtfertigt er mit dieser heiligen Pflicht, stärker, erfolgreicher und besser zu sein als andere.

So wie einst ein Herr Filbinger meinte, seine Pflicht tun zu müssen und später von Herrn Öttinger reingewaschen wurde, so meinen die traurigen Anhänger des konzerneigenen Konkurrenz-Fundamentalismus, dass ihre täglich zelebrierte Unmenschlichkeit und Rücksichtslosigkeit, ihr tägliches asoziales Verhalten schon aus der Ideologie des natürlichen Konkurrenzkampfes gerechtfertigt seien.

Dabei machen sie den selben Fehler wie Adolf Hitler, der eine rassistische Einstellung zum Naturgesetz erhob. Sie sehen sich selbst als "natürliche" Teilnehmer des "natürlichen" Konkurrenzkampfes und wollen nicht sehen, dass sie nur ihren übesteigerten Egoismus bedienen und sich auf Kosten ihrer Umwelt wie die letzten Unmenschen benehmen.

Deshalb wende dich ab von solchen Massenwahn-Phantasien. Traue dir zu, deinen eigenen Weg in dieser Welt zu finden, ohne dich vom primitiven Zeitgeist abhängig zu machen. Bleibe menschlich und rücksichtsvoll, auch wenn du dafür ausgelacht und verlästert wirst. Verschließe nicht dein Herz vor der Erkenntnis und folge auch Gedanken, die bei den anderen möglicherweise "out" sind. Prüfe alles und bleibe Mensch.

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Kommentare:
du bist krank

anonym, 08.06.2007
Mir war einfach danach. Wenn du die Jugendlichen auf der Straße siehst, merkst du, dass sie sehr wenig wissen. Das geistige Vakuum in Deutschland schreit nach Orientierung. Da hab ich einfach mal in die Tasten gehauen. Ist nur ein Ausdruck meines Eindrucks. :-) Besser mal ein anderer Denkweg als immer nur die Rennerei nach dem Euro.

Rüdiger Hentschel, 08.06.2007
Du schreibst, Deine Söhne und Töchter sollen sich an etwas anderem orientieren. Aber an was?

An "irdischer Armut", wenn sie sich vom "irdischen Reichtum" abwenden sollen?

Reichtum ist doch mehr als Geld und materieller Wohlstand!

Sollen sie (wenn Konkurrenz wirklich falsch sein sollte) versuchen, bei einer beliebigen Aktivität schlechter zu sein als die anderen?

Sollten sie etwa einem Menschen glauben, der Prosperität mit Einfältigkeit gleichsetzt und das ernst zu meinen scheint?

Willst Du dieses "geistige Vakuum" etwa durch Neid ersezt wissen?

Das ist alles zu paradox und der Text muss deswegen als 100%ige Ironie gemeint gewesen sein.

Gut gemacht :-)

Die Gedanken sind frei, 29.10.2007
Jemanden als sein Kind anzusprechen, ist Ausdruck mitfühlender Liebe. Meine Empfehlungen sind nicht ironisch sondern ernst gemeint, denn der Unwert der Jagd nach Gewinn zerstört Leben. Das eigene letztlich genau so wie das Leben anderer. Wenn du das Ding aus der Sicht eines Geldgläubigen siehst, werde ich deine Fragen nicht zur Zufriedenheit beantworten können.

Rüdiger Hentschel, 17.01.2008
Das ist ein sehr schöner Text - absolut konsquent.

Mir ist diese Sicht auf die Dinge vertraut, merke aber auch, dass es nicht so viele Gleichgesinnte gibt. Ich finde es wichtig, auch gnädig mit den Schwächen zu sein. Ich mag meine Zentralheizung und das fließende Wasser (nur zu welchem Preis?). So ist das mit den Hochkulturen, sie werden schwach, weil sie den Kontakt zu den elementaren Wahrheiten verloren haben und dann ist es vorbei. Unsere Kinder haben wirklich etwas vor sich - es ist ein Dschungel mit eigenen menschen-verachtenden Gesetzen. Hoffentlich sind sie in der Lage, Nischen zu finden und diese mit zu vergrößern.

ich lebe noch, 11.04.2008
Dieser Artikel macht dich mir sympatisch - scheint ein denkender Mensch am Werk zu sein. Dazu passt aber nicht der Hass, den du gegen C. Klar propagierst - Hass bindet ... wenn du weisst, was ich meine. Knopf ist übrigens mittlerweile angenäht - kann aber drehen wie ich will, bekomme immer nur Mittelwelle ...

Wilder Wusel, 24.06.2008
Das ist kein Hass gegen Christian Klar, sondern eine klar begründete Entscheidung, dass bestimmte Verhaltensweisen ganz klar die endgültige Disqualifikation solcher Individuen nach sich zu ziehen hat. Das ist klar. Dir scheint so etwas eher nicht klar zu sein. Aber so endgültig wie ein Mord, so endgültig hat ein Chrsitian Klar sich jeder Beteiligung an Politik zu enthalten. Das ist klar.

Rüdiger Hentschel, 24.06.2008
Der Text ist wirklich kritisch und konsequent geschrieben. Ich selbst merke mit meinen 17 Jahren immer mehr was in dieser Welt passiert und sehe langsam die zusammenhänge. Es ist wirklich erschreckend. Als Bruder von einem Kriegsflüchtling aus dem Vietnam und einem Geographie Studenten der schon viel in der Welt rumgekommen ist hat man natürlich schon von klein an eine andere Sicht auf die Welt. Langsam zweifle ich daran ob man das System ändern kann ohne in Zustände von Nordkorea abzurutschen ... Später möchte ich auch Geographie Studieren und mich vllt. in der Politik einmischen. Vllt. kann ich auf dem Weg was bewegen, wer weiß. Aufjedenfall geht es so auf Dauer nicht weiter, der Kapitalismus zerstört sich selbst und reißt die Erde und alle Lebewesen mit in den Tod.

Ich habe mein Weg noch vor mir ..., 28.02.2010
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