Liberalismus ist inzwischen wie Armdrücken zwischen Richter und Angeklagtem.
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Was ist Liberalismus!


Der Liberalismus hat in den letzten Jahren seinen guten Ruf verloren. Der geschichtliche Liberalismus, der dem Bürgertum des 19. Jahrhunderts gegen feudalistische Herrschaftsstrukturen half, wird heute zum Vehikel gemacht, neufeudalistische Herrschaftsstrukturen gegen den Menschenverstand aufzurichten.

Verfechter des Liberalismus verwenden in ihren Erklärungen gern Sätze, deren Inhalte nicht auf Anhieb durchschaubar sind. - Hier soll ein solcher Satz einmal unter die Lupe genommen werden.

["Allen Liberalismen ist gemein, dass diese die Freiheit des Einzelnen gegenüber der Wahrung von Gemeininteressen postulieren, dass sie moralische Gleichheit fordern, universell gültige Werte annehmen und an Fortschritt durch Reform glauben."]

(gefunden auf ...) Achtung! Verlinkte Seite wurde geändert.

Allerdings gibt es auch noch andere Internetseiten, die mit diesem Behauptungskonglomerat hausieren gehen. - Eins von vielen Beispielen:

http://infos.aus-germanien.de/Liberalismus Wer hat hier von wem geklaut?

Dieser Satz, der sich auf alle Liberalismen bezieht, beansprucht die höchstmögliche Gültigkeit im Bezug auf den Liberalismus schlechthin. Nämlich auf jede überhaupt mögliche Erscheinungsform des Liberalismus. Dieser Satz filtert aus allen inzwischen sehr diffus gewordenen Definitionsversuchen das Wesentliche und stellt eine Reihe von Behauptungen auf, die allesamt für den Liberalismus gelten sollen. - Für diesen Satz, der dem Liberalismus sicher nur Gutes will, sei dem Autoren auf Knien gedankt, denn mit diesem Satz entblößt er sich selbst und den Liberalismus dazu!

Was ist die Freiheit des Einzelnen gegenüber der Wahrung von Gemeininteressen? - Bedeutet dieser Begriff - die Freiheit des Einzelnen - die Höchstgeschwindigkeit jederzeit überschreiten zu dürfen, ohne dafür zur Kasse gebeten zu werden? - Oder ist es die Freiheit, die alle geltenden Rechtsnormen für unwirksam erklärt? Was ist Gemeininteresse!

Das Widerstreben gegen Gemeininteressen ist an sich schon das pure Durchsetzen-Wollen selbst ausgedachter Rechte. Diese selbst ausgedachten Rechte erheben sich im Hirn des Liberalen zu einer eigenen Norm, die den Gemeininteressen nicht nur ebenbürtig ist, sondern sie sogar übertrifft! Der Liberale versucht die Einbindung in Gemeininteressen durch liberale Ideologie zu überwinden. Dies scheint die einzig mögliche Auslegung der ersten Behauptung unseres fröhlichen Satzes zum Liberalismus zu sein.

"Freiheit des Einzelnen gegenüber Gemeininteressen"

Ebenso könnte ein Mörderismus die Freiheit des Mörders gegenüber anderen Interessen wahren wollen.

Dieser mörderische Liberalismus fordert im selben Satz, im selben Atemzug, dass moralische Gleichheit gelten solle! - Ist das geplant? Soll vom ersten nicht verstandenen Schock abgelenkt werden auf eine Schiene, die allen weiterhilft? Auf die Moral? Wie kann solch ein Widerspruch mit Sinn gefüllt werden? Ist es nicht das Versprechen des Mörders, für ein anständiges Begräbnis zu sorgen? - Oder soll auf eine Instanz verwiesen werden, die erst nach dem Tode eintritt? "Ich mache, was ich will! Gott wird mich schon dafür richten. Das braucht ihr nicht zu tun." Ist das der Ausweg des Liberalen aus den Fesseln der Gemeininteressen?

Wer seine eigenen Rechte (die er sich wohl selbst zusammengereimt haben muss) an die erste Stelle stellt und dann von einer für alle gleich zu geltenden Moral spricht, der kann sich ja nur auf etwas Überirdisches beziehen. Denn auf dieser Erde hängen Gemeininteresse und Moral sehr eng zusammen. Diese Trennung von Gemeininteresse und Moral scheint ein lustiger Trick der Alles-für-sich-haben-Wollenden zu sein. - Wie soll man es anders verstehen?!

Die nächste Forderung, die im Liberalismus verankert ist, ist die geforderte Annahme universell geltender Werte. Was ist das?!

Universell gültige Werte sind die Masse der nicht teilbaren, nicht begründbaren, nicht nachzuvollziehenden Gedanken fundamentalistisch geprägter Figuren. Das können Gurus sein, ein Hitler gehörte auch dazu, ein Schröder hat wohl etwas weniger davon. Universell gültige Werte finden wir aber auch in der Katholischen Kirche, in der Bibel, im Koran und sicherlich auch in den Auslassungen eines Bauern zu marktwirtschaftlichen Notwendigkeiten. Womit dieser Bauer gar nicht so selten richtig liegt! Zu erwähnen ist sicher noch die Bildzeitung. Die verkauft täglich universell gültige Werte.

Der Liberalismus fordert nun die Annahme universell gültiger Werte. - Dies ist die nächste Stufe der Taktik, die ein Reicher unternimmt, um das ihm durchaus bekannte Unrecht seines Reichtums zu bemänteln. Er versucht sein "Schicksal" als eine Art Naturrecht darzustellen und impliziert damit die Unmöglichkeit, dieses Recht nach Menschengedanken umzuformen. Das ganze Gedankenkonstrukt beginnt hier, sich selbst zu stützen. Ein schönes Beispiel für den sich selbst begründenden Zirkelschluss. - Der Schimmel ist weiß, weil er ein Schimmel ist.

Bleibt der Glaube an den Fortschritt durch Reform.

Reform kann und muss in den Augen des Liberalen immer nur die liberale Reform sein. Oh lasset uns glauben an die Heil bringende Mutter der Gesellschaft, lasset uns ehren die liberale Reform. Wir werden alle in den liberalen Himmel kommen!

Lustig, wie Geschäftemacher in diesen Zeiten mit dem Glauben Geld verdienen. Da gibt es Postwurfsendungen, die den Rosenkranz anpreisen: "Ja! Ich möchte den Rosenkranz beten. Deswegen bestelle ich ............. Etui/s, das jeweils einen Rosenkranz und ein Betrachtungsbüchlein mit Bildern der Geheimnisse enthält, zum Preis von EUR 7,50 pro Stück (plus EUR 2.- für Versandkosten pro Bestellung)."

"Die ersten Tausend Bestellungen werden ein versilbertes Exemplar (17mm) der Wundertätigen Medaille kostenlos erhalten."

Die große Überschrift dieser Werbung (sinngemäß): Geht es Ihnen auch immer schlechter?
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Letzte Aktualisierung am 20.03.2005

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