Der Konzern - das lautlose Kartell gegen die Menschen
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Der Konzern - das lautlose Kartell


396,6 Millionen Euro Strafe für den Konzern Siemens

Siemens hat über anderthalb Jahrzehnte ein Kartell mehrerer Konzerne angeführt und erfolgreich die Öffentlichkeit betrogen. Die Strafe ist jedoch aus der Sicht des Siemens-Konzerns unangemessen und völlig überzogen. Selbstverständlich wird gegen diese Strafe geklagt. Nach weiteren anderthalb Jahrzehnten Rechtsstreit wird garantiert nur noch ein Bruchteil dieser Strafe zu zahlen sein. - Man kennt das.

Die mafia-ähnlichen Vorgehensweisen derer, die sich an Kartellen beteiligen, sind heute schon kaum noch zu ahnden. Wenn für einen kurzen Moment tatsächlich das Spiel der Konzerne einmal in seiner ganzen Tragweite erkennbar wird, verknüpft sich damit die bekannte Selbstverständlichkeit, dass diesen Finanz-Interessen-Gemeinschaften rechtlich nicht wirklich beizukommen ist.

Doch der Konzern als inneres Kartell wird von noch wenigeren gesehen. Der Machterhalt der Konzerne, der nach innen und direkt gegen die Menschen wirkt, äußert sich zum Beispiel in der zu unterschreibenden Auflage, dass sich die Beschäftigten eines Konzerns nicht untereinander über ihr Einkommen unterhalten dürfen. - Da wird Menschen verboten, sich über ihre ureigensten Interessen und Belange zu verständigen! Da wird nicht nur die Meinungsäußerung unfrei, sondern schon der wertfreie Informationsaustausch!

Wie Konzerne das Kartell gegenüber den äußeren Märkten liebt, so liebt er das innere Kartell, mit dem er sich das Informationsmonopol verschafft und dadurch die Menschen in lauter kleine wehrlose Einzelwesen aufspaltet. Der Machterhalt des Konzerns gegenüber seinen eigenen Beschäftigten besteht in der direkten Steuerung des persönlichen Verhaltens der Menschen. Und wie damals wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass die Deutschen besonders führerhörig waren, so hat es heute immer noch den Anschein, als hätten gerade in Deutschland die Konzerne die Deutschen besonders fest im Griff.

In Deutschland ist es ein Tabu, die Höhe seines Einkommens anderen mitzuteilen. In Deutschland ist es ehrenrührig, naiv, die Höhe seines Einkommens anderen zu offenbaren. In Deutschland kommt man sich nackt und blamabel entblößt vor, wenn man andere wissen lässt, wieviel man verdient.

Soweit ist Deutschland kulturell und menschlich abgesunken, dass die Herrschsucht der Konzerne das Verhalten der Menschen bis in ihre tiefsten seelischen Schichten prägt. Und die Konzerne arbeiten konsequent daran, diesen Status der geistigen und ethischen Entmündigung der Menschen zu sichern und voranzutreiben. Die Entwicklung in diesen Dingen orientiert sich ausschließlich am Euro. Und die beteiligten Menschen orientieren sich darin auch ausschließlich am Euro. An dem Euro, den sie in einem Konzern verdienen können. Diese Haltung hat jeder Mensch, egal welcher Religion er angehört.

In Davos fordert die deutsche Kanzlerin den weiteren Abbau von Handelshemmnissen. Handelshemmnisse sind Gewinnhemmnisse. Kartelle sind das Gegenteil davon.

Mit jeder Machtvermehrung der konzernierten Wirtschaft wird die Menschheit unter das Nichts des Geldes geknechtet. Die Seele der Macht sind Kartelle nach innen und außen. Jede Beseitigung von Handelshemmnissen stärkt und deckt die Interessen der Konzerne und ihrer Gewinnbeteiligten. Die Macht- und Gewinnmonopolisierung in Konzernen und ihren Kartellen zerstört die Gesellschaft. Der Mensch wird zur hohlen Nuss, die schnell geknackt ist.

Die gewinnmaximierte Gesellschaft der Globalisierung, die handelsenthemmte, hemmungslos handelnde Menschheit verkehrt sich zur unmenschlichen Versammlung von Geld und Macht in einigen wenigen Händen. Es ist die Zusammenkunft der Zeugen des Mammon. Die unbedingte Dienerschaft des Geldes und seiner unmenschlichen Auswirkungen.

Die Einteilung der Werte hat sich schon lange nach der globalen Geldwertigkeit gerichtet. Die deutsche Kanzlerin stellt die weitere Beseitigung von Handelshemmnissen über die Belange der Menschen. Die deutsche Kanzlerin ist an der Machtmaximierung der Konzerne orientiert.

Möglicherweise glaubt sie daran, damit langfristig die Welt zu verbessern. Dann ist sie in Davos ganz richtig.
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Letzte Aktualisierung am 24.01.2007

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