Der Faschismus des freien Marktes
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Der Faschismus des freien Marktes

Am 04.05.2007 lief im Sender Phoenix eine Sendung, die viele Thesen der Online-Polemik bestätigte. Die Konzentration aller Aufmerksamkeit auf die Großindustrie, die Politik des großen Geldes, das Überlassen aller Interessen in Händen von Groß-Lobbyisten, die Machtaufteilung unter den globalen Spielern, alles das ist Europa. Europa ist die Nachahmung der US-amerikanischen Dauer-Ungerechtigkeit.

Sogar die Anschläge vom 11.09.2001 werden heute in Amerika zum Geldverdienen per Zuschauerkribbeln missbraucht. In Kinothrillern wird die Tragödie als großes Beispiel für den amerikanischen Patriotismus vermarktet.

Während in Europa die Menschen langsam begreifen, dass der Neoliberalismus nur eine primitive Folge darwinistischer Ideologie ist, während in Europa sich die unsinnigen Folgen der großindustriell fokussierten Gobalisierung endlich bis hinauf in die Führungsetagen der mittelständischen Firmen herumsprechen, während dem gemeinen Volk der große Aufschwung vorgespielt wird, flimmern Verfilmungen über die Bildschirme, die den großen amerikanischen Patriotismus verherrlichen, mit dem amerikanische Bürger den Luftpiraten begegneten.

All diese Menschen, die ihr Leben verloren für die Großfinanz der Welt, US-Amerika, sind in diesen Kinofilmen so integer und verständnisvoll. Allesamt gute Bürger, gute amerikanische Bürger, allesamt gute amerikanische Patrioten.

Doch warum sie wirklich sterben mussten, reflektierten sie nicht. Und die Filme über sie reflektieren das auch nicht. Einzig die kategorische Richtigkeit des amerikanischen Konzern-Gewalt-Systems findet Verherrlichung in diesen Filmen. Die amerikanische Natur des Unbewussten, das naive geldgläubige Gewinnsystem, das Arme noch ärmer und Reiche noch reicher macht, ist der Hintergrund, für den diese Menschen starben. Aber das wird nicht in diesen Filmen dargestellt.

In jeder Sekunde sterben weltweit Menschen an der Macht der Konzerne. Im Interesse der Konzerne findet auf der Welt kein Ausgleich statt zwischen den guten Bürgern und den Todgeweihten. Und mit den Filmen über die konzernabhängigen Auswirkungen, mit den Filmen über die terroristische Reaktion werden die Menschen noch einmal nachhaltig manipuliert, sich auf die Seite der Konzerne zu stellen. Die amerikanische Seele wird verherrlicht und gerühmt.

Doch sie ist nur Schande. Sie vertritt die Macht des Geldes und die Macht des Starken, der dazu berechtigt ist, das Schwache für sich und seinen Gewinn auszunutzen.

Obwohl die übergroße Mehrheit der Amerikaner davon überzeugt ist, dass nicht die Evolution, sondern Gott die Welt gemacht hat, leben sie doch ein Leben, das den darwinistischen Gedanken und Thesen in markttechnischer Weise unterworfen ist. Sie geben sich gläubig in die Hände der Konzernmacht und akzeptieren willig den Markt als Gott und Führer.

Dementsprechend hoch fallen die Vergütungen aus, wenn in Prozessen die Industrie zu millionenschweren Entschädigungszahlungen verdonnert wird. Dies ist der Abklatsch des allgemeingültigen Gewinnstrebens in rechtlich-moralischer Machart. Die Entschädigten halten den übergroßen Gewinn für Gerechtigkeit und ignorieren, dass sie nur Ausnahmefälle sind, die allein der Beschwichtigung dienen.

Auf den Gedanken, dass unterhalb der Übermächtigen sich Menschenrechte befinden, die das Gewinnsystem US-amerikanischer Natur mit Füßen tritt, kommen sie nicht. Denn die Millionen, die durch ihr System verhungern, nehmen sie nicht wahr. Die fallen nicht ins Gewicht. Die fallen nicht auf. Aber die Tausend, die durch terroristische Gegenschläge umkommen, sind Stoff für theatralische Filme.

US-Amerika ist eine ungute Mischung. Es ist das teuflische George-W-Bush-Syndrom in Verbindung mit einer grenzenlosen Naivität des reichen Bürgers. Es ist die Durchsetzung primitivster Gewinnsüchte gepaart mit einer durch und durch desinformierten Geisteshaltung der Halbmächtigen und Wohlsituierten. Gegen den Rest der Welt.

Die Übernahme dieser Unmenschlichkeit wird in Europa massiv vorangetrieben. Großindustrie und Politik ziehen an einem Strang und freuen sich auf das Konzern-Europa, das gegen jeden Widerstand ersteht. Alle Macht dem Geld. Gelobt sei die Macht des Geldes! Lasset uns herzutreten zum Altar des Mammons und uns bereichern auf Kosten anderer Menschen, die sich nicht wehren können. Der Wille der Konzerne geschehe - wie in US-Amerika also auch in Europa. Unsere tägliche Bestechung gib uns heute. Und erlöse uns vom Sozialstaat und führe uns nicht in menschliches Denken. Denn dein ist der Profit und die Macht und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Darwin ist der gemeinsame Vorfahre

Auf die Evolutionslehre des Charles Darwin sind ganz praktisch schon Hitler und Stalin hereingefallen. Mit ihnen haben sich Millionen Menschen auf das freie Spiel der Konkurrenz eingelassen und die fürchterlichsten Kriegshandlungen und Menschenausbeutungen der Weltgeschichte angerichtet. In den Wirtschaftswissenschaften hält sich die Evolutionstheorie am längsten und wird hier nach wie vor mit allen Mitteln des Glaubens und ideologischer Manipulation als Kerngedanke hochgehalten.

Der freie Markt als Folge und Erfüllungsgehilfe der wissenschaftlich nicht haltbaren Evolutionstheorie nutzt daraus die Berechtigung der starken Marktbeherrscher, alle Regeln der Unmenschlichkeit im Geschäftsleben anzuwenden, ohne eine negative Wirkung aufs Geschäft und die eigene Seele befürchten zu müssen. Sämtliche Medien, die sich mit der Entwicklung der Menschheit beschäftigen, suggerieren zwischen den Zeilen, dass der Zufall der Macher des Universums und der Welt ist, wie wir sie sehen können. Dies geschieht nur zu dem Zweck, dem Menschen ein Umdenken in eine demokratisch kontrollierte Marktform zu verwehren.

Die alltäglich künstlich produzierte angebliche Naturgegebenheit der freien, unkontrollierten Konkurrenz als innere Achse wirtschaftlichen Handelns ist die weltweite Ideologie der nicht bewiesenen und sowie so nicht auf soziale Bezüge in der menschlichen Gesellschaft übertragbaren Evolutionstheorie von Darwin. Mit der Verherrlichung dieser Ideologie legitimiert sich die Konzernwirtschaft selbst und richtet ähnliche Schäden an wie Hitler und Stalin. Nur dass der Gesamtprozess an vielen Enden der Erde gleichzeitig stattfindet und schleichend verläuft. Dadurch lassen sich die verheerenden Auswirkungen besser verstecken und als naturgegebene Phänomene darstellen.

Mit der Verinnerlichung der Evolutionstheorie Darwins als Grundlage des Marktes, als Kern der Wirtschaftswissenschaften macht die Menschheit einen Schritt zurück in dunkelste Steinzeitmechanismen. Und selbst den Gedanken, dass die Menschen sich auch in der Steinzeit nur durch sozialen Zusammenhalt durchsetzen konnten, verdrängen sie. Diese Rückkehr zu einem in jeder Weise nie dagewesenen Hochachten primitivster Mechanismen dient allein dem Zweck, den Marktmächtigen noch mehr Macht zu sichern.

Während Mendel bewiesen hat, dass Erbinformationen immer in vorgegebener Weise vorliegen und nur gemischt werden können, während jeder ehrliche Wissenschaftler weiß, dass die Entstehung neuer Arten ein reiner Wunschtraum der Evolutionisten ist, der bis heute nicht bewiesen werden konnte, berieseln die Medien weltweit die Menschen mit dem Bewusstsein, dass alles aus Zufall entstanden sei. Ohne jede wissenschaftliche Grundlage und nur aus ideologischem Trachten wird der Glaube an die Evolutionstheorie gefördert, damit die Legitimation der unkontrollierten Märkte als Naturereignis angesehen wird.

Ohne diese geistige Abhängigkeit der Menschen von der Ideologie des freien Marktes hätte es die Konzernwirtschaft mit ihrer unendlichen Willkür ungleich schwerer, die Volkswirtschaften auszubeuten. So stellt die wahre Weltherrschaft, die Herrschaft der Konzerne, die Menschheit in das primitivste Bewusstsein aller Zeiten und bezweckt damit erfolgreich die eigene Freiheit, gegen alle Regeln des Anstands und der Menschlichkeit ungestraft verstoßen zu dürfen. Sämtliche Politiker sind Gläubige dieser Ideologie und unterstützen nach Kräften das Denken, das dem Todgeweihten noch einen Tritt verpasst.

Während weltweit die Aufklärung alle Religion als mittelalterliche Entgleisung des Geistes sieht, vertrauen die modernen Wissenschaften in vollem Glauben einer Theorie, die nichts als religiöse Inhalte bietet. Nicht ein Fragment dieser Theorie ist bewiesen, sondern viele Fakten sprechen eindeutig gegen sie.

Der freie Markt
Europa

Das Europa der Konzerne, dieses Europa des freien Marktes, ist nichts anderes als die Umsetzung einer Ideologie, mit der Hitler und Stalin schon Schlimmes verursacht haben. Die Macher Europas sehen in der bedingungslosen Anpassung an das losgelassene Ungeheuer der Marktmacht die einzige Chance, US-Amerika und dem Rest der Welt als erfolgreicher Mitspieler zu begegnen. Ein handfester Grund für diese Anpassung kann nicht angegeben werden.

Lediglich die Erhebung der Globalisierung zum unausweichlichen naturgesetzlichen Schicksalsprozess kann als Grund für dieses Konzerneuropa fungieren. Faschisten und Rassisten erhoben und erheben evolutionstheoretische Ideologien zum Naturgesetz. Darunter ist Hitler der berühmteste und berüchtigste globale Verlierer, obwohl er wahrscheinlich Stalin nur in Sachen Weltherrschaftsphantasien übertraf. Heute glauben alle ehrbaren Wissenschaftler sämtlicher Herkunft und alle Politiker daran, dass der freie Markt als Folge der darwinistisch ausgelegten Natur unabwendbar ist.

Der unbeirrbare Glaube an den freien Markt ist Faschismus

So übergeben sie in vorauseilendem Gehorsam alle Lebensgrundlagen der Menschen in die Hände der Konzerne und scheren sich einen Dreck um die Folgen ihres Handelns. Denn ihr Glaube an die Lehre vom naturgegebenen freien Markt ist fundamentalistisch und damit nichts anderes als reiner Faschismus. So schwer wie ein Hitler von der Unsinnigkeit seines Handelns mit Argumenten zu überzeugen gewesen wäre, so ungebrochen ist die politische Elite auf dem Weg, in gläubigem Gehorsam gegenüber einem offensichtlichen Götzen die Menschen zu verkaufen.

Nach Stalin und Hitler bewirkt der darwinistische Zeitgeist eine neue Art des Untergangs der Menschlichkeit. Jede logische Einsichtsfähigkeit der Menschen wird dem ideologischen Glauben an den freien Markt untergeordnet. Politik ist der lange Arm des menschlichen Irrtums. Der menschliche Irrtum wird von Konzernen gesteuert.
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Kommentare:
m.m. nach ist markt wichtig. aber was ich sehe ist dieses, dass preise stetig steigen und man irgendwann vor der frage steht: lohnt sich arbeit noch?
das geht dem arbeitnehmer genauso wie dem unternehmer. alle müssen mehr leisten als vor 20 - 30 jahren. gönnen sich weniger urlaub, keine krankheiten, arbeiten mehr. es bleibt aber nicht mehr übrig.
steuern, benzin, autokosten, strom, lebensmittel alles wird teurer (z.b. benzin preis ende der 50ger jahre 50 pfennig/l , eine steigerung zu heute um ca. 550% einstecken können sich das die schlüsselindustrien und die monopole. denn wo sollte das geld sonst bleiben?

daedalus5, 24.09.2007
Unsere Welt befindet sich in einem Teufelskreis. Die wirtschaftlichen Strukturen sind viel zu komplex geworden (bewusst wohlbemerkt), so dass Menschen den Durchbilick schon lange verloren zu haben scheinen, was sie zum Spielball der Konzerne macht. Diese selbsternannten neuen Kosmokraten schalten und walten nach Belieben und die politischen Marionetten klatschen dazu Beifall. Der moderne Feudalismus lauert überall und es wird noch schlimmer werden mit der Zeit, denn es gibt zu wenig Gegenwehr in unserem selbstverschuldeten kapitalistischen System. Die Menschen hätten schon viel früher gegensteuern müssen.

thess werner, 04.10.2007
Sehr interessante Lektüre zu diesem Thema ist folgendes Buch: "Propaganda" von Edward Barnay, einem Neffen Sigmund Freuds und Vater der "Puplic Relations".

Roxer, 18.02.2008
Ja, dieser Artikel sagt mir zu. Die Konzerne haben die Macht - die Privarisieriung fördert diese Macht weiter, die Menschen bleiben auf der Strecke. Gerade deshalb verstehe ich nicht den negativen Artikel gegen die Fusionspartei die Linke. Diese Partei versucht als einzige ohne Hass, Krieg und Ausgrenzung anderer, eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Einen gerechten Arbeitsstandort Europa ohne Leiharbeit und Ausbeute, mit gleichen Tarifen und Preisen in allen beteiligten Ländern. Ein Ende mit der moderenen Sklaverei des Kapitalismus.

Es kann nur von da Geld genommen werden, wo es ist. Staaten machen sich abhängig, Länder und Kommunen ebenso. Private Investoren verdienen sich doof und dämlich, staatliche Immobilien werden verscheuert, wo soll das enden, sollen wir stiefelleckende Arschkriecher der Industrie werden?

Ich jedenfalls niemals.

bigbud, 02.04.2008
Leider erlebe ich heute in zunehmendem Maße, dass immer weniger Menschen ihre Meinung sagen und stattdessen lieber kleinbei geben, was Ursache des anerzogenen Gehorsamseffektes ist, welche sich die Konzerne zu nutzen machen.

Ein Beweis, dass ebenso Politiker das Denken verlernt haben, die sich zu Bütteln der Finanzindustrie machen, wovon sie profitieren, letztlich an ihre Schönfärberei glauben und dulden, dass Menschen immer stärker ausgebeutet werden, woran sie regelrecht kaputtgehen, nehmen ihnen Entwicklungschancen und vernichten somit jegliches Potential.

Letztlich fördert der Staat, wie auch die Arbeitsagenturen die Ausbeutung von Menschen und Arbeitslosen, die sie den Trägern,- welche sinnlose Projekte aus dem Boden stampfen und vorgeben, somit Arbeitsplätze zu schaffen,- zuweisen und dafür noch draufzahlen, damit diese ihr Geschäftsmodell fortführen können, was für sie sehr profitabel ist, nur damit Politiker ihre Statistiken schönen können, welche einfach unreal sind.

Letztlich sind dies auch entweder nur befristete ABM Stellen mit Dumpinglohnniveau oder Eineurojobs, in welche Arbeitslose gezwungen,- und dabei regelrecht verheizt werden, weil erstens keine Qualifizierung stattfindet, zweitens, sie somit nie in Arbeit kommen und drittens trotz dieser Stellen im Hartz IV-Bezug bleiben, was regelrecht asozial von den Trägern ist, die sich rechtfertigen, sie würden Tariflohn zahlen und sich letztlich als gemeinnützig und sozial auf die Fahnen schreiben.

Wir dürfen nicht länger glauben, Niedriglohnarbeit sei immer noch besser als keine, denn das ist eine ebensolche Lüge, welche verbreitet wird, um uns Menschen weiter mißbrauchen und ausbeuten zu können.

Daher sollten mehr und mehr zumindest endlich ihre ihre Stimme erheben und offen sagen, wenn man sich ausgebeutet fühlt, denn dies ist wenigstens ein erster Schritt in die richtige Richtung, anstatt weiterhin kleinbei zu geben, mit der Meinung, es würde ja doch nichts bringen, was ein Irrtum ist, denn Letzteres ist geradezu gewollt, um uns Menschen gefügig zu machen und weiter zu manipulieren, um uns weiterhin von Wölfen im Schafspelz ausbeuten,- und hinter das Licht führen zu lassen.

Letztlich gehen wir einer Ideologie entgegen, welche genauso falsch und noch viel bedrohlicher zu sein scheint, wie diese des in der Vergangenheit, des angestrebten Kommunismus, denn dies ist nichts anderes, wie Sklaverei auf "moderner Art", ebenso wie reine Zwangsprostitution.

Genau diese Macharten führen letztlich wieder dazu, dass neue, machthungrige Idealisten als Heilsbringer auftreten und besonders den Armen endliche Erlösung versprechen, wie die Geschichte gezeigt hat, was letztlich die Welt in weitere Katastrophen stürzt.

Hartz VI gehört erst einmal sofort abgeschafft, stattdessen sollte ein Grundeinkommen gezahlt werden, was letztlich viel kostengünstiger als die Hartz IV-Behörde ist, die Menschen lediglich verwaltet, damit andere,- wie vor allem die Großkonzerne von dessen Armut profitieren und meinen uns einreden zu können, es sei immerhin besser, wenn der Staat deren Dumpinglöhne aufstockt, da der globale Konkurrenzdruck ihnen nicht erleube, ordentliche, angemessene Löhne zu zahlen, weil dies weitere Arbeitplätze vernichten würde, was eine der größten Lügen ist, denn Deutschlands Industrie ist deshalb so reich, weil sie die Menschen ausbeutet, denen selbst Teilhabe vorenthalten wird, was eine regelrechte Schande ist.

Das Schlimme auch, daran ist, dass Menschen in Abhängigkeit getrieben werden, sodass sie weder für sich investieren,- noch Dinge im Leben entscheiden können, weil ihnen durch vorgegebene, oft viel zu niedrig, festgelegte Sätze, unter anderem noch nicht einmal, wie gewöhnlich jeder Mensch, eine Wohnung zu bekommen. Es ist also nicht jeder seines Glückes Schmied, wie oft lapidar und voller Hohn geäußert, denn wie will man schmieden, wenn einem der Hammer vorenthalten wird, also von jeglicher Teilhabe ausgeschlossen ist, einbezogen diejenigen, welche von ihrer Hände Arbeit noch nicht einmal leben können und letztlich als Aufstocker selbst ihr Guthaben aus der Betriebs,- und Heizkostenabrechnung an die Hartz IV-Behörde zurückzahlen müssen, sobald sie einen Euro Aufstockung "genießen", was der restlichen Allgemeinheit, wie ich mitbekommen habe, nämlich unbekannt ist, die dann glaubt, alles sei doch rechtens, weil es den Arbeitslosen noch viel zu gut ginge und demnach ihre Stimme zur Wahl denjenigen abgeben, die nicht die Menschen, sondern die Interessen der Konzerne vertreten.

Cheeta030, 31.01.2012
Das eigentliche Problem ist, dass die meisten Menschen die Fähigkeit zu kritischem Denken verloren haben, sofern sie diese denn jemals besaßen. Kritisch denken, nachfragen, sich über Ungerechtigkeit empören, nicht nur das eigene Wohl im Sinn haben, sondern auch an andere Menschen denken - all das wurde uns in den letzten Jahren ordentlich abgewöhnt, ausgetrieben. "Der Mensch ist ein Egoist", "der Mensch entscheidet immer nutzenmaximierend" - Homo oeconomicus nennt man das und dieser Modellmensch beherrscht das Denken - nicht nur das Denken der neoliberalen Volkswirtschaftler und Rational-Choice-Theoretiker sondern das Denken eines jeden einzelnen, selbst wenn er wirtschaftlich nicht sonderlich gebildet ist. Es handelt sich um eine Art subjektive Orientierung, die prinzipielle Annahme, jeder sei ein Egoist, das sei gut so und man selber müsse - quasi einem ungeschriebenen Gesetz folgend - auch so handeln. "Geiz ist geil" und "jeder ist sich selbst der nächste" - das wurde uns über Jahre eingetrichtert, kam aus allen Kanälen. Wo man eigentlich Gemeinsinn und Kooperation vermitteln müsste, da wird nur pure Selbstsucht gepredigt. Wer etwas anderes behauptet, der wird ausgelacht, ist ein "Gutmensch". Soziales Verhalten wurde über Jahre stigmatisiert und jetzt bekommen wir langsam die Quittung. In einer Welt, in der man für soziales Verhalten keine Anerkennung bekommt, sondern - auf Deutsch - einen Arschtritt, da wird dieses Verhalten auch seltener. Wird man für soziales Verhalten nur noch ausgelacht, für dumm erklärt - dann verschwindet es ganz. Dass es nicht so ist, das haben psychologische Experimente schon lange bewiesen - der Mensch kann beides : Egoistisch sein, nur an sich denken oder kooperieren. Wichtig wäre nun, die richtigen Anreize zu setzen, die Kooperation zu stärken. Zum "guten" Erziehen, wie man das früher in der Pädagogik nannte. Stattdessen donnert man den Leuten die Selbstsucht in die Köpfe. Gier und Selbstdarstellung sind die neue Religion. Erst wenn sich daran etwas ändert (nur wie ?) wird sich unsere Gesellschaft in eine bessere Richtung entwickeln und die Probleme angehen können, welche die Menschheit im 21. Jahrhundert wirklich bedrohen. Leider sehe ich diese Tendenz bisher nicht.

DocMartin, 14.07.2012
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