Während der normale Steuerzahler bis hinauf zu mittelständischen Unternehmen Einkommensarten bei der Anrechnung von Verlusten nicht vermischen darf, können per Brüsseler Initiative Konzerne zwar Einkommensarten nicht vermischen, aber ihre Tochtergesellschaften und deren Standorte. Wie ein guter Kartenspieler die Karten ganz nach seinen Vorstellungen zu mischen vermag, so dürfen Konzerne ihre Pflichten und Rechte in unzähligen Variationen gemischt, vermischt und ausgetauscht geltend machen. Der Staat muss nur noch unterschreiben.
Früher konnte Otto Müller noch Verluste aus Vermietung und Verpachtung mit seinem übrigen Einkommen aufwiegen und so Steuern sparen, weil sich das Gesamteinkommen von Herrn Müller eben auf Herrn Müller bezog. - Nun aber ist es so, dass die verschiedenen "Tochterkonzerne" von Herrn Müller, nämlich z.B. die Einnahmen aus Vermietung und die Einnahmen aus Renten, ganz unterschiedlich behandelt werden
müssen. Von Rechts
wegen!
Warum wird das alles einfach so hingenommen!
Während also der "Kleine Mann" auf Teufel-komm-raus rasiert und geföhnt wird, dürfen die inzwischen zum Himmel riechenden Konzerne noch weiter ihren Bart wachsen lassen. Und nicht nur das! Europäische Ober-Über-Gerichtsbarkeit macht sich fein, um den Konzernen im netten Blümchenumschlag die "rechtliche" Absegnung dieser Ungerechtigkeit zu überreichen!

Den Normalbürgern wird auf Biegen und Brechen der Hals zugeschnürt, während ganz wie von allein sich für die Konzerne alle Türen öffnen.
Die offene Frechheit der Brüsseler Oberen, mit der sie in vorauseilendem Gehorsam den Konzernen den roten Teppich legen, gewinnt an abgrundtiefer Ungerechtigkeit gerade dadurch, dass den Bürgern auf jeder Ebene das Wasser abgegraben wird.
Dies ist ein überdeutliches Indiz dafür, dass Europa wirklich nur eine Konzerndiktatur werden soll oder schon ist. Wie anders erklärt sich sonst diese schreiende Ungerechtigkeit, die sich nun schon seit zwei Jahrzehnten anbahnt und manifestiert.
Zurzeit gipfelt das Ganze noch in einer ungerechten Besteuerung und in der staatlichen Genehmigung offener Unterdrückung durch ungehemmte Konkurrenz. Aber das wird nicht das Ende der Fahnenstange sein!
Die Menschen aus Frankreich und Deutschland sind sich in ihrer kritischen Haltung gegenüber Konzern-Europa sehr nahe gekommen. Das ist der wirklich europäische Schulterschluss in bestem Sinne. Andere Nationen, deren Bürger noch auf Besserung ihrer Lage durch Europa hoffen, werden sich den Kritikern anschließen. Zu jener Zeit steht vielleicht ein hoher Herr Europa vor, der von der "Achse der Polemik" spricht und rigoros dagegen vorgeht.
Der ehemalige Liberalismus, der dem Bürger gegen die Obrigkeit half, wendet sich nun als Herrschaftsinstrument der Konzerne gegen den Bürger. Das Instrument blieb nach außen hin das selbe. Aber die es spielen, sind andere geworden. Und sie haben das Instrument Liberalismus nach ihren Vorstellungen umgebaut.
Westerwelle, oh Westerwelle. Wenn du doch dein Hirn mal wieder benutzen würdest! Dann würdest du alles daran setzen, den wirklichen Liberalismus vor Missbrauch durch die Konzerne zu schützen. - Aber irgendwie traut man dir das nicht zu.