Die wirtschaftliche Kontrolle über die Welt ist von Übel und muss ihrerseits politisch kontrolliert werden, wenn sie keinen Schaden anrichten soll. In Russland verloren alt eingefleischte Kontrolleure den Kopf und setzten Unrecht gegen die wirtschaftliche Macht ein, die sich überall sonst auf der Welt schon lange nicht mehr kontrollieren lässt. Mit dem Einsatz von Unrecht und totalitären Methoden wird jedoch die Dreistigkeit der Geldmacht weltweit gestärkt, weil sie für sich die Märtyrerrolle in Anspruch nehmen kann.
Ein gesundes Vorgehen gegen Konzerne zum Nutzen der Menschen besteht einzig in globaler Vereinigung der Politik in regionaler Orientierung und Einfluss. Erfahrungsaustausch und eine koordiniert individuelle Vorgehensweise können garantieren, die Konzernaktivitäten für alle Menschen zu optimieren und dabei die Motivation zum absoluten Gewinn der Konzerne zu
kontrollieren und dennoch nicht zum Absturz zu bringen.
Doch in Russland spielten die nackte Angst um die Macht und die Ratlosigkeit wild die erste Geige. Statt sich an stillen Abenden am Kaminfeuer mit erfahreneren Staatsmännern zu beraten, wurden Schritte unternommen, die die Menschenwelt einfach nur wieder einige Kilometer zurückwirft im Rennen gegen die Konzernwelt. - Nach dem Motto: Hab ich nichts in der Birne, dann kann ich ja immer noch mit Gewalt vorgehen. - Autsch!
Erstaunlich der überstreckte Spagat des Herrn Putin, der einerseits dieses Unrecht zulässt und andererseits mit dem Kaufmann Schröder freundschaftliche Geschäfte macht. Erstaunlich auch die Blindheit des deutschen Kanzlers gegenüber offenem Unrecht, den Blick fest ausgerichtet auf Milliardenverdienste. - Der westliche Staatsmann ist wendig, der östliche lernt gerade das Über-den-eigenen-Schatten-Springen. Beide sind aber perfekt im Augenzukneifen. Das Geld ist das Wichtigste.
Auf der einen Seite wird ein Konzern mit diktatorischen Unrechtsmitteln erledigt, auf der anderen Seite der größere Bevölkerungsanteil seiner letzten Mittel per Euro-Recht entledigt. - Hauptsache, man ist sich einig.
Der große Akt des Lernens, wie Konzerne und Gesellschaft miteinander auskommen, steht noch aus. Die Entwicklung wird vielleicht glücken. Doch wird es noch einige Ausrutscher geben, die Menschen unter sich zermalmen.
Um hier vorwärts zu kommen, muss einfach genau untersucht werden, wie sich das Verhalten und der Einfluss der Konzerne langfristig auf die Menschenwelt auswirken. Ohne solche gefestigten Erkenntnisse wird das Pendel des Ungleichgewichts immer wieder hart auf Holz schlagen. - Da, wo die Wanduhr zu Ende ist.
Aus dem Umgang Putins mit einem Konzern können wir eine wichtige Lehre ziehen: Die Konfrontation von Politik und Konzernwelt ist immer spannend. Sie muss täglich mit rechtlichen Mitteln ausgefochten werden, damit die Menschen einen gewissen Minimalnutzen von allem haben. - Hier müssen wir uns an den Eid erinnern:
"... Schaden vom deutschen Volke abzuwenden ..."
Sind die Konzerne das deutsche Volk?
Ausgewogenheit und Rechtlichkeit der angewendeten Mittel sind angesagt. Nützlich sind weder vorauseilender Konzerngehorsam wie in Europa noch hilflose Gewaltanwendung wie in Russland.
[01. August 2006]
Ölkonzern Yukos endgültig zerschlagen. Der KGB hat gesiegt. Wäre doch gelacht, wer das Recht hat, das Volk auszunehmen!