Im Interesse der Konzerne zerstört Europa ehemals gediegene Systeme.
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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Konzerninteressen


Zitat: "Einnahmen halten nicht Schritt.

Um fast ein Drittel blieben die Einnahmen der (Kranken-)Kassen pro Mitglied zwischen 1980 und 2000 hinter (der) Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurück. Wären die Einnahmen pro Mitglied in diesem Zeitraum entsprechend gestiegen, könnte der Beitrag auch wieder bei knapp zwölf Prozent liegen, hat der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen errechnet."


Und dabei sind Konzerne doch so harmlos!
Europapolitik fußt ausschließlich auf Konzerninteressen. Damit die Konzerne besser die Geld- und Menschenmengen wie auf dem Schachbrett hin und her schieben können, sorgt die Europapolitik für den entsprechenden gesetzlichen Rahmen. Dieser gesetzliche Rahmen hat einzig den Zweck, Grenzen niederzureißen, die Konzerne daran hindern könnten, ihre Weltmachtspiele auf Kosten der Menschen durchzuziehen.

Im Zuge der Einebnung gewachsener Wirtschaftsstrukturen zugunsten der Konzerne sind die Existenzmöglichkeiten der Menschen eine Schneeflocke in der Sommerhitze. Die Einkommen sinken stetig. Die Lebenshaltungskosten steigen sprunghaft an, je nach dem, welchem Konzern mal wieder in den Sinn kommt, seine Gewinne zu verdoppeln.

Die Sozialsysteme - bisher abhängig von der Einkommenssituation der arbeitenden Menschen - werden seit neuestem aus dem bisherigen Kreislauf scheibchenweise herausgelöst, damit der unweigerliche Zusammenbruch verlangsamt werden kann. Denn der schnelle Zusammenbruch der Sozialsysteme würde die einseitige Ausnutzung der Volkswirtschaften durch Konzerne allzu klar entlarven.

Dass demnächst Teile des Gesundheitssystems aus Steuern finanziert werden sollen, ist ein überdeutliches Indiz dafür, dass die Politik schon lange erkannt hat, was die Konzerne verursachen. Doch kann und will sich die Politik nicht die Blöße geben, ihre abgrundtiefe Konzernhörigkeit zuzugeben. Denn dann wäre sie gezwungen, wieder Politik für Menschen zu machen. Und die Schaukel der Reichen würde nicht mehr so schön weit schwingen.

Zitat: Sinkende Löhne - sinkende Beiträge.

Dazu kommt: Sinken die Löhne, verliert die Kasse Geld. Bei 1300 Euro Lohn und 13% Beitragssatz bekommt sie beispielsweise rund 170 Euro. Bringt der Job nur noch gut 1200 Euro bräuchte die Kasse schon 14% Beitragssatz um auf den gleichen Betrag zu kommen. In vielen Branchen mussten Beschäftigte - etwa durch den Wegfall des Weihnachtsgelds - solche Verluste hinnehmen.


Konzerne walzen im Machtspiel alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt oder nicht schnell genug fliehen kann. Der bloße "gute Ruf" des steigenden Aktienwertes lässt sie Arbeitsplätze im großen Stil vernichten. Die Lohnsenkung lässt sich am leichtesten durchsetzen, wenn kurzerhand ganze Regionen mit Arbeitslosigkeit überschwemmt werden. Dazu genügt schon die Entscheidung der Manager am grünen Tisch. Es geht gar nicht darum, kostenintensive Bereiche zu rationalisieren, sondern es geht nur darum, den ohnehin am Boden liegenden Gegner hier und da in die empfindlichen Weichteile zu treten. Als Erfolgserlebnis und um möglichen anderen Gegnern eindrucksvoll vorzuführen, was mit dem passiert, der sich Konzernen und dem Konzerneuropa in den Weg stellt.

Zitat: Das größte Problem: Arbeitslosigkeit

Dass die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziell immer mehr bluten müssen, hat viele Gründe. So hat sich die Versicherten-Struktur über die Jahre verändert. Der Anteil der Rentner in der GKV ist gestiegen. Da diese geringere Einkommen haben, zahlen sie auch weniger Beiträge. Das Gleiche gilt für Arbeitslose: Durch ihr niedrigeres Einkommen sind die Beiträge niedriger. Von der gestiegenen Arbeitslosigkeit werden die Kassen am stärksten getroffen, da sind sich die Experten einig.


Arbeitslose lassen sich wunderbar für Niedrigstlöhne wieder einstellen, um sie beizeiten wieder freizusetzen. Dann bekommen sie noch weniger Arbeitslosengeld und sind im weiteren noch eher dazu bereit, zu arbeiten, um überhaupt noch zu arbeiten. Konzerne steigern ihre Gewinne stetig und steigern diese Gewinnsteigerung selbst noch einmal. Schlecht steht unter den Konzernkollegen da, wer menschliche Belange nicht ganz ignoriert. Blamiert steht unter den Konzernkollegen da, wer nicht glaubhaft versichert, dass die Entlassung zigtausender Mitarbeiter doch im Grunde nur positiv für die Mitarbeiter sein kann.

Konzerne haben weltweit inzwischen so viel Macht, dass sie ganze Nationen wie eine faule Kartoffel fallen lassen können. Sie schicken Supermächte in den Krieg gegen unliebsame Erdölbesitzer. Sie treiben ihre Geschäfte auf der blutigen Schleifspur der Menschheit voran.

Die Überführung der Sozialsysteme in die ewigen Jagdgründe ist nur eine notwendige Begleiterscheinung des modernen Konzernstaats. Im Konzernstaat wird man die Menschen mit geringem Einkommen an ihren schlechten Zähnen erkennen und daran, dass sie mit 40 Jahren von der Bildfläche verschwinden.

So kann im Sinne eines noch sicherer werdenden Konzerns auch gleich das Rentnerproblem gelöst werden.
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