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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Konzern-Eigentum


"Privatbesitz" enteignet die Öffentlichkeit

Während der Liberalismus von der Notwendigkeit des Privateigentums für jedermann spricht, was nebenbei bemerkt für alle das Selbstverständlichste auf der Welt ist, verlässt die Organisationsform Konzern den Liberalismus in genau diesem Punkt. Auf der Floskelfahne der Konzerne steht groß und breit der Begriff Liberalismus, doch gehen die Konzerne für sich insgeheim Wege, sich dem Liberalismus selbst zu entziehen. Sie rauben die Möglichkeit zum Privatbesitz aller durch die Einverleibung öffentlicher Güter. Die stetige Reduktion des tatsächlich möglichen Privatbesitzes durch den fiktiven, den Konzernen unterworfenen Aktienbesitz verleiht den Konzernen jeden Tag mehr Macht.

Das Kapital als eingebildete Größe wenden Konzerne an, um Volkswirtschaften, die sich von dieser Größe abhängig fühlen, zu berauben.

Die Unüberschaubarkeit der Besitzverhältnisse durch die Vielzahl der Kapitalgeber (Anteile-Inhaber) ist dabei nur ein Faktor. Der andere, schwerer wiegende Punkt ist die Übernahme der Konzerne durch Konzerne. - Wer wann was und wieviel besitzt oder wer über was bestimmt, ändert sich in kürzester Zeit und drastisch.

So kann man ganz zufällig und nebenbei in kleinen Unterartikeln lesen, dass z.B. die Wasserversorgung einiger Länder von dem und dem Konzern aufgekauft worden ist. Welcher Moloch morgen die Wasserversorgung besitzt und sie für sich ausnützt, weiß keiner. Keiner kann das wissen. Denn das Hin und Her in den oberen Sphären der Kapitalverschiebung entzieht sich mehr und mehr jeder Kontrolle. Ein Tropfen ...

Ein Tropfen ...
Bis der Staat seine Nacktheit erkennt, werden noch viele ihre Blicke von seiner herabgelassenen Hose wenden müssen, um sich nicht selbst zu blamieren. Die Politik lässt sich von der Liberalismus-Maxime eine Placebo-Droge in die Nase blasen und verliert darüber den Überblick über das, was er eigentlich sein sollte: Die führende Kraft, auf die das Volk angewiesen ist.

Bis die Politik merkt, dass sie sich für die Hoffnung auf eine sich selbst regulierende Weltwirtschaft von jeder Vernunft hat entblößen lassen, wird noch einige Zeit vergehen. Aber sie wird an dieser Einsicht nicht vorbei kommen. Sie wird es erkennen müssen. Im Moment ihrer Ablösung.

Mit jedem Deal der Konzerne untereinander wird die Abschöpfung der Lebenskraft der Volkswirtschaften optimiert. Dass sie niemals das Fortkommen der nationalen Einheiten im Sinn haben, erwähnen sie nicht. Sie spielen die Nationen gegeneinander aus und haben in Konzern-Europa die richtige Plattform dafür.

Im herkömmlichen Liberalismus blieb alles immer noch unter Kontrolle. Man wusste halt, wer reich ist und warum. Im Konzern-Liberalismus des modernen Konzern-Europa entzieht sich der Konzern wie eine Qualle, die durchs Sieb gequetscht sich unten wieder zusammensetzt. Leider können die Politiker das nicht sehen, denn sie profitieren von den Konzernen. Oft sehr direkt und persönlich.

... kommt zum andern!
... kommt zum andern!
Wer auch nur annähernd beruhigt über seine Zukunft sein will, der muss entweder steinreicher Nutznießer der Konzerne sein oder gegen die Konzerne aufstehen. Wenigstens innerlich. - Bis die Konzerne dazu gezwungen sind, in die normalen, überschaubaren Gesellschaftszusammenhänge zurückzukehren, werden sie noch viele ausbeuten. Nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Regionen und Volkswirtschaften.

Der Hans, der Eichel. Der müsste doch langsam anfangen, das Spiel zu durchschauen! - Warum geht der denn nicht mal zum Gerhard, zum Schröder, und sagt: "Nee, Chef! Das geht so nicht weiter! Das endet böse!" - Oder ist der Gerhard, der Schröder, gar nicht mehr Chef?
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