Laut der Meldung
www.mdr.de/nachrichten/sachsen/2210453.html haben sich der Bund und das Land Sachsen an den Kosten für eine Chip-Fabrik in Dresden mit
550 Millionen Euro beteiligt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2,1 Milliarden Euro. Der Knalleffekt sind 1000 Arbeitsplätze, die in dieser Chipfabrik entstehen.
Der Staat finanziert einem Großkonzern 25% eines Großprojektes. Ist das normal? Gibt es mittelständische Unternehmen, die von einem ähnlichen glücklichen Vorfall zu berichten haben?
550 Millionen Euro sind mehr als eine Milliarde Mark. Wenn den 1000 Menschen, die auf diese Weise Arbeit finden, das Geld direkt zur Verfügung gestellt worden wäre, wäre jeder von ihnen auf einen Schlag DM-Millionär gewesen. Muss man einen Millionär unterstützen? Nein! Also hätte der Staat diesen Menschen das Geld direkt auszahlen können und hätte diese tausend Mann gut versorgt. - Fürs ganze Leben.
So aber ist das Geld in den Besitz des AMD-Konzerns übergegangen, der - wie wir es gewohnt sind - nach ein paar Jahren sicherlich, sagen wir mal, 1000 Arbeitsplätze streichen muss, um konkurrenzfähig zu bleiben!

Die blinde Wut unseres Staates, Konzernen "unter die Arme zu greifen", der blinde Glaube, Konzerne seien die einzigen wirklich wichtigen Faktoren unserer wirtschaftlich tätigen Gesellschaft, verleitet unseren Staat zur bitterbösen Streichung sozialen Engagements für die Menschen. Unser Staat verlegt sich auf großspurige, spendable Gesten und bläst Gebilde auf, die sowie so schon vor Finanzkraft aus allen Nähten platzen.
Während Arbeitslose gnadenlos nach Hause geschickt werden, finanziert der Staat einem Konzern 1000 Arbeitsplätze für mindestens 30 Jahre im Voraus!
Und gibt die Kontrolle über diese Investition gleichzeitig aus der Hand: Werden wirklich 1000 Ostdeutsche dort Arbeit finden? Für wie lange werden sie dort beschäftigt sein? Wer will glauben, dass AMD diese 30 Jahre in Dresden durchhält?
Wahrscheinlicher ist, dass vielleicht in acht oder zehn Jahren der Standort Dresden von AMD "gesund-geschrumpft" werden muss, damit die viel gewürdigte Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt.
Gleichzeitig ist es erschreckend, dass unsere Gesellschaft, die Menschen, beim Vernehmen einer solchen Nachricht sich gar nicht darüber erregen können oder wollen. Sie nehmen es als ganz selbstverständlich hin, dass für 1000 Arbeitsplätze mehr als eine halbe Milliarde Euro ausgegeben werden und dabei in die Verantwortung eines Konzerns übergehen, der - wie der ehemalige Bundeskanzler Schröder weiß - sicherlich ganz verantwortlich damit umgehen wird!
Diese Investition ist sicherlich nötig gewesen, um - wie der ehemalige Bundeskanzler Schröder weiß - unseren Sozialstaat für die Zukunft funktionsfähig zu halten. Genau wie all die Streichungen für Arbeitslose und Rentner. Diese Menschen haben kein Geld mehr, weil sie mit ihrer künstlich eingefädelten Armut den Sozialstaat am Leben halten müssen.
Dieser Sozialstaat - "reformiert" vom ehemaligen Bundeskanzler Schröder - sieht es als seine Ehre und Plicht, einem Großkonzern 1000 Arbeitskräfte für 30 oder 40 Jahre gratis zur Verfügung zu stellen.
... müssen die Staaten heute Konzern-Geschäfte fördern, weil sie in zuhälterischer Weise von dieser Einkunfts-Quelle abhängig geworden sind.
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