Vogelfreiheit macht sich heute wieder an Armut fest. Die Reichen dürfen alles.

online-Polemik-Forum Chat Inhalt Links Kontakt Impressum

Genickbruch der Wachtturmtheologie

Spaltung


Die Aktie ist ein simples Versprechen. Ich verspreche dir, dein Kapital zu vermehren, dafür gibst du mir dein Geld. Heraus springt ein phänomenaler Zugriff auf Kapital für den Geber des Versprechens und gleichzeitig die Verpflichtung, den Willen des Kapitalgebers in jeder Lebenslage zu erfüllen. Man verkauft sich zu einem hohen Preis, geht aber die Verpflichtung ein, Tag für Tag, Jahr für Jahr Profit zu erwirtschaften und an die Kapitaleigner auszuschütten.

Mit der enormen Potenz des vielseitig eingesammelten Kapitals über den Weg der Aktie lässt sich das auch leicht machen. Das Wirtschaftsunternehmen, das sich auf diese Weise "kräftigt", gewinnt im Sinne der Konkurrenzfähigkeit absolut. - Doch fallen die bisherigen Werte genau in diesem Moment hinten runter. - Durch die automatische Verpflichtung zum Gewinn wird das Wirtschaftunternehmen zu einem Mechanismus, der ein Eigenleben hat. Besser gesagt: Es hat einen eigenen Willen zum Tod. Nämlich zum Tod aller Mitkonkurrenten. Diese sind nicht nur andere Wirtschaftsunternehmen, sondern auch Menschen.

Der Konzern an sich kann nur sich und seine Ziele im Auge haben und muss notgedrungen dabei über Leichen gehen. Die Kapitaleigner verlangen das direkt und für immer mit ihrer Kapitaleinlage.

Hier liegt der Kern!

Wer über die Aktie sein Geld "arbeiten" lassen will, entscheidet im selben Moment, dass er bereit ist, über Leichen zu gehen. Unbewusst setzt er sein Geld für eine "höhere" wirtschaftliche Organisationsform ein und übersieht dabei, dass genau diese "höhere" wirtschaftliche Organisationsform absolut unerbittlich gewachsene Wirtschaftsstrukturen niedermähen muss, um erfolgreich zu sein.

Hier gibt es keine Achtung vor dem Menschen, keine Achtung vor der Umwelt, keiner Achtung vor Arbeitsplätzen, keine Achtung vor Existenzen. Das Individuum, die einzelne "Fliege", zählt nichts. Sie werden im Interesse der Kapitaleigner erschlagen. Ungeachtet ihrer bisherigen Leistung oder ihrer persönlichen Entwicklung und ihres persönlichen Nutzens - ihres Wertes.

Nichts zählt für den Konzern als nur Geld!

Der dabei initiierte Prozess ist eine Trennung der Gesellschaft in zwei Lager:
  • Konzernverwandte oder -involvierte
  • und Menschen, die ohne Konzernbindung immer mehr ins Abseits gedrängt werden.
Erstere sind Kapitalgeber und die, die direkt vom Konzern profitieren. Zweitere sind diejenigen, die bisher in die Wirtschaft und ins Leben eingebunden waren, ohne sich überorganisierten Strukturen hinzugeben. Wie früher die Herrscher sich untereinander abgesprochen haben und der Hanswurst davon nichts ahnte, so praktiziert die Kapitalkonzentration im Konzern die Herrschaft über den Rest der Welt.

Doch eines ist dabei zu bedenken! Schon immer sind die Herrscher im Grunde doch auf das Volk angewiesen gewesen. Das hat sich in der Konzernherrschaft geändert. Die Konzerne werden auch ohne "das bisherige Volk" leben können. Sie brauchen nur die Reichen, die Kapitaleigner. Sie sind einzig darauf angelegt, konzernfremde Strukturen aus dem Markt zu verdrängen.

So spaltet der Konzern als künstliche Organisationsidee die Gesellschaft. Konzernabhängige Gesellschaftsanteile überleben und werden stark, konzernfremde Gesellschaftsanteile sterben ab.

Vergessen wir nicht, dass wir hier von Menschen reden!

Und wichtig ist auch der Gedanke, dass Konzerne ihrer Natur nach Machtkonzentration herbeiführen müssen! Wenn die ganze Welt Konzern ist, wird Demokratie reine Nostalgie sein.
Kommentar schreiben:
Name: E-Mail:
Ihr Kommentar erscheint auf dieser Seite spätestens nach 24 Stunden.
Kommentare:

Eilfusion?
Seite bewerten
Feedback ansehen
Super-Egoismus
Offener Brief wegen ständig steigender Lärmbelästigung
Tarifrechner!
Archiv
Ihre Meinung!
» Forum

Letzte Aktualisierung am 03.04.2005

Neue Seiten

Druckversion

Online-Polemik-Site-Suche:
Haftungsausschluss | Copyright © Rüdiger Hentschel