Das Märchen vom weltweiten fairen Handel
Am 08. Juni 2007 nahm Frau Merkel, unsere Bundeskanzlerin, etwas in den Mund. Es handelte sich um das Wort
"Fairer Handel weltweit".
Dieses Wort verwendete sie im Bezug auf die Hilfe für Afrika. Niemand von der schlauen Presse fragte nach, was sie damit meinte und wie sie das mit der neoliberalen Globalisierung vereinbaren wolle. Dieser bedeutungsvolle Begriff fiel einfach aus dem Rahmen, verschwand so schnell aus dem Bewusstsein der Frau Merkel und aus dem Bewusstsein der nachfragenden Presse, wie er aus dem Mund von Frau Merkel gekommen war.
Fairer Handel weltweit
Was ist das? Fairer Handel weltweit ist das natürliche Gegenstück zum Neoliberalismus. Fairer Handel weltweit ist unmöglich, solange die Politik an die Segnungen der neoliberalen Globalisierung glaubt. Der Begriff Fairer Handel weltweit stellt eine dreiste Lüge dar, wenn er von neoliberalen Politikern wie Frau Merkel benutzt wird. Fairer Handel weltweit ist aus Sicht der neoliberalen Welt ein unrealistischer Traum. Und die G8-Gastgeberin Merkel, frisch aus der Verhandlungszange der G8-Beton-Fronten der Konzernnationen entkommen, streut diesen Begriff in die Öffentlichkeit.
Wer daran glaubt, dass ein "Ernsthaftes In-Betracht-Ziehen bis zum Jahre 2050" in Sachen Klima-Fragen als Verhandlungserfolg zu werten ist, der bringt es auch fertig, mit einem Begriff wie
"Fairer Handel weltweit" die Öffentlichkeit anzulügen, während sie zuschaut.
Es war ein guter Gipel, sagt Frau Merkel. Ist in diesen Verhandlungstagen ein einziges Mal der Begriff
"Fairer Handel weltweit" tatsächlich benutzt worden? Oder hat ihn Frau Merkel erst in der Pressekonferenz erfunden? Alles das werden wir wohl nie erfahren. - Aber! - Es war ein guter Gipfel!
Um einen weltweiten fairen Handel auch nur ansatzweise anzustreben, müsste die Politik die Konzerne detailliert kontrollieren. Davon ist die Politik nicht nur weit entfernt, sondern sie vertritt mit der Neoliberalisierung genau das programmatische Gegenteil. Die weltweite Neoliberalisierung, die bei weitem erst noch die größeren Opfer zeitigen wird und Afrika für die nächsten 200 Jahre den Atem abschnüren wird, ist das große ideologische Programm der G8-Politik.
Frau Merkel, eine der Spitzenvertreterinnen der Neoliberalisierung, setzt sich vor die Kameras und redet von einem
"Fairen Handel weltweit". Daran kann jedes Kind ermessen, was von diesen G8-Gipfeln zu erwarten ist und welche Fertigkeiten des Betrugs sich im Talentpool der Politiker finden. Der Öffentlichkeit wird Sand in die Augen geschüttet. Hinter dem Spektakel der G8-Gipfel-Schauspieler stehen die freihandelsgeilen Konzerne in den Startlöchern und scharren mit den Hufen.
Der "tagelange Sturm auf die Festung von Heiligendamm" ist ein dummer Witz, weil er den Betrug des G8-Schauspiels nicht durchschaut und meint, mit Aktionismus schon etwas erreicht zu haben. Der G8-Gipfel ist ein Gipfel des Schwachsinns und des Selbstbetrugs. Alle Beteiligten lassen sich vor den Karren des Neoliberalismus spannen und realisieren nicht, dass die Konzerne als Marionettenspieler sämtliche Fäden in der Hand halten. Der legalisierte Protest kratzt nicht an den substanziellen Falschheiten, mit denen die industrielle Welt sich weiter unrechtmäßig bereichert.
Der Gipfel des G8-Betruges äußert sich in den Verkündigungen dieser G8-Angela-Merkel. Sie benebelt das öffentliche G8-Bewusstsein, indem sie als G8-neoliberale G8-Politikerin von weltweit fairem Handel spricht.
Und alle sind begeistert. Niemand fragt nach. G8-Welt, du betrügst dich selbst! Angela Merkel ist deine Spitzen-Lügnerin.