Globalisierung und Neoliberalismus füllen den Konzernen die Taschen.

online-Polemik-Forum Chat Inhalt Links Kontakt Impressum
Wahlergebnis Rheinland-Pfalz [30.03.06]
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen Neue Antwort erstellen www.online-polemik.de Foren-Übersicht »»» Hier kann jeder mitreden!
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
wormser
Gast




Beitrag Verfasst am: 30.03.2006, 13:13
Titel: Wahlergebnis Rheinland-Pfalz
Antworten mit Zitat
Eines hat die Landtagswahl Rheinland-Pfalz sehr deutlich gezeigt. Die Anzahl der Nichtwähler hat dramatisch zugenommen, weil viele mit den etablierten Parteien unzufrieden sind. Aber sie resignieren, weil sie keine Alternative sehen. Die WASG hat es nicht geschafft, das Vertrauen dieser Nichtwähler zu gewinnen, im Gegenteil: Gegenüber der noch nicht lange zurück liegenden Bundestagswahl sind die Stimmenanteile sogar zurück gegangen. Politische Inhalte und vor allem ihre Umsetzbarkeit noch einfacher und klarer zu verdeutlichen und gerade in Rheinland-Pfalz immer noch vorhandene Vorbehalte gegen alles, was sich irgendwie als „links“ bezeichnet, abzubauen, wird eine schwere, aber unumgängliche Aufgabe sein.
Nach oben
Sixtus
Gast




Beitrag Verfasst am: 30.03.2006, 16:01
Titel: Landtagswahlen
Antworten mit Zitat
Kein Wunder, wenn man sich die flächendeckenden Zeitungen vor den Wahlen ansieht. Die im Landtag vertretenen Parteien und ihre Kandidaten wurden mit großen Artikeln gewürdigt und ihre Aussagen zumindest wertfrei interpretiert, während über die WASG, wenn überhaupt, nur negativ berichtet wurde. Wer sich genauer informieren wollte, musste da schon Selbstinitiative ergreifen. Mit den Augen rollen
Nach oben
hermännsche
Gast




Beitrag Verfasst am: 30.03.2006, 17:49
Titel:
Antworten mit Zitat
bei uns (trier) heißts:
wasg = links = pds = altkommunisten
da zieht jeder den schwanz ein Pfeil Mr. Green
Nach oben
Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 30.03.2006, 19:15
Titel: stimmt
Antworten mit Zitat
Für mich ist es erschreckend, dass die WASG ganz offen den Bezug zum deutsch-bürgerlichen Menschen aufgegeben hat zugunsten einer ehelichen Beziehung zur mit allen Voruteilen verbundenen "Vereinigten Linken". Alle kommunistischen Geschütze konnten über diese Schiene abgefeuert und alle möglichen Wähler einer Wahlalternative abgeschreckt werden. Die große Chance, eben auch den gläubigen Deutschkapitalisten für soziale Gerechtigkeit zu erwärmen, hat die WASG damit vertan. Sie erreicht jetzt nur noch den Sowiesokommunisten und nicht mehr den Durchschnittsnormalo, der aber eine WASG eigentlich bräuchte, weil er spürt, dass in unserem Staate etwas faul ist.

Der Weg der WASG über die PDS führte und führt ins absolute Jenseits, in Bereiche, die aus der Sicht des gebeutelten Arbeitermenschen nur noch abzulehnen ist als DDR-Erbe.

Die WASG hat sich missbrauchen lassen. Sie hat die schnelle Lösung versucht. Und sie begreift nicht, dass sich selbst ins Knie geschossen hat.

Zu den Menschen, die durch eine selbsttreue WASG eine bessere Zukunft hätten haben können, zähle auch ich.

Grüße,

Rüdiger
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
wormser
Gast




Beitrag Verfasst am: 30.03.2006, 20:12
Titel: Wie geht's weiter?
Antworten mit Zitat
Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 - und keiner geht hin.

So grass wird es nicht kommen, aber auch hier sind nur 50 % Wahlbeteiligung durchaus drin. Kurt Beck hat nicht mal 1 % gegenüber der letzten Landtagswahl hinzugewonnen und trotzdem ist er jetzt der absolut regierende Landesfürst. Wenn es sich in Berlin ähnlich entwickelt, na denn Prost.

Es kann auch anders kommen, aber eben nur dann, wenn man die Nichtwähler wieder für Politik interessiert. Sie bilden das Potential, das einen Richtungswechsel ermöglichen kann. Aber dazu gehört Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit. Nicht links von links ist gefragt, sondern soziale Gerechtigkeit. Und die Wege müssen machbar erscheinen. Das rüber zu bringen, dafür sind drei Jahre gar nicht so lang.
Nach oben
Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 31.03.2006, 04:07
Titel: Demokratische Legitimation
Antworten mit Zitat
Weit, weit unlegitimerter als durch Enthaltung eingesetzte Landesfürsten ist das Europaparlament. Dabei treffen die Verordnungen dieses Vorschriftenmonsters Europa die Menschen spürbarer als die Landespolitik. Dass am Ende eines vom Europa-Parlamentarismus geprägten Entwicklungsprozesses Politikverdossenheit steht, erscheint als logische Schlussfolgerung.

In Deutschland grassiert der Fatalismus. Die Deutschen lassen alles mit sich machen. Die Franzosen dagegen sehen noch die Möglichkeit, Einfluss auf ihre nationale Regierung auszuüben.

Ich halte die europäische Unionisierung für verantwortlich für viele negative Entwicklungen in den einzelnen Nationen. Kern des Problems scheint mir die Amerikanisierung europäischer Gesetzgebung zu sein. Bis das klar wird, müssen noch viele Fehlentwicklungen eintreten.

Eine davon ist Angela Merkel als Ausschöpferin Schröderscher Konzernhörigkeit.

Grüße,

Rüdiger
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Sloterdijk
Gast




Beitrag Verfasst am: 03.04.2006, 00:56
Titel: Sloterdijk
Antworten mit Zitat
Ich, der große Philosoph Peter Sloterdijk, bin nach langer Abstinenz zurück in diesem, nun ja, unglückseligen Forum und würde gerne den Diskurs aufnehmen mit Herrn Hentschel, der im Herbst 2005 den Größenwahn besaß, mich ,den "großen, einzigartigen Peter Sloterdijk" (FAZ), herauszufordern. Also, ich bin bereit...
Nach oben
Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 03.04.2006, 01:31
Titel: Das ist aber schön!
Antworten mit Zitat
Hallo Herr Sloterdijk,

schön dass Sie wieder da sind.

Größenwahn? Ich würde es als Frechheit meinerseits durchgehen lassen, aber nicht als Größenwahn. Denn um herausragende Schwachpunkte Ihrer Argumentation zu erkennen und zu benennen, muss man kein Schiller sein. Eher ein Till Eulenspiegel.

Was mir in dem Wenigen, was ich von Ihnen und über Ihre Veröffentlichungen gelesen habe, auffiel, ist die gähnende Leere, was die Kritik an der Hegemonie des Kapitals angeht. Stattdessen laden Sie durch wohlfeile Formulierungen und schnörkelige Gedankenkonstruktionen dazu ein, dem bestehenden System möglichst blind zu folgen.

Andrerseits haben auch die ganz kleinen Lichter (wie ich) ihre Einseitigkeiten. Produktiv finde ich es, wenn man sich kontrovers und offen argumentativ "schlägt". Fangen wir an.

Grüße,

Rüdiger Hentschel


Zuletzt bearbeitet von Rüdiger Hentschel am 03.04.2006, 03:21, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Sloterdijk
Gast




Beitrag Verfasst am: 03.04.2006, 02:11
Titel: Sie haben recht
Antworten mit Zitat
Sie haben in der Tat recht mit der Anmerkung, ich sei kein großer Kritiker der Hegemonie des Kapitals. Das möchte ich natürlich nachholen: Liebes Kapital , bitte gib deine Hegemonie auf. Ich als Philosoph habe die Aufgabe, dich, Kapital, zum Aufgeben zu bewegen. OK, das ist erledigt, ich hoffe, das Kapital wird noch heute beschämt einpacken.
Übrigens hat Karl Marx schon 1857 erkannt:" Die Globalisierung wird nicht aufzuhalten sein, wer es dennoch versucht, ist ein Thor."
Viele Grüße
Sloterdijk
Nach oben
Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 03.04.2006, 02:32
Titel: Na bitte
Antworten mit Zitat
Hallo Herr Sloterdijk,

aller Anfang ist schwer. Aber schon der Versuch verdient Achtung. Gratuliere.

Gut dass Marx wie ein engelsgleiches Gottesgeschöpf immer Recht hat. Da können wir uns so wunderbar dran aufhängen und brauchen unsere Synapsen nicht mit unnötigen Aktivitäten zu belasten. Strengt ja auch an.

Die Globalisierung, wie Marx sie gesehen hat, hat mit der konzernpraktisch eingefädelten Weltein- und verkaufssituation, made in US-America, nicht viel zu tun. Denn die absehbare "Verkleinerung der Welt" auf Tennisballgröße, was Handel und Wandel anbetrifft, ist etwas anderes als die willig hingenommene Herrschaft der Konzerne. Diese Herrschaft ist ja nur ein spätes Ergebnis der von Marx gesehenen Globalisierung, nur ihr Auswuchs. Im Unterschied zum Marxschen Verständnis von Globalisierung wird heute gemeinhin mit dem Begriff Globalisierung aber intuitv die unabwendbare und angeblich notwendige Herrschaft der Global Player verstanden.

Wenn der Mensch vom Arzt pauschalsystemische Weisheiten gesagt kriegt, heißt das noch lange nicht, dass dieser Mensch sich still hinsetzen und traurig die tatsächlich dann auftretenden Krankheiten erdulden soll. - In der unendlichen Geduld dessen, der darin das Unabwendbare wähnt.

Grüße,

Rüdiger Hentschel
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  
Neues Thema eröffnen Neue Antwort erstellen www.online-polemik.de Foren-Übersicht »»» Hier kann jeder mitreden!
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter


Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Eilfusion?
Seite bewerten
Feedback ansehen
Super-Egoismus
Offener Brief wegen ständig steigender Lärmbelästigung
Tarifrechner!
Archiv
Ihre Meinung!
» Forum

Letzte Aktualisierung am 27.03.2007

Neue Seiten

Online-Polemik-Site-Suche:
Haftungsausschluss | Copyright © Rüdiger Hentschel