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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 05.02.2005, 13:44
Titel: Der Markt rechtfertigt nicht die Ausbeutung der Menschen |
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| Kapitalismus und Marktwirtschaft gehen nicht verloren, wenn Konzerne weltweit in die ganz normalen Pflichten eingebunden werden, die sonst jeder Mensch zu erfüllen hat. Der Glaube, Konzerne müssten eine Sonderrolle in der Welt spielen, ist eine Fiktion, die nur auf Geldmacht beruht.
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Trulla
Gast
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Verfasst am: 14.03.2005, 02:53
Titel: endlich, endlich, endlich, endlich! |
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| Die Kassierwut der Konzerne scheint ja jetzt endlich ein wenig in den Blick der Politiker zu geraten. Mir ist es sowie so ein Rätsel, wie die das so viele Jahre durchgehalten haben, ganze Nationen zu übervorteilen. Bis der letzte Konzern sich wie jeder andere auch in die Menschengemeinschaft einreiht vergehen bestimmt noch 20 Jahre. Aber es muss sein! Sonst wird die Zukunft düster. - Herr Bush!
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Ramses
Anmeldungsdatum: 14.03.2005 Beiträge: 1 Wohnort: Hohenlohe |
Verfasst am: 14.03.2005, 15:00
Titel: |
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Servus miteinander,
heute bin ich durch Zufall auf diese Seite gestoßen und wollte auch gleich meinen "Senf" zum Thema dazu geben.
Meiner Meinung nach weicht die staatliche Souveränität zunehmend einer durch Konzerne und Firmen bestimmten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung. Früher oder später führt dies zu sozialen Konflikten.
Letzendlich sind es die gesellschaftlichen Werte, welche die Rolle der einzelnen Komponenten einer Gesellschaft bestimmen. Der Kapitalismus, welcher nur eine rein monetäre Bewertung der gesellschaftlichen und politischen Ziele erlaubt, wird dem Mensch und seinen humanistischen, religiösen und gesellschaftlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Bürger- und Menschenrechte werden sich schon bald im Wettbewerb um ökonomische Ziele befinden. Ein Umdenken in der westlichen Werten ist notwendig, um die Gesellschaft nicht zu einem Spekulationsobjekt monetären Strebens unterzuordnen. Bürger- Menschen und demokratische Rechte, sowie auch der Verbrauch von Ressourcen müssen einer Nachhaltigkeit unterworfen werden. Nicht die Ausbeutung von Ressourcen und das Erzielen von Gewinn muß zu einem Wertmasstab werden, sondern der Nutzen von Konzernen, Firmen und Kapitalanlagen für die Gesellschaft im Allgemeinen ist zukünftig als Masstab für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Handeln anzusetzen.
Eine Abkehr von der spekulativen Kapitalwirtschaft hin zu einer mehrwertorientierten Volkswirtschaft scheint die einzig denkbare Lösung zu sein.
Falls Interesse besteht würde ich gerne weiter darüber diskutieren. _________________ Leben und Leben lassen.
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 16.03.2005, 02:10
Titel: weiterdiskutieren, naklar! |
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| Aber ich glaube, dass die von uns allen ersehnte Entwicklung weg von der Ausbeutung nicht ohne den bewussten Willensakt der Politik abgehen kann!! Weder Revolte noch Gewalt eines Bush können den Weg in eine erträgliche Welt ebnen, sondern nur der engagierte, an Menschlichkeit orientierte Einsatz der Politik. - Das heißt: Weg vom Liberalismus, weg vom Darwinismus - und sich von den Konzernen nicht mehr erpressen lassen. - Viel Hoffnung hab ich nicht. - Die jetzige Phase scheint aber gut dafür zu sein. Die Menschen haben - hoffentlich - die Nase voll vom Konkurrenzkampf! Es gibt höhere Werte. Aber über eine normale Entwicklungsschiene geht das nicht. Die Politik muss sich zur Menschlichkeit gegen das Geld bekennen. Die Arbeitslosen zwingen sie endlich dazu. Die Konzerne vermehren die Arbeitslosen. Dadurch wird der Druck nur noch größer. Ich möchte fast schon sagen, jeder Arbeitslose ist automatisch ein Kämpfer für die richtige Richtung, weil er die Regierung - Gott sei's gedankt - endlich zum Nachdenken und zum Handeln zwingt.
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trulla
Gast
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Verfasst am: 16.03.2005, 02:49
Titel: das klappt nicht! |
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| Es wird sich nichts ändern. Dazu sind die Machtverhältnisse einfach zu eindeutig. - Was will die Politik da denn überhaupt machen?!
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trulla
Gast
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Verfasst am: 16.03.2005, 14:10
Titel: mehrwertorientiert |
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hin zu einer mehrwertorientierten Volkswirtschaft
Ramses, was meinst du in diesem Zusammenhang mit "mehrwertorientiert"?
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Gast
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Verfasst am: 21.03.2005, 12:13
Titel: Zur Ökonomie |
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Servus nachnehmer,
Servus Trulla,
nachdem ich Eure Antworten schon vor ein paar Tagen gelesen hatte, jedoch aufgrund einiger Umstände nicht sofort antworten konnte, möchte ich jedoch noch unbedingt darauf antworten.
@nachnehmer
Ich bin auch der Ansicht, dass Gewalt nur zu einer temporären Veränderung gesellschaftlicher Strukturen führt. Mit Gewalt wurde noch nie ein Problem gelöst oder eine Entwicklung positiv beeinflusst. Allerdings fordert die gegenwärtige politische Kultur Widerspruch heraus, indem diese sich immer weniger an demokratische Spielregeln hält und Demokratie dort zu begrenzen versucht, wo diese den Zielen einer kapitalistisch - neoliberalen Ordnung nicht nützt. Demokratie, die Menschenrechte und der westliche Wohlstand lassen sich nur durch den Umstand realisieren, dass diese Werte einer immer größeren Gruppe von Menschen vorenthalten werden. Die demographischen und politischen Realitäten der Welt machen aus demokratisch, kapitalistischen Gesellschaften zunehmend raubkapitalistische Imperialisten, welche die als Globalisierung dargestellte Amerikanisierung der Welt dazu benutzt, die eigenen Gesellschaften mehr und mehr zu entdemokratisieren. Menschen-, Bürger-, und internationales Völkerrecht werden zunehmend durch die Ökonomie verdrängt und ersetzt. Staatliches Handeln, welches bisher in den westlichen Demokratien als rechtsstaatlich bezeichnet werden konnte, weicht zunehmend durch Privatisierung und Globalisierung einer interessensgesteuerten Ökonomie, welche ausschließlich monetäre Werte kennt. Der Mensch wird zunehmend zum Diener seiner eigenen ökonomischen Modelle. Dabei werden gesellschaftliche Strukturen geschaffen, welche sich durchaus mit feudalistischen Gesellschaften vergleichen lassen. Der Monetarismus von Reagan und Thatcher in den 80ern ausgerufen, fand mit Kohl auch in der sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik einen willigen Vertreter.
Wie bereits Harry G. Johnson schon 1971 in einem Aufsatz bemerkte, geht es dem Monetarismus als Gegenrevolution des Keynesianismus darum, einen wirksamen theoretischen, ideologischen und wirtschaftspolitischen Gegenschlag zum Keynesianismus zu führen, der nach dem zweiten Weltkrieg im ideologischen Wettstreit mit dem Sozialismus oder Staatskapitalismus des Ostens in den westlichen Industrieländern große Bedeutung gewann. Schleichende Inflation und wachsende Staatsverschuldung waren die Gründe für eine Abkehr vom Keynesianismus. Der Monetarismus wirkte als Wegbereiter für den Neoliberalismus und die Globalisierung.
Was den Neoliberalismus moderner Prägung propagiert, ohne jede Scham, in geradezu unverschämter Weise, ist die hemmungslose und grenzenlose Freiheit des Kapitals, die angeblich die beste Gewähr für eine „optimale Allokation der Ressourcen“ bietet. Und dies unter zynischer Inkaufnahme all der ökonomischen, sozialen, ökologischen und emotionalen Krisen und Katastrophen, die dieses System in globalem Maßstab hervorgetrieben hat und in wachsendem Maße hervortreibt.
Folgende Grundsätze bleiben vom Neoliberalismus als Nachfolger des Monetarismus weitgehend unbedacht:
- die Natur als letzendliche Quelle der Produktivität,
- die menschliche Arbeitskraft als Quelle der Wertschöpfung,
- die Problematik entfremdeter Arbeit,
- der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital,
- die Problematik des Zinssystems
- die krisenhafte Anfälligkeit des Kapitalismus,
- die Problematik der Privatisierung von Ressourcen,
- die Problematik von Marktvermachtungen.
Nach monetaristischer Ansicht mussten die keynesianistischen Gesellschaften durch die Drosselung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, welche durch die übermäßige Verschuldung öffentlicher Haushalte und die Kapitalmärkte überdehnt waren und zu einer Inflation geführt hatten, zunächst einmal mit einer Begrenzung der Kapitalerträge und der öffentlichen Verschuldung auf Kurs gebracht werden. Die in den westlichen Gesellschaften aufgeblähten Sozialprodukte führten dazu, dass die Unternehmensgewinne trotz hohem Verbrauch von Gütern durch den Verfall der Marktpreise sanken. Nur Unternehmen, welche aufgrund ihrer Position am Markt und technologischem Fortschritt noch fähig sind Gewinne zu erwirtschaften (also meist internationale Monopolisten), können diese neoliberale Rosskur auf längere Sicht überstehen. Unternehmen, welche nicht über die vorgenannten Vorteile verfügen, müssen durch konsequente Reduzierung der Kosten z.B. auch durch Reduzierung der Arbeitsplätze und deren Verlagerung in Niedriglohnländer, die Möglichkeit zum wirtschaftlichen Überleben suchen. Die Kosten der Unternehmen für Investitionen und deren Finanzierungskosten nehmen gleichzeitig einen immer höheren Anteil ein. Die Schwächung gewerkschaftlicher Einflussmöglichkeiten, wie auch der übrigen Gesellschaft auf die strategischen Entscheidungen der Unternehmen ist dabei nur eine von vielen Forderungen der Wirtschaft, um das Überleben der Mehrzahl von Betrieben sichern zu können. Der durch Globalisierung und Internationalisierung geschaffene erweiterte Markt für unternehmerisches Handeln führt daher zwangsläufig zu einer Senkung der Reallöhne und der Unternehmenssteuern, da dies jederzeit mit einer notwendigen Anpassung der Unternehmen nach den Maßstäben eines globalen Marktes begründet werden kann. Die Privatisierung staatlicher Monopole verschafft den Unternehmen in den westlichen Gesellschaften eine zusätzliche Basis wirtschaftlicher und unternehmerischer Betätigung. Dabei werden zunehmend gesellschaftlichen Aufgaben einem direkten gesellschaftlichen Einfluss entzogen. Die Handlungsmöglichkeiten staatlicher Akteure werden zunehmend kleiner.
@Trulla
Mehrwertorientiert
Einen gesellschaftlicher Vorteil lässt sich nur durch die Schaffung von Werten mittels menschlicher Arbeit schaffen, dies wusste schon Marx und behandelte dieses Thema ausführlich in, „Das Kapital“, welches heute immer noch unumstritten Gültigkeit besitzt. Durch den Abzug von immer mehr Kapital aus dem Kreislauf des Wirtschaftens mit Gütern und menschlicher Arbeit, den klassischen Volkswirtschaften, hin zu Kapitalmärkten, welche scheinbare Gewinne mit wesentlich höheren Renditen als Volkswirtschaften versprechen, wird notwendiges Kapital den Volkswirtschaften entzogen, bzw. wesentlich verteuert. Die Schaffung eines volkswirtschaftlich sinnvollen Mehrwertes steht nicht im Interesse von Kapitalanlegern, sondern einzig und allein deren Vermehrung des eingesetzten Kapitals. Ein Umstand dem die sog. Tobinsteuer entgegen zu wirken versucht, jedoch bisher nicht über die Bedeutung eines utopischen Modells hinausgekommen ist.
In der Vergangenheit gab es hierzu einige vielversprechende Ansätze, das Experiment von Wörgl und die Ideen von Silvio Gesell scheinen dabei aktueller zu sein als jemals vorher.
Gruß
Ramses
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 25.03.2005, 00:10
Titel: Ramses, du scheinst richtig Hintergrundwissen zu haben! |
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Danke für deinen Beitrag. Jetzt müsste das eingängig formuliert und als html-Seite eingebunden werden. Das wäre nicht schlecht.
Die SPD macht ja jetzt langsam die Schritte in die richtige Richtung. Auf die Idee kann man kommen, wenn man in den Nachrichten über das neue Partei- oder Grundsatzprogramm etwas hört. (Haben die etwa meine Seite gelesen )
Enttäuscht bin ich, dass schon nach zwei Tagen die gerechtere Besteuerung der Konzerne fallen gelassen wurde. Erstaunlich, wie Themen, die Konzernen ins Gehege kommen, nur Eintagsfliegencharakter haben.
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trulla
Gast
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Verfasst am: 27.03.2005, 02:27
Titel: und wo sammelt sich das Geld? |
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Geht bei all dem Geld verloren? Oder sammelt es sich nicht in den Kassen der Reichen? Wie hängt denn das Sinken der Löhne und der Unternehmenssteuern mit dem Rest der Welt zusammen. Irgendwo muss doch der Reibach bleiben.
Kann sein, dass ich jetzt so richtig doof gefragt habe. Aber wenn du mir das mal auseinanderlegen könntest, ..........
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