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Udo-S
Anmeldungsdatum: 05.01.2006 Beiträge: 9 Wohnort: Greifenstein |
Verfasst am: 07.01.2006, 17:38
Titel: Folter durch Straßenzustand |
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Wer unsere Hauptverkehrsverbindung täglich zur Schule, Arbeit, zur Behörde oder zum Einkaufen fährt, wird täglich vor seiner Haustüre gefoltert. Die L3046 ist in einem lebensgefährlichen Zustand. Wir haben durch unsere Steuergelder einen guten Zustand unserer Straßen bezahlt. Die Schienen wurden abmontiert, die Straße kaputtgefahren, die Mineralölsteuer steigt. Bedingt durch die Autobahn-Maut hämmern jetzt noch die dicken Brummis auf der völlig desolaten und im Winter extrem gefährlichen Piste vom Westerwald zu Tale. Wir sind zur Mobilität verdammt, wenn wir nicht verhungern wollen und müssen diese Piste fahren. Die Straße ist ein 10km langes Armutszeugnis der Verantwortlichen, ein Betrug am Bürger und spottet jeder Beschreibung. Wir haben was anderes verdient - und vor allem bezahlt- als das.
Wer sich die Bandscheiben verbiegen möchte, kann uns gerne mal besuchen kommen. Ich weiss, daß es vielerorts genauso verwahrlost aussieht. Nach unseren Kommunalwahlen am 26.März werden wir im Kreistag und Ortsbeirat deswegen gehörig Dampf machen. Auch das gehört zur Basisdemokratie, sich nicht mit allem zufrieden zu geben.
So gerne ich über unsere internen Probleme spreche, viel lieber würde ich Politik machen, die uns in unserer Lebenssituation hilft.
Lieber Gruss
Udo
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 07.01.2006, 19:29
Titel: Kreislauf |
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Hallo Udo,
unser (heute bestverkaufter) Verbal-Philosoph Peter Sloterdijk behauptet, dass es den Deutschen einfach zu gut ginge.
| Zitat: | | Tatsächlich haben wir ein Fortunatus-Märchen im Großformat realisiert. Selbst wer nichts verdient, begegnet im Sozialstaat einer Minimal-Fortuna - auch wenn sie heute einen so unschönen Namen wie Hartz IV trägt. Das ist zwar eine ziemlich abgemagerte Glücksgöttin - aber sie tut weiter ihren Dienst. |
http://online-polemik.de/sloterdijk-wird-endlich-konkret.htm
Mit jeder Schließung einer Produktionsstätte in Deutschland, mit jedem entlassenen Arbeiter wird der Staat weiter belastet und verliert Steuerquellen. Das Verrotten unserer Straßen mag zurzeit noch eine direkte Folge der Wiedervereinigung sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Möglichkeiten der Öffentlichen Hand Tag für Tag immer geringer werden, weil es Konzernen grundsätzlich erlaubt ist, die Volkswirtschaften gegeneinander auszuspielen. Sie sind keine Insassen des Staates mehr, sondern direkte Konkurrenten des Staates geworden.
Der Niedergang unserer Volkswirtschaft wird noch extrem deutlicher werden, bevor die Folgen der Gloablisierung erkannt werden. Denn die Globalisierung ist nicht nur das Zusammenwachsen der Volkswirtschaften, sondern in viel höherem Wirkungsgrad die nicht wahrgenommenen Machtansammlungen und die übergeordneten Rechte der Konzerne!
Grüße,
Rüdiger
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Udo-S
Anmeldungsdatum: 05.01.2006 Beiträge: 9 Wohnort: Greifenstein |
Verfasst am: 07.01.2006, 20:27
Titel: Lösungsorientiert arbeiten |
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Danke für Deinen Beitrag. Auch für die philisophischen Gedanken, die offensichtlich nur ausserhalb des heutigen Alltagslebens oder dem der Hartz IV Empfänger entstehen konnten und aus einer rein betrachtenden Position, die durch elitäre Wertvorstellungen und sprachlicher, ja abwertender Distanz zu den Betroffenen geprägt sind.
Es gibt auch in anderen Bereichen mehrere Möglichkeiten, auf Problematiken zuzugehen. Die analytische, grundlagenorientierte Betrachtungsweise, die das Ganze inkl. der Entstehungsgeschichte einbezieht und ziemlich langwierig und schwierig ist. Und als praktikablere Variante die, die aktuelle Mißstände aufgreift, das offensichtliche anpackt und mit den Mitteln zu begegnen sucht, die im Moment verfügbar sind, um sich dann grundlegenderen Dingen zuzuwenden.
Die defekte Straße ist ein Thema, das bei uns sehr viele betrifft. Bei den vielen Gesprächen mit den Leuten aus unseren Gemeinden ist mir eines klar geworden: Man erwartet von uns frischen Wind und dass die Themen der "normalen Menschen" ihren Sorgen und Nöten stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.
Damit haben wir eine Chance, die andere Parteien verspielt haben. Wenn wir es schaffen, dass diese blöde kaputte Straße neu asphaltiert wird, haben wir mehr erreicht, als nur einen ordentlichen, sicheren Verkehrsweg.
..
Wenn Sony oder Intel das Geld für den Asphalt stiftet, wäre es mir recht. Am liebsten wäre mir noch, sie würden gleich dazu eine Fabrik in Wetzlar oder Herborn bauen und mit ihren Steuern die Kassen der Kommunen aufbessern.
..
Bis dahin müssen wir sehen, wie wir es schaffen können, dass unsere Heimat nicht abgehängt wird und deren Einwohner nicht weiter verarmen und sozial an den Rand gedrängt werden. Die Konzepte hierfür zu entwickeln und die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass es Perspektiven gibt, dafür sind wir Politiker einer kleinen linken Partei auch da. Nicht nur die allmächtigen Wirtschaftsbosse und Konzerne.
Gruss
Udo
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 07.01.2006, 21:00
Titel: Übereinstimmung |
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Hallo Udo,
die Ausnahmeerscheinung ist sehr angenehm. Nämlich die, dass jemand "aus dem wirklichen Leben" kurzerhand sieht, was es ist:
| Zitat: | | ... die durch elitäre Wertvorstellungen und sprachlicher, ja abwertender Distanz zu den Betroffenen geprägt sind |
Meine persönliche Erkenntnislage ist die, dass die allmächtigen Wirtschaftsbosse und Konzerne tatsächlich gegen das Gemeinwesen arbeiten und mit der Globalisierung auch alle Rechte dazu haben und ausnützen. Sollten einmal Spenden oder Steuern fließen, sind das Ausnahmen und Trostpflästerchen. - Oder hat Bad Nauheim (wo ich vor zwei Jahren wohnte) etwas davon, dass Walldorf bei Heidelberg die reichste Gemeinde Deutschlands ist? (durch SAP)
Die Macht der Konzerne wird in meinen Augen auch dadurch gestützt, indem sie hier und da fürchterlichen Wohlstand bringen. Dadurch nehmen sie viele für sich ein. In Wirklichkeit aber schädigen sie auf viele Arten die Volkswirtschaften nachhaltig.
Ein Vergleich: Als Microsoft die Idee hatte, alle Arbeitsplätze ohne Festplatte zu konzipieren, um alle Daten der Microsoft-Benutzer-Welt zentral auf dem Microsoft-Server zu lagern, war Microsoft kein Erfolg beschieden. Wenn aber derjenige, der das mitgemacht hätte, dadurch auf einen Schlag Millionär geworden wäre, hätte Microsoft diese Idee schleichend oder schnell bis heute schon lange verwirklicht.
So machen sich die Politiker von dem Fortkommen der Regionen durch Konzernliebe abhängig und unterlassen das grundsätzliche Nachdenken über und die Kritik an der Entwicklung, die Konzerne weltweit auslösen: Das ist der Niedergang der Volkswirtschaften, die dem Willen der Konzerne nicht gehorchen.
Oder anders formuliert: Die punktuell gesetzten Vorteile durch die Präsenz von Konzernen sind das Schmiermittel für die globale Machtverlagerung in die Wirtschaft, in die Wirtschaft, die einmal in den Zwillingstürmen saß.
Grüße,
Rüdiger
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Udo-S
Anmeldungsdatum: 05.01.2006 Beiträge: 9 Wohnort: Greifenstein |
Verfasst am: 08.01.2006, 03:05
Titel: Morgen |
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Hi Rüdiger, morgen laufe ich mir mit meinen Parteifreunden die Füsse für Unterstützungsunterschriften platt. Bis 26. März werde ich um Stimmen für unsere Partei und unsere Kandidaten auf kommunaler und Kreisebene kämpfen. Und wenn wir es schaffen, einen kleinen Wählerauftrag zu erhalten, werden wir versuchen, das Machbare zu machen.
Bis bald & werde mich später noch zu einigen Aspekten Deiner Ausführungen melden.
Udo
Zuletzt bearbeitet von Udo-S am 08.01.2006, 09:59, insgesamt einmal bearbeitet |
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 08.01.2006, 03:31
Titel: so isses |
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man kann sich nicht zerteilen. Ganz viel Erfolg und gute Erlebnisse!
Grüße,
Rüdiger
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Udo-S
Anmeldungsdatum: 05.01.2006 Beiträge: 9 Wohnort: Greifenstein |
Verfasst am: 08.01.2006, 11:10
Titel: |
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Moin Rüdiger, ich stimme mit Dir überein, wenn Du das schreibst:
| Zitat: | So machen sich die Politiker von dem Fortkommen der Regionen durch Konzernliebe abhängig und unterlassen das grundsätzliche Nachdenken über und die Kritik an der Entwicklung, die Konzerne weltweit auslösen: Das ist der Niedergang der Volkswirtschaften, die dem Willen der Konzerne nicht gehorchen.
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Von der Übermacht der Übermächtigen zur politischen Basis:
Zunächst freue ich mich darüber, daß ich hier in der WASG eine Gruppe positiver Menschen gefunden habe, die ein kritisches politisches Bewußtsein haben und mit denen ich überhaupt solche Themen besprechen kann. Über das Reden hinausgehend haben wir mit 5,7% eines der besten Ergebnisse in Hessen erreicht. Wir sind dabei von dieser Basis aus in den Kommunen und auf Kreisebene etwas zu erreichen. Die kontraproduktive interne Zwangsvereinigungsbestrebung bindet unnütz Kräfte und behindert uns dabei, unsere Energie darauf zu konzentrieren, unbestreitbar vorhandene Chancen zu nutzen. Wenn auf unserem Produkt PDS steht, wird das die Leute hier abhalten, uns zu wählen. Wir sollten aber das Produkt anbieten, das vom Kunden gewünscht ist -um in dieser Terminologie zu bleiben- sonst wird man uns nicht genügend abkaufen. Es müssten doch sogar die Zwangsvereinigungsneurotiker des Vorstands begreifen, daß andernfalls sinnlos Einfluß verschenkt wird und starke Streiter für die linke Sache herausgetrieben werden. Austritt und Parteineugründungen/Eintritt in FSG o.ä. sind für mich keine Alternativen, weil nach meiner Lebenserfahrung die gleichen Abläufe stattfinden werden, wenn eine bestimmte Größe erreicht ist und "Machtmöglichkeiten" in greifbare Nähe rücken.
Eine gewisses Rückrat und Vertrauen auf die eigene Stärke sollte in der parteiinternen Politik auch innerhalb des Vereinigungsprozesses vorhanden sein. Wie sollen sonst unsere Politiker und Kandidaten das Rückrat in tatsächlichen Verhandlungen haben ?
*
Die Übermacht der Übermächtigen in der Wirtschaft führt nicht dazu, daß ich mich ohnmächtig zurücklehne und mir ohnmächtige Mitleider suche. Wichtig ist, mit welchem Bewußstein wir in diesem Leben unsere Politik gestalten und vorleben und von welchem übergeordneten Ziel wir uns leiten lassen.
Und da bin ich wieder bei Dir: In den Verhandlungen mit wirtschaftlich Mächtigen ist die kritische Distanz zu den Verhandlungspartnern wichtig. Damit wir nicht regional ausgespielt werden können und die Machtbedürfnisse regionaler Klüngel dazu führen, dass hier und da ein paar Brosamen genügen oder ein wenig Korruption, damit die Konzerne unkontrolliert ihre eigenen Interessen ungehemmt durchsetzen können und sich nicht durch Umzug in andere Regionen entziehen können, ist eine überregionale Standardisierung der Spielregeln und internationaler politischer Übereinkünfte notwendig.
Eine vereinigte europäische Linke ist ebenso notwendig, wie die Neudefinition von Spielregeln in globalen Märkten. Bis wir da angelangt sind, wird Aufbauarbeit und werden noch ein paar Wahlen notwendig sein.
Zuersteinmal wünsche ich mir eine menschenwürdige Straße vor meiner Haustüre, damit ich mit meinen Nachbarn gesund zur Arbeit und in den Alltag komme.
Und jetzt gehe ich Klinken putzen für Unterstützungsunterschriften.
Gruss
Udo
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 10.01.2006, 19:28
Titel: Wird wahrscheinlich mehr werden. |
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| Zitat: | | Eine vereinigte europäische Linke ist ebenso notwendig, wie die Neudefinition von Spielregeln in globalen Märkten. Bis wir da angelangt sind, wird Aufbauarbeit und werden noch ein paar Wahlen notwendig sein. |
Hallo Udo,
ich glaube ziemlich fest daran, dass mehr nötig sein wird. Wahrscheinlich werde ich das nicht mehr erleben. Aber ich will mal zwei Punkte nennen, die sich meines Erachtens wandeln müssen:
Die Linke
Der Begriff "Die Linke" muss mehr in die Begrifflichkeit des Menschlichen rücken. Sozialismus hin, Sozialismus her. Letztlich wird die Notwendigkeit der Einigkeit der Menschen gegen die Wirtschaftsmacht der Konzerne sich in der vereinigten internationalen Menschlichkeit ausdrücken müssen. Das hat die WASG namengebungsmäßig schon vorweggenommen. Weltweit muss "Die Linke" eher zu der "Die Menschliche" werden. Denn in ihr werden Systemfragen nicht so eine große Rolle spielen, sondern die Regelung der Machtbefugnisse innerhalb des Systems. Sicher wird das System von innen heraus bestimmt und beeinflusst und damit auch kontinuierlich verändert. Deshalb rücken Begriffe wie Kapitalismus und Szialismus in den Hintergrund und der Vordergrund wird bestimmt von der Frage: Was ist der Mensch wert gegenüber den Konzernen.
Demokratie
Die Demokratie muss in allen Schichten und Gremien die oberste Priorität haben, wenn überhaupt die Menschen gegen die Mächtigen des Systems ankommen wollen. Das wird bei uns noch ziemlich klein geschrieben. Die "Sach- und Geldzwänge" hebeln noch zu oft menschliche Zusammenhänge aus. (Folter wird nicht geächtet und Öl fördernde Nationen auf dem afrikanischen Kontinent werden direkt in die Hände von Konzernen ausgeliefert.)
Der richtige Weg ist in der UR-WASG eingeschlagen worden. Leider ist der Karren vor einige Wände gefahren. Ich hoffe sehr, dass er nach der Reparatur wieder lostuckert.
Grüße,
Rüdiger
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Udo-S
Anmeldungsdatum: 05.01.2006 Beiträge: 9 Wohnort: Greifenstein |
Verfasst am: 15.01.2006, 17:02
Titel: Dann hilf der Reparatur-Crew |
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Hallo Rüdiger, dann hilf uns die Karre zu reparieren und vor allem so stabil zu machen, dass sie nicht so schnell wieder liegen bleibt. Vielleicht ist ja auch ein Ölwechsel notwendig.
Gruss
Udo
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Friedrich Hunold
Administrator
Anmeldungsdatum: 17.10.2005 Beiträge: 237 Wohnort: Köln |
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