Globalisierung und Neoliberalismus füllen den Konzernen die Taschen.

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Ehemalige PDS frisst WASG [07.08.05]
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 29.09.2005, 01:17
Titel: Na! Das ist aber zu differenziert!
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Zitat:
Aber diese idiotische Glaubenshaltung der überall vereinzelten und gegen einander aufgehetzten Individualisten ist nicht der Neo-Liberalismus. Die Glaubenhaltung ist nur die Stimmung, in der die dem „Erfolg“ hinterher laufenden menschlichen Lemminge sich bei Laune zu halten versuchen, auf dem wahnsinnigen Weg in die immer perfekter werdende Entsolidarisierung aller Betroffenen.


Hallo Martin,

doch, doch. Der Individualismus, der die Menschen gegeneinander aufhetzt, ist in meinen Augen ein wesentlicher Bestandteil des Neoliberalismus.

Grüße,

Rüdiger
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 137
Beitrag Verfasst am: 01.10.2005, 20:55
Titel: Ismen
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Lieber Rüdiger,

ich denke, Du kennst den politischen Lehrsatz aus dem alten Rom: „divide et impera“ ... teile und herrsche! Es vergrößert die „Freiheit“ der neoliberalen Kapitalbesitzer, wenn die Menschen der Welt auf nahezu allen Ebenen in die Konkurrenz aller gegen alle geradezu gezwungen werden.

Innerhalb dieser Konkurrenz werden wir gegen einander aufgehetzt und dadurch vereinzelt ... von einander geteilt. Wir sollen als gegen einander Konkurrierende für die Vergrößerung des Gewinns zusammenarbeiten, nicht für uns. Nicht der Individualismus „hetzt uns auf“, es ist die von Oben gewollte Konkurrenz. So kann man uns besser beherrschen und demoralisieren.

Die Ismen sind die dazu passenden Geisteshaltungen, zirkuläre Interpretationsmuster und Ideologien, die uns einreden wollen, das müsse so sein und sei schon immer so gewesen.

Die individualistische Ideologie flüstert uns ein, der Mensch, das Individuum, sei nun mal von seinem Wesen her allein und das sei schon immer so gewesen. Großer Unfug!

Die Menschen konnten nur überleben, weil sie zur geordneten Zusammenarbeit, zum gegenseitigen Verständnis und zum intelligenten Eingehen auf einander in der Lage sind. Sie sind eben NICHT per se allein sondern koalitionsfähig und kooperationsfähig ... fähig, sich zu sinnvollen großen Einheiten zusammen zu tun.

Das wissen und betreiben die liberalen Kapitalbesitzer besser und konsequenter als wir. Sie sorgen dafür, dass wir uns für sie (für ihren Gewinn) zusammen tun und nicht für uns. Das ist der ganze Trick. Der Individualismus ist die dazu passende resignative persönliche Haltung, die jeden Stachel des Widerstandes verloren hat.

Martin.
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 21.10.2005, 21:14
Titel: gerade das ist es
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Zitat:
Die individualistische Ideologie flüstert uns ein, der Mensch, das Individuum, sei nun mal von seinem Wesen her allein und das sei schon immer so gewesen. Großer Unfug!


Lieber Martin,

das Schlimme ist, dass sie ja damit recht haben! Nichts anderes als die einzige Möglichkeit dieses Punktes durch Überwindung dieses Alleinseins durch Lernen und Aufklärung ist das Mittel zur Gemeinsamkeit, die demokratisch ist. Aber in unserer Gegend (Europa) wird mittels Massenmedien diese Grundwahrheit, dass wir alle allein sind, als Schicksal und als Ursache fürs Schicksal und als Folge vom Schicksal hingestellt. Quasi als Schicksalsteufelskreis. Dass dieses Schicksal uns nicht daran hindern kann, durch den Einsatz unserer Großhirnrinde zu mehr zu kommen, zur Demokratie zum Beispiel, das wird geflissentlich verschwiegen.

Deswegen warte ich auf die Entwicklung, dass viele zum eigenen Denken zurückfinden und diesen Schicksalsteufelskreis ignorieren. Das war meine WASG-Hoffnung.

Die Basis des Liberalismus ist leider die darwinistische Welle geworden. Eine unzulässige Übertragung der Evolutionstheorie auf soziale Zusammenhänge. Damit hat es der Liberalismus ungleich leichter, die Menschen zu verführen.

Dagegen kann nur selbstbewusstes Denken helfen, das nicht uneingeschränkt sich von aktuellen Strömungen abhängig macht. Damit sind wir aber im Bereich des Traumes. Denn Einzelgänger waren z.B. Sokrates und Einstein. Massenmenschen (die Massen mitziehende Menschen) waren Hitler und ähnliche.

In einem Punkt gebe ich Dir uneingeschränkt Recht: Es ist kein Verlass auf die Menschen. Es muss eine Struktur gebaut werden, die die Menschen aufnimmt. Das ist die Organisation.

Aber, verrückt wie ich bin, hoffe ich auf viele Menschen, die sich auch ohne diese übergeordnete Struktur zusammenfinden und eine breite Basis schaffen für einen gewissen Durchbruch:

Wir sind das Volk!

Grüße,

Rüdiger
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 137
Beitrag Verfasst am: 22.10.2005, 13:03
Titel: Strukturen
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Lieber Rüdiger,

sie haben überhaupt nicht Recht, die Herrschenden, sie sind im Unrecht. Natürlich fühlt sich das gebeutelte Individuum in seiner oft völlig entfremdeten Arbeit und in der von den Herrschenden gewollten Konkurrenz aller gegen alle weitgehend allein. Das ist doch selbstverständlich. Und wenn das Individuum so „lebt“, als hätte es nur noch Feinde, dürfte es sich irgendwann auch nicht nur allein fühlen sondern auch weitgehend allein sein. Das ist kein Wunder und das ist politisch so gewollt. Nur so und nur dadurch werden wir zu willenlosen Arbeitsameisen des Kapitals. Das Alleinsein lässt sich nur „überwinden“, indem wir uns als ähnlich Denkende und von ähnlichen Interessen und Gefühlen motivierte Menschen er-leben/verhalten. Und dieses Erleben passiert nicht von allein.

In den wirklichen Massenmedien wird uns überhaupt nicht „diese Grundwahrheit, dass wir alle allein sind, als Schicksal und als Ursache fürs Schicksal und als Folge vom Schicksal hingestellt“. Das machen vielleicht ein paar Intellektuelle, die sich in ihren Ambivalenzen zwischen Reichen und Armen, zwischen Mächtigen und Gebeutelten, unwohl fühlen.

Die wirklichen Massenmedien gaukeln uns eine Welt vor, in der wir mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen aufgehoben sind ... wenn, ja wenn, wir tüchtig und erfolgreich sind. Und sie gaukeln uns auch vor, dass in „unserer Welt“, also in der kapitalistischen, „jeder“ glücklich und erfolgreich werden kann. Damit meine ich z.B. die Springer-Zeitungen und Sender wie RTL II. In Seifenopern und Serien wie OC California passiert so ziemlich alles, was einem als Gelackmeierten so passieren kann. Aber ersten sind die Gelackmeierten meistens „selber schuld“ und zweitens kommen irgendwie (unter Rahmenbedingungen die sich kein normaler Mensch leisten kann) alle „durch“. Irgendwie geht, wie durch Gottes Hand, keiner unter ... so als könne im Kapitalismus auch keiner unter gehen, der nur halbwegs angepasst bleibt.

Eine zweite Ebene ist die der Gefühle. In der gelebten Konkurrenz aller gegen alle bleiben die Gefühle nicht ehrlich und authentisch ... sie verrohen und die Produktion von schönem aber falschem Schein wird zur allgemein anerkannten Selbstverständlichkeit. In letzter Instanz kann man sich dann auf nichts mehr verlassen ... auch nicht auf die Gefühle. Und je mehr man nur noch in dieser Konkurrenz lebt, desto mehr kann man sich auch auf die eigenen Gefühle nicht mehr verlassen. Marx hat dafür den anschaulichen Begriff Charaktermaske geprägt. Nach einer Weile des Funktionierens fängt man an zu „glauben“, dass man das ist, was man für andere „sein soll“, wofür man in der Konkurrenz erscheinen soll. Natürlich gibt es dabei auch üble Einbrüche. Aber dafür hält die Industrie dann Antidepressiva bereit.

In dieser Welt verrohen die Mensch nicht nur sondern sie verarmen auch. Als mäßig wirksames „Gegengift“ hält die Unterhaltungsindustrie dann „grüne Blätter“ mit Geschichten aus der High Society und Bericht über Events wie der Tod von Diana bereit, in denen man sich ganz intensiv mit den „Opfern“ identifizieren kann. Den Tod des Nachbarn nehmen die Menschen nicht mehr wahr, aber beim Tod von Diana schleppen sie tonnenweise Blumen zum Buckinham Palast.

Das ist nicht nur „Mache“ der Massenmedien, das ist auch Bedürfnis der gebeutelten Menschen in ihrer Sehnsucht nach erlebter Solidarität. Wenn sie schon sonst mit nichts und niemandem mehr solidarisch sind, erleben sie es wenigstens in ihrer „Solidarität“ mit Diana. Dass die Massenmedien aus diesem Bedürfnis ein Geschäft machen, ist im Kapitalismus nichts Ungewöhnliches. Sie liefern, wenn die Gefühle schon nicht mehr stimmen, einen Gefühls-Ersatz, damit die Menschen in ihrer angespannten Inhaltslosigkeit nicht völlig verzweifeln. Und die Menschen brauchen das und wollen das, so lange sie nichts anderes haben und bekommen. Die Produkte der Massenmedien haben in ihrer Funktion Ähnlichkeit mit den Coca-Blättern, die die Spanier in den südamerikanischen Goldbergwerken an die Indianer verfüttert haben ... sie sollen die Menschen bei Laune und gefügig halten. Und die Menschen nehmen es an.

Von der „darwinistischen Welle“ wissen die meisten Menschen nichts. Das ist „wissenschaftlicher“ Schnickschnack für Intellektuelle. Die Massen muss man nicht mit Intellektualismen verführen. Sie leben fast nur noch auf dem Markt und auf dem Markt „herrscht“ das Recht des Stärkeren. Das ist so. Die Basis des Liberalismus ist nicht die „darwinistische Welle“ sondern der völlig ungebremste und schmucklose Markt als Selbstzweck. Da wird nichts „übertragen“ sondern (gewollter) sozialer Darwinismus (Konkurrenz pur) praktiziert ... weil man ihn politisch so will. Und je mehr die Menschen nur noch innerhalb dieser Konkurrenz leben, er-leben sie sich natürlich auch gegenseitig nur noch als Konkurrenten. Die (nach ihrem Wunsch) bedingungslos freien Kapitalbesitzer WOLLEN kein Gegengewicht zur Konkurrenz.

Du stellst alles auf den Kopf. Sokrates und Einstein waren keine Einzelgänger. Sokrates war DER bis heute unerreichte Meister des Dialoges ... was wohl nicht alleine geht. Und Einstein war aktives Mitglied der Friedensbewegung in einem dichten Netz sozialer Beziehungen. Hitler dagegen war ein echter Einzelgänger ... ein menschliches Ekel, den schließlich sein bester Freund nicht mehr aushielt. Es waren zwei Juden, die ihn, als er völlig in der Gosse lag, wieder auf die Beine halfen. Aber er hat nie wirklich dazu gelernt. Völlig vereinsamte Menschen brauchen Armeen, um ihren Kampf gegen alles Menschliche und die Menschheit weiter führen zu können ... und bleiben dennoch völlig allein. Nach allem, was wir über Hitler wissen, war er einer der vereinsamsten Menschen der Welt ... bis ganz zum Schluss. Natürlich habe ich dennoch keinerlei Mitleid mit ihm, ganz im Gegenteil ... aber Wahrheiten sollte man Wahrheit sein lassen. Seine Parteitage waren monströse Pseudo-Gemeinsamkeiten in denen Hass die Welt regierte, keinerlei Solidarität mit niemandem.

Dein Spruch „Wir sind das Volk“ ist eine inhaltslose und gefährliche Worthülse. Mit diesem Spruch haben sich große Teile des ostdeutschen Mitläufertums bedingungslos an den westlichen Liberalismus verkauft. Den differenzierteren und warnenden Stimmen hat niemand mehr zugehört. Sie WOLLTEN die „blühenden Landschaften“ die ihnen Kohl vorgegaukelt hat. Und sie WOLLTEN daran glauben. Und sie rannten massenweise, wie die Lemminge ins Meer, in den ökonomischen Untergang ihrer Betriebe und Arbeitsplätze, um sich besser an den freien (liberalen) Markt des Westens verschleudern lassen zu können. Sie kannten keine übergeordnete Struktur mehr. Die alte (DDR) hatte sich disqualifiziert. So hatten sie auch keine eigenständige Struktur mehr in ihrem Denken und Fühlen. Der Rattenfänger aus Bonn hatte mit ihnen ein leichtes Spiel. „Das Volk“ hat sich und seinen Reichtum an den bedingungslosen Gewinn verschenkt.

Dein „Traum“ von den Menschen, die sich „ohne Struktur“ ein differenziertes Bewusstsein verschaffen, ist ein reines Hirngespinst. Große Aufgaben lassen sich nur arbeitsteilig in sinnvoller Kooperation bewältigen. Die Organisationsform kann dabei, wie im Kapitalismus von außen (oder vom verselbständigten Gewinn) auferlegt oder selbst geschaffen sein. Aber ohne Kooperation lässt sich gar nichts erreichen. Martin.
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 23.10.2005, 14:40
Titel: gebe ich zu
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Zitat:
Du stellst alles auf den Kopf. Sokrates und Einstein waren keine Einzelgänger. Sokrates war DER bis heute unerreichte Meister des Dialoges ... was wohl nicht alleine geht. Und Einstein war aktives Mitglied der Friedensbewegung in einem dichten Netz sozialer Beziehungen. Hitler dagegen war ein echter Einzelgänger ... ein menschliches Ekel, den schließlich sein bester Freund nicht mehr aushielt.


Lieber Martin,

ich habe wieder Scheiße geschrieben. Tschuldigung. Ich meinte den geistigen Einzelgänger, den unangepassten "Selbstdenker". Ich entschuldige mich für meine ungenaue Ausdrucksweise.

... lese erstmal weiter ...

Grüße,

Rüdiger
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 23.10.2005, 14:46
Titel: So habe ich bisher nicht gesehen
Antworten mit Zitat
Zitat:
Und sie rannten massenweise, wie die Lemminge ins Meer, in den ökonomischen Untergang ihrer Betriebe und Arbeitsplätze, um sich besser an den freien (liberalen) Markt des Westens verschleudern lassen zu können.Und sie rannten massenweise, wie die Lemminge ins Meer, in den ökonomischen Untergang ihrer Betriebe und Arbeitsplätze, um sich besser an den freien (liberalen) Markt des Westens verschleudern lassen zu können.


Lieber Martin,

sie konnten es aber vorher nicht wissen, dass dieser prosperierende Westen den Osten nur als Futter zum Fressen gern haben würde. Insofern war und ist die friedliche Regung "Wir sind das Volk" nicht als das zu sehen, was diese wirtschaftliche und menschliche Verarschung hervorgerufen hat.

Den Ausverkauf des Ostens verantworten einerseits kapitalhörige Westpolitiker und das kompromisslose altunehrwürdige Staatssystem der ehemaligen DDR.

Die Menschen selbst, die, die auf die Straße gegangen sind, haben damit nichts zu tun.

Grüße,

Rüdiger
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Friedrich Hunold
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Anmeldungsdatum: 17.10.2005
Beiträge: 237
Wohnort: Köln
Beitrag Verfasst am: 23.10.2005, 15:58
Titel:
Antworten mit Zitat
Hallo ihr beiden ,

Was die ehemalige DDR angeht , wirtschaftlich , kann ich vielleicht auch etwas beitragen .

Unsere Kapitalisten haben nach dem Mauerfall , fast alle DDR Firmen aufgekauft . Mir kam es so vor , wie in den 70´er und 80´er Jahren , wenn zum SSV , die Menschen zu C & A gestürmt sind und sich um das letzte Hemd geprügelt haben . Viele Bürger der ehemaligen haben die Investoren begrüßt und als die Befreier gefeiert . Im ersten Jahr nach dem Mauerfall war ich in Potsdam . An jeder Ecke wurden Autohallen und Servicestationen gebaut . Fast jeder der ehemaligen DDR Bürger fuhren plötzlich Autos der Marke Ford, Opel ,Mercedes und andere . Fast alle der Bürger feierten die Einheit und damit auch die Freiheit . Zu der Freiheit gehörte auch die Konsumfreiheit . Nachdem dann die letzten Spargroschen der Bürger aufgebraucht waren , wurden die Autohäuser und Geschäfte geschlossen . Die Baufirmen schlossen ihre Filialen . Der wirtschaftliche zusammenbruch kam .

Diese Entwicklung sehe ich hier allerdings auch . Nur hier geht es langsamer vonstatten . Die einzige Vorzeichenänderung ist hier , das nicht wir ( Westdeutschland ) , sondern der Kapitalismus in der Welt zum Angriff auf Europa geblasen hat . Ich möchte sogar die These aufstellen , das wir in Westdeutschland , der Welt vorgemacht haben , wie man einen Staat ausbluten kann . Änderungen können nur durchgesetzt werden , mit einer ganz neuen Politik . Einer Politik die dem Kapital Grenzen aufzeigt . Ich möchte sogar soweit gehen , das ich sage , die Macht gehört dem Volk . Wir müssen dahinkommen , das die Firmen endlich das Mitspracherecht der Arbeiter einführen . Die Gewerkschaften müssten gänzlich umgebaut werden . Hauptamtliche Gewerkschaftsführer , die sich an dem großen Kuchen bediehnen brauchen wir nicht . Betriebsräte sollten alle zwei Jahre neu gewählt werden . Längste Amtsperiode 4 Jahre .

gruß
_________________
Friedrich
aus Köln

http://www.elaboratus.de
http://www.basis-demokratie.de
http://www.demokratischer-verein.de
http://www.friedrich-hunold.de
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 06.11.2005, 02:18
Titel: Es wird genau darauf hinauslaufen
Antworten mit Zitat
Lieber Friedrich,

die von Dir skizzierte Parallele zwischen dem Austrocknen des Ostens Deutschlands mit dem Austrocknen der ganzen Welt trifft knallhart zu. Auch ich war nach dem Fall der Mauer im Osten und habe meine genetische Heimat mal wiedergesehen. Da fuhr ein Sattelschlepper durch die engsten Dörfer. Er hatte eine einzige riesige Zigarette hinten drauf. Marlborough. Als ich dieses Fahrzeug sah, fiel mir alles Wohlgefallen runter, weil ich erkannte, dass alles nur ein Scheißgeldspiel ist.

Das ist die Strategie. Die Welt hat noch einiges vor sich. Aber ich bin mir sicher, dass irgendwann ein klarer Kampf entbrennt, der ein für allemal klärt, dass Geld weniger wert ist als Menschen.

Darauf hoffe ich.

Grüße,

Rüdiger
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