Globalisierung und Neoliberalismus füllen den Konzernen die Taschen.

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Große Mehrheit der WASG aus bürgerlicher Ecke [07.08.05]
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Gast





Beitrag Verfasst am: 27.08.2005, 23:30
Titel:
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hallo rüdiger,

ich hab mir das jetzt nicht alles durchgelesen.
wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, hälst du alles jenseits vom kapitalismus für zwangsläufig diktatorisch und menschenfeindlich?

dazu folgendes:
wenn man sich gründlich genug mit der ökonomischen grundlagen des kapitalismus auseinandergesetzt hat, weis man, dass die heutige entwicklung nicht durch politiker verschuldet ist, sondern dass sie zwangsläufig zur entwicklung des kapitalismus dazugehört.
wenn man also ausbeutung, umweltzerstörung und kriege, also erscheinungsformen des kapitalismus nicht nur "humaner gestalten" will (merkst du, wie absurd das klingt?), dann muss man sich zwangsläufig gedanken darüber machen, wie man das zusammenleben der menschen anders gestalten kann. es gab auf dieser erde schon menschen, die das gemacht haben (du weist, schon, marx und so).
ob deren überlegungen in allen punkten richtig sind, das steht für mich garnicht fest, aber dass man innerhalb des kapitalistischen systems diese probleme nicht lösen kann, da bin ich mir schon sicher.
dass auch der "real existierende" sozialismus keine lösung war, spricht doch aber nicht dagegen, nach anderen wegen zu suchen, oder?
ich habe mich z.b. mit den ideen beschäftigt, zu denen auf www.geldreform.de jemand materialien gesammelt hat. vielleicht ist das ja ein denkanstoss, den man weiterführen kann?

freundl.grüsse aus berlin, raik
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Gast





Beitrag Verfasst am: 27.08.2005, 23:52
Titel: millionen menschen
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ergänzung:

auch von 1933 - 45 hatten wir kapitalismus in deutschland und in afrika, wo millionen menschen und jede menge kinder verhungern, auch das ist kapitalismus.
bist du dir immer noch sicher, dass kapitalismus nur "richtig" gemacht werden muss und es nichts besseres gibt?
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 28.08.2005, 02:46
Titel: Kapitalismus als Sündenbock
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Hallo Raik,

ich will jetzt echt nicht störrisch sein. Deine Einwände leuchten ja grundsätzlich ein. Man könnte Deine Gedanken weiterführen, indem man sagt, der Neoliberalismus sei eine notwendige Fortentwicklung des Kapitalismus.

Doch genau wie Du sagst, dass man andere Lösungen und Möglichkeiten suchen sollte, kann ich sagen, dass der Kapitalismus als nichtideologische, sondern rein praktische Systemkomponente genau so eine Möglichkeit ist. Und die liegt extrem näher an der Realität als irgendwelche Wohngemeinschaften auf der Alm. (War Spaß)

Der Neoliberalismus ist per Kapitalmacht von den USA der Welt, insbesondere Lateinamerika und Teilen Asiens, aufgezwungen worden. Dieser Neoliberalismus wird von den USA aber immer nur dann praktiziert, wenn er für die USA Vorteile bringt. Ansonsten ist der Neoliberalismus ein einziges Übel, das ganz nebenbei die Segnungen des Kapitalismus (Reichtum, beste Versorgung der Bevölkerung und so weiter) ad absurdum führt. Dass natürlich der Kapitalismus die sachliche Grundlage für den Neoliberalismus darstellt, gebe ich offen zu. Aber ganauso kann er - vernünftig gehandhabt - Grundlage sein für ein ausgewogenes Staatswesen.

Dass in diesem vernünftigen Staatswesen auch sozialistisches Gedankengut Platz haben muss, ist selbstverständlich. Sonst kann das System Kapitalismus gar nicht im Zaum gehalten werden. Insofern verteufele ich den Sozialismus auch nicht. Aber ich kriege Pickel, wenn die Menschen sich auf ihn einlassen, als wäre er Gottes Wort oder so etwas.

Mir ist wichtig, dass theoretisch und praktisch getrennt wird zwischen einem politikneutralen Kapitalismus und einem, der sich in die Politik mit Geldmacht einmischt. - Und genau da setzt doch der Grundgedanke der WASG an! Die WASG ist die Partei, die unterschiedlichste Menschen und Denkungsarten vereinigt, indem sie das Schwergewicht auf soziale Gerechtigkeit legt.

In diesem Moment ist sie die einzige Kraft, die den Kapitalismus beibehalten und zügeln kann. Vielleicht werden die Menschen in fünf Jahren so arm dran sein, dass sie dies dann endlich merken.

Der PDS-Gedanke, das kapitalistische System wegzuoperieren, geht voll am Problem vorbei und wird dieser Partei den Hals brechen. Und wer sich dieser Partei eingliedert, geht mit ihr unter. Ich verstehe auch gar nicht, wie Lafontaine aus dieser Falle entrinnen will. Entweder er muss die Genossen unter seine Fittiche kriegen oder er macht wieder irgendwann den Abgang, weil er sieht, dass die ehemalige PDS nur aus Systemaustauschern besteht. Oder er kriegt einen Herzinfarkt wie Gisy und kann dann aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben.

Meine Meinung ist: Linke Kraft im Staate: unbedingt!!! Systemabholzung nein!

Vielleicht sind wir alle schon zu sehr an den Reichtum gewöhnt und können nicht mehr realisieren, dass dieser Reichtum ein Nebeneffekt des Kapitalismus ist. Dass dieser Reichtum immer falscher verteilt wird, ist schlicht die Auswirkung des Neoliberalismus.

Grüße,

Rüdiger


Zuletzt bearbeitet von Rüdiger Hentschel am 28.08.2005, 19:17, insgesamt einmal bearbeitet
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 28.08.2005, 03:19
Titel: muss auch noch was ergänzen
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Zitat:
wenn man sich gründlich genug mit der ökonomischen grundlagen des kapitalismus auseinandergesetzt hat, weis man, ...


Der Kapitalismus hat keine spezifischen ökonomischen Grundlagen. Er ist eigentlich nur ein Prinzip: Wer etwas macht, darf den Ertrag in festgelegten Grenzen behalten. Man hat also im Kapitalismus das Gefühl, mit seiner Arbeit etwas für sich zu tun.

Irgendwelche ökonomischen Grundlagen spielen erst da eine Rolle, wo man sich um die Umsetzung und das Überleben im Kapitalismus Gedanken macht. Das ist aber sekundär und kann genauso auf den Sozialismus angewendet werden.
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 31.08.2005, 03:05
Titel: stimmt das wiklich?
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Zitat:
6. Wir werden uns nicht an einer Bundesregierung beteiligen, die Sozialabbau betreibt oder einen solchen toleriert.


Laut Kooperationsvereinbarung scheint es ja nicht einen einzigen strittigen Punkt zwischen WASG und umbenannter PDS zu geben.

Kommt witzig!

http://online-polemik.de/kooperationsvereinbarung-zwischen-wasg-und-pds.htm
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Pseudonym



Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 137
Beitrag Verfasst am: 11.09.2005, 10:42
Titel:
Antworten mit Zitat
Lieber Rüdiger,

Natürlich hat der Kapitalismus spezifische Grundlagen, die auch zu spezifischen Missständen führen. Kommen wir mal zu dem Verkäufer von geilen Klingeltönen für Kinder zurück. Was hat der „gemacht“? Ziemlichen Mist! Was war der „Ertrag“? Gewinn aus der Produktion von Mist! Was darf er in den „festgelegten Grenzen behalten“? Den Zwang, sich zu verkaufen, weil er sonst vom Arbeitsamt gesperrt wird. Er hat in keiner Weise „das Gefühl, mit seiner Arbeit etwas für sich zu tun“.

Das Arbeitsamt macht sich um die Umsetzung und das Überleben des Kapitalismus keine Gedanken, aber es sorgt für dessen ökonomische Grundlage, wenn es jeden zwingt, eine Lohnarbeit anzunehmen, egal was er dann tun muss ...

Hauptsache er bezahlt wieder Beiträge. Und Beiträge bezahlt er nur, wenn er Lohnarbeit verrichtet, und die verrichtet er nur, wenn er Gewinn/Kapital produziert, völlig egal womit. Das SIND die spezifischen ökonomischen Grundlagen, in denen sich der nie-groß-genug-werdende Gewinn sich gegen die Menschen, die ihn produzieren, verselbstständigen kann. Da sieht man als Mensch manchmal ganz schön blöd aus.

Gruß, Martin.
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 13.09.2005, 00:26
Titel: Nee, das sind negative Auswüchse
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Hallo Martin,

ich stufe das eher unter "negative Auswüchse" ein. Dasselbe gibt's im Sozialismus, zum Beispiel Stasi.

Spezifische Grundlagen würde ich eher wissenschaftlich eruierbare Zusammenhänge nennen, die allgemein anerkannt sind. Diese haben ja auch wieder beide gemeinsam, Kapitalismus und Sozialismus.

Grüße,

Rüdiger
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