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Ehemalige PDS frisst WASG [07.08.05]
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 07.08.2005, 18:53
Titel: Ehemalige PDS frisst WASG
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Mit den altsozialistischen Traditionen will die ehemalige PDS nicht brechen. Sie wird der WASG den bürgerlichen Hals brechen und sie danach wie eine Weihnachtsgans ausnehmen.

Ich halte das für eine der größten Wählerbetrügereien seit Gerhard Schröder!

Grüße,

Rüdiger


Zuletzt bearbeitet von Rüdiger Hentschel am 07.08.2005, 22:14, insgesamt einmal bearbeitet
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Gast





Beitrag Verfasst am: 07.08.2005, 19:49
Titel: realer Sozialismus
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Lieber Rüdiger,

ich finde, Du solltest es vorsichtiger formulieren: Teile der PDS versuchen, die WASG zu schlucken. Weder denke ich, dass "die PDS" ein völlig einheitlicher Verein ist, noch denke ich, dass das Geschlucktwerden der WASG schon ein "erfolgreicher" Vorgang ist.

So mancher in der PDS dachte ja, dass in der DDR ein "realer" Sozialismus geherrscht habe. Mal abgesehen davon, ob Herrschaft und Sozialismus nicht auch einen Widerspruch darstellen, trat in der DDR der Staat ja weitgehend als Gesamtkapitalist auf und ging, wie mancher Kapitalist, eben unter, weil er praktisch pleite war. Über die Gründe brauchen wir uns jetzt hier nicht lange zu streiten. Aber irgend etwas von der kapitalistischen Moral scheint geblieben zu sein.

Der finanziell Stärkere versucht den finanziell Schwächeren zu schlucken. Die Angestellten, in diesem Fall die Mitglieder beider Parteien, werden gar nicht gefragt, sondern es werden "Tatsachen" geschaffen, die am Ende kaum noch eine andere Möglichkeit übrig lassen.

Dann sind es am Ende angeblich die "Sachzwänge", die die Entscheidung im Sinne des Stärkeren erzwingen. Natürlich kann man das Ganze noch demokratisch aufpoppen, wenn man die "richtigen" Mitgliedervoten im "richtigen" Augenblick mit den "richtigen" Texten plaziert.

Wären die Mitglieder beim letzten Votum gefragt worden, ob eine Verschmelzung mit der PDS versucht werden soll, hätten vermutlich die meisten geantwortet: nein, gegenwärtig nicht ... was eine partielle Zusammenarbeit auf gemeinsamen Listen nicht grundsätzlich ausschließt.

Gegen die Formulierung, einen ergebnisoffenen Diskussionsprozess einzuleiten, konnte ja wohl kaum jemand etwas haben. Dialoge sind wunderbar, wenn sie denn öffentlich und transparent stattfinden. Anders ist es, wenn eine solche Formulierung bewusst aus taktischen Gesichtspunkten gewählt wurde. Dann kann man das Votum gegebenenfalls hinterher als Aufforderung zu Fusion ausgeben.
Gegenwärtig sehe ich übrigens nicht, wie dieser ergebnisoffene Diskussionsprozess stattfinden soll ... angeblich auf allen Ebenen. Gegenwärtig kommt es mir mehr so vor, als würden nur pausenlos neue Fakten geschaffen, die die PDS stärken und die WASG als eigenständige Organisation immer mehr verschwinden lassen ... auch durch die Mitgliedschaft von Lafontaine als Spitzenpolitiker in der PDS.

Jedenfalls in meinem Bekanntenkreisen existiert als wahrnehmbares Objekt der Diskussion fast nur noch die Linkspartei. Das dürfte die entsprechenden Kreise der PDS freuen. Von einer eigenständigen WASG wissen fast nur noch die Mitglieder. Gruß, Martin.
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 07.08.2005, 20:11
Titel: wird auch so gehen, hoffe ich
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Zitat:
ich finde, Du solltest es vorsichtiger formulieren


Lieber Martin, ich glaube daran, dass die ehemalige PDS als geschlossenes Konstrukt hinter der listigen Übernahme der WASG durch die ehemalige PDS steht. Wenn das nicht der Fall ist, dann können die Beteiligten dieser "Verschwörung" ja dazu Stellung nehmen.

Ich für mein Teil werde nicht diffamierend oder beleidigend reagieren, wenn ich von einer anderen Wahrheit überzeugt werde.

Deine weitere Einschätzung kommt mir vollkommen logisch vor und spricht mir voll und ganz aus dem Herzen. Einzig die Folgerung der finanziellen Überlegenheit kann ich nicht ganz nachvollziehen. Fakt ist doch, dass die ideologische Verkrümmung der WASG passiert. Die Finanzen, was spielen die da für eine Rolle?

WASG-sympathische Grüße,

Rüdiger
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 07.08.2005, 21:42
Titel: Nicht zu verstehen!
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Wieso schaltet sich kein Oskar in die Diskussion ein, keine WASG-Parteiführung? Es ist doch allerhöchste Zeit, dass die Frage nach Kommunismus - ja oder nein - ein für alle Mal geklärt wird!

Mit solidarischen WASG-Grüßen

Rüdiger Hentschel
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Pseudonym



Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 137
Beitrag Verfasst am: 09.08.2005, 20:18
Titel:
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Zitat: "die Folgerung der finanziellen Überlegenheit kann ich nicht verstehen".

Lieber Rüdiger,

die Sache mit der finanziellen Überlegenheit war ziemlich verkürzt formuliert. Ich gebe zu, so kann man es auch nicht nachvollziehen.
Zunächst einmal war „der Westen“ als weltweiter Gesamtkapitalist „dem Osten“ als Gesamtkapitalist des Warschauer Paktes finanziell überlegen und hat ihn geschluckt. Ich habe den Eindruck, dass diese ganz bestimmten Leute in der PDS, die jetzt die feindliche Übernahme der WASG versuchen, sich einbilden, das ganz „kapitalistische“ „Recht“ zu dieser Übernahme zu haben, denn sie haben wesentlich mehr Geld als die WASG und die Juristerei auf ihrer Seite – Bündnisse sind im Wahlkampf nicht erlaubt.
Da meinen sie, auch die Forderungen stellen zu können. So sieht jedenfalls der „gemeinsame“ Wahlkampf in Berlin (Friedrichshein/Kreuzberg) aus. Sie haben das Geld und wir (die WASG) dürfen die inhaltliche Arbeit beim Wahlkampf (vor allem in Kreuzberg) machen. Wir dürfen Stimmen in einem sehr PDS-feindlichen (von Grünen dominierten) Wahlkreis für die „Linkspartei“ einsammeln, möglichst ohne selbst als WASG erscheinen zu können. Und sie streichen dann hinterher die Wahlgelder für die eingesammelten Stimmen ein ... und „natürlich“ die Posten.

In Berlin ist nicht ein einziger WASG-Kandidat auf einen aussichtsreichen Listenplatz gekommen. Statt dessen bekommt Hakki Keskin ein wütender türkischer Nationalist, der den Völkermord an den Armeniern leugnet, erstens einen sicheren Listenplatz und den Platz für ein Direktmandat. Schlimmer hätte man die WASG nicht demütigen können.

Man glaubt in der PDS dazu „berechtigt“ zu sein, weil man der finanziell und juristisch stärkere „Partner“ ist. Mit Bündnis hat das alles nichts zu tun. Es ist gelebter Neoliberalismus mit „sozialistischen“ Sprüchen im Mund. Der „Größere“ schluckt den „Kleineren“ ... Zum Kotzen.

Martin.


Zuletzt bearbeitet von Pseudonym am 09.08.2005, 22:10, insgesamt einmal bearbeitet
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 09.08.2005, 20:49
Titel: Wenn das alles so ist ...
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Hallo Martin,

ich habe mich mit diesen Dingen nicht beschäftigt und kann deshalb auch fast nichts dazu sagen. Nur: Wenn das so ist, dann spricht das aber auch gegen die Entscheidung der WASG-Spitzenentscheider. Denn die müssten über diese Aussichtslosigkeit ja zumindest theoretisch informiert gewesen sein. - Oder die haben tatsächlich den Glauben gehabt, mit der PDS konstruktiv zusammenarbeiten zu können.

Aber vermutlich ist die Einstellung eines heutigen Berufspolitikers eher die, dass er sich sagt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Jedenfalls hoffe ich, dass dieses Vorgehen der Beteiligten einer eventuell sich neu formierenden WASG eine Lehre ist. Und ich hoffe, dass die WASG nicht völlig daran eingeht.

Aber teilweise habe ich im WASG-Forum gelesen, dass die die Hoffnung und den Glauben eher nicht verlieren.

Es wäre eine Jahrhundertschlappe, wenn an so etwas die WASG zerbrechen würde.

Auf der anderen Seite ist der Druck des Neoliberalismus schon jetzt groß genug, um eine ähnliche Bewegung aufs Neue zu provozieren.

Ich einfältiger Mensch! Ich habe immer daran geglaubt, Politik würde sich an Gedanken und Inhalten orientieren. Dass da Machtspielchen mit drin sind, war mir immer klar. Aber dass diese Spielchen scheinbar die Hauptsache ausmachen, das wollte selbst ich Schwarzseher nicht sehen.

Grüße,

Rüdiger

P.S.: Warst Du mal wieder im WASG-Forum? Wie siehts da aus?
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Pseudonym



Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 137
Beitrag Verfasst am: 09.08.2005, 22:02
Titel: Kommunismus ja oder nein
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Lieber Rüdiger,

nein, finde ich gar nicht. Es gab in der Arbeiterbewegung, wo viele quasi nichts hatten, mal einen wunderschönen Traum: den von einer Gesellschaftsordnung in der alle alles Notwendige – und das gerecht verteilt – haben können. Das ist eine Utopie, ähnlich der Utopie vom Himmelreich auf Erden. Als Orientierung für das eigene Denken und Streben wunderbar und zeitweise sehr produktiv. Gegen Utopien ist nichts einzuwenden und die Frage nach einer Utopie kann auch nicht mit - ja oder nein – beantwortet werden. Es gibt da nur ein Mehr-oder-Weniger, will meinen man kann sich solchen Utopien mehr oder weniger annähern.
Die Utopie vom realisierten Himmelreich auf Erden hatte und hat einen organisatorischen Anhang, die Kirche, die, nachdem sie sich der Machtpolitik verschrieben hatte, zu katastrophalen Auswüchsen führte ... unter anderem zur Inquisition.
Auch die Utopie vom realisierten Kommunismus hatte einen organisatorischen Anhang, gewisse Parteien, die, nachdem sie sich der Machtpolitik verschrieben hatten, zu katastrophalen Auswüchsen führten ... unter anderem zum Stalinismus.

Die Menschen haben beides nicht vergessen. Wer mit eigentlich wunderschönen Utopien ganz herkömmliche Politik betreibt, kann leicht zum Schreckgespenst werden, weil nicht selten das angeblich so hehre Ziel auf einmal die gar nicht hehren Mittel rechtfertigen soll. Das, dass der angebliche Zweck angeblich die Mittel heiligt, ist das eigentlich Ärgerliche. Ansonsten könnten Christen von Sozialisten und Kommunisten viel lernen ... alle von allen.
Allerdings die Stellvertreter brauchen wir dabei nicht, weder die Stellvertreter Gottes noch die selbst ernannten Stellvertreter des "Proletariats". Die meisten dieser Stellvertreter meinen nämlich, von Andersdenkenden nichts mehr dazu lernen zu müssen. Das wird dann eine Sackgasse.

Martin.


Zuletzt bearbeitet von Pseudonym am 10.08.2005, 17:43, insgesamt einmal bearbeitet
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 09.08.2005, 22:45
Titel: Sag mal, das ist ja Philosophie!
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Lieber Martin,

und ich glaubte, dass auf der Basis der Gedanken, die Du eben geäußert hast, tatsächlich etwas möglich ist, das sich trennt von dieser Sackgasse. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass trotz des Fatalismus, der durch die von Dir beschriebenen Mechanismen alle Welt ergriffen hat, die fast naiv entstandene und fast naiv agierende WASG eine Chance gehabt hätte, diesen Fatalismus ins Relative zu drängen.

Das heißt, die Automatismen menschlicher Blödheit wurden in der Hoffnung auf die WASG ein bisschen blasser und es ergab sich eine - wenn auch kleine - Chance auf ein Ding, dass die Sackgassenmechanismen nicht unbedingt betreten musste.

Da kam mir das WASG-Forum in den Weg und klärte mich darüber auf, dass alles beim Alten bleibt. Da können noch so viele Menschen ihre Hoffnung drauf setzen ... Nein! Es muss wieder in die Sackgasse gehen.

Meine Hoffnung besteht in der von Dir gerade noch einmal als unmöglich skizzierten Bewegung, die diesen Fallen durch offene Menschlichkeit entgeht. - Kann sein, ich bin ein Fantast.

Die WASG hat so vielen Menschen Hoffnung gegeben. Und genau das nutzt die ehemalige PDS aus. Sie spürt intuitiv, dass da eine Unmenge Kraft drinsteckt und entwickelt sofort eine Strategie, das für sich zu nutzen.

Die Sünde, die sie begeht, wird sie jemals gesühnt?

Okay, das ist jetzt voll abgehoben. Aber im Grunde meines Herzen habe ich diese Gedanken.

Grüße,

Rüdiger
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??
Gast




Beitrag Verfasst am: 10.08.2005, 10:20
Titel:
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Der gesamte Antritt und Wahlkampf der WASG war ein von der PDS abgekartetes Spiel umd dir bürgerliche Linke im Westen zu erreichen.. dies ergibt sich aus Budgetplanungen der PDS der letzten 3 (!!) Jahre.

Gruss ??
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Pseudonym



Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 137
Beitrag Verfasst am: 10.08.2005, 11:52
Titel: Philosophie
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Lieber Rüdiger,

ich bin tatsächlich der Ansicht, dass eine „andere Politik“, auch eine andere Politik gegen den neoliberalen Einheitsbrei im Denken und Handeln, auf einer „anderen Philosophie“ basieren muss, auf einer anderen Sicht der Dinge, die nicht versucht, angebliche politische „Wahrheiten“ gegen den ausdrücklichen Willen der Bevölkerung an die Macht zu prügeln oder zu trixen.


Zuletzt bearbeitet von Pseudonym am 10.01.2006, 08:30, insgesamt einmal bearbeitet
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