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Gast
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Verfasst am: 25.08.2006, 04:55
Titel: MwSt // Preiserhöhung |
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Heute lief eine Sendung (ich glaube im ZDF) über die Preiserhöhungen bei Billig-Discountern wie LIDL, Aldi und Co.
Dass die Verbraucherpreise aufgrund erhöhter Energiepreise regelmäßig steigen ist normal. Interessanter ist aber vor allem, dass die Preise der kommenden Mehrwertsteuererhöhung heute schon centweise angepasst werden. Logischerweise füllt sich nicht nur der Staat ab dem nächsten Jahr die Taschen, sondern die Discounter heute schon unangebrachterweise. Ein bewussteres Einkaufen von nur notwendigen Dingen mit dem Absehen von Markenprodukten wäre vonnöten..
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Rüdiger Hentschel
Administrator
Anmeldungsdatum: 29.10.2004 Beiträge: 647 Wohnort: Mühlhausen |
Verfasst am: 01.09.2006, 02:42
Titel: geht nicht anders |
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In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts habe ich als Straßenbahnfahrer erlebt, wie aus reiner Routine gestreikt wurde, obwohl die Bezahlung der Bediensteten völlig in Ordnung war. In diesen Zeiten wurde das Ganze nur noch aus Spaß betrieben.
Die Umkehrung dieser Situation hat konsequent dazu geführt, dass den Arbeitnehmern nach allen Regeln der Kunst das Wasser abgegraben wird. Nachdem es eine Zeit gab, in der Gewerkschaften maßlos agierten, gibt es nun die Zeit, in der Konzerne maßlos agieren. ENBW ist ein schönes Beispiel dafür. Dieser Stromversorger macht mir allein schon mit seiner Großspurigkeit ungute Gefühle.
Die Discounter sind in die Rolle derer gesprungen, die die unteren Schichten versorgen. Während vor 20 oder 30 Jahren dieser Markt allen Unternehmern offenstand, befindet er sich heute fein aufgeteilt in der Hand einiger Konzerne, die mit Sicherheit den besten Weg finden, ihren Profit optimal zu gestalten.
Die Mehrwertsteuer und solche Faktoren finden da eher nur ein sekundäres Echo. Immer geht es um die Maximierung des Konzerngewinns. Diese Maximierung findet auch ohne solche Faktoren immer statt.
Oder anders ausgedrückt: Das Preisniveau macht sich an der Leistungsfähigkeit des Durchschnittskunden fest. Das bedeutet: Wenn die Rahmenbedingungen darauf zeigen, dass es aufwärts geht, können die Konzerne an der Schraube drehen. Wenn sie merken, dass das nach hinten losgeht, drehen sie wieder daran.
So reguliert sich in diesem Sektor der Markt noch einigermaßen allein. In den Märkten der absoluteren Abhängigkeiten, wie Strom zum Beispiel, spielt sich ein ganz anderes Filmchen ab. Da können die Konzerne noch richtig hinlangen.
Deswegen habe ich bei den Discountern wenig Angst, dass dort unangemessen zugegriffen wird. Anders ist es in den Bereichen, die sich ihre Monopol-Strukturen langfristig erhalten können.
Telekommunikation
Strom
Gas
Öl
Fernsehanstalten
Allerdings impliziert die jahrelange Entwicklung in der Welt hin zum radikalen Neoliberalismus sowie so den unabwendbaren Trend zur knallharten Ausbeutung des "Normalmenschen". Die Etablierung einer herrschenden Kaste gegenüber dem Rest der Welt ist die innere Achse des Neoliberalismus.
Der Neoliberalismus beruht auf evolutionistischen Kerngedanken und nimmt bewusst in Kauf, die große Masse als notwendiges Übel mit durchzuziehen. Insofern sehe ich zwischen Neoliberalismus und Nationalsozialismus einen engen Zusammenhang. Beide sehen sich naturgesetzmäßig begründet. Beide scheißen auf den Menschen.
Rüdiger Hentschel
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