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Familienpolitik von der Leyen
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Friedrich Hunold
Administrator


Anmeldungsdatum: 17.10.2005
Beiträge: 237
Wohnort: Köln
Beitrag Verfasst am: 17.03.2009, 18:29
Titel: Familienpolitik von der Leyen
Antworten mit Zitat
Seit geraumer Zeit frage ich mich, ob die Familienpolitik unserer Ministerin von der Leyen die richtige ist. Unsere Ministerin möchte erreichen, dass jedes Kind einen Kitaplatz bekommt und dass viele Schüler in Ganztagsschulen untergebracht werden. Ich finde, dass dieser Weg nicht der richtige ist. Es sollte sich etwas in unsere Kultur ändern.

Von der Leyen sagt: "Jedes Kind ab dem 2.ten Lebensjahr sollte einen Kindergartenplatz bekommen."

Soweit, sogut. Mein Gegenargument lautet aber: "Kinder entwickeln sich in den ersten Lebensjahren. Vom ersten Tag an werden die Grundsteine des Lebens gelegt. Sie kommen in eine andere Umgebung und werden so auch schon zum Teil auf das Leben vorbereitet. Sollte dort eine Erzieherin oder ein Erzieher sein, der ein bestimmtes Kind nicht mag, kann dort schon ein irreperabler Schaden entstehen. Die anderen Kinder werden zwangsläufig darauf reagieren und dieses Kind hänseln oder missachten. Eltern können oder wollen zum großen Teil nicht darauf reagieren. Das betreffende Kind erleidet Stress und wird versuchen, sich zu wehren. Das kann so aussehen, dass dieses Kind laufend stört und die Gruppe durcheinander wirbelt."

Von der Leyen sagt: "Wir brauchen mehr Ganztagsschulen."

Auch hier wird das ganze fortgesetzt. Die familiere Bindung wird weiter zerstört. Schauen wir doch mal in unsere heutigen Familien.

Morgens geht der Wecker und die Kinder werden zur Schule ausstaffiert. Dann werden sie zur Schule gebracht. Mutter und Vater gehen arbeiten mit der Gewissheit, unser Kind ist gut aufgehoben. Das Kind bekommt zu Mittag ein warmes Essen und darf ansonsten lernen. Auch dort wird das Kind permanentem Stress ausgesetzt. Wer nicht die erforderlichen Leistungen bringt oder erbringen kann, wird ausgegrenzt. Des weiteren wird laufend gesagt, wenn du das nicht schaffst, kommst du nicht auf das Gymnasium und wirst niemals viel Geld verdienen. Wenn dann der Abend kommt und die Familie sich versammelt, sind Vater und Mutter von der Arbeit gestresst. Die Mutter muss dann eventuell noch ihren Haushalt machen und hat keine Zeit für ihr eigen Fleisch und Blut. Der Vater, der meist eine körperliche Arbeit verrichtet, ist müde und wartet nur auf das Essen und auf das Fersehprogramm. Auch er hat keine Lust, sich mit dem Kind zu befassen. Unsere Kinder bekommen, um nicht zu stören, einen Fernseher und einen Computer in ihr Zimmer gestellt. Das ist "in" und gehört zum Leben. Auch geschieht dies, zum Teil, um das schlechte Gewissen der Eltern zu beruhigen. Kommt die Urlaubszeit, werden Hotels oder Unterkünfte gesucht, wo Kinder auch betreut werden. Die Eltern wollen ja enspannen und sich erholen. Zum Schulwechsel haben die Eltern auch kein Mitspracherecht mehr. Der Klassenlehrer/in entscheidet alleine, wohin unsere Kinder kommen. Auch da erleiden die Kinder Stress, wenn sich die Erwartungen der Eltern nicht erfüllen. Kein Kind möchte schließlich Vater und Mutter enttäuschen. So wird das Kind ständig unter Druck gesetzt.

Wen wundert es dann, dass einige wenige total ausrasten und Amok laufen?
Sie kennen nur ihre Welt. Eine Welt voller Stress und Ellenbogenmentalität. Um diesen Stress dann abzubauen, werden dann Computerspiele besorgt, wo man wild um sich ballern kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Eltern haben kaum Zeit oder die Möglichkeit, sich den Rechner der heranwachsenden anzuschauen. Meistens kennen sich die Kids auch besser mit dem Rechner aus, als die meisten Erwachsenen. Dann genügt meistens nur ein kleiner Tropfen, um das Fass überlaufen zu lassen. Sind dann Waffen im Haus, wird es gefährlich für Mitschüler, Lehrer und auch den Eltern.

Meine Forderungen:

Jede Familie sollte soviel verdienen, dass ein Elternteil die Kinder im Leben begleiten und anleiten kann. Kümmert euch wenigstens in den Nachmittagsstunden um eure Kinder. Unternehmt mit den Kindern Ausflüge und lehrt sie. Verbringt auch euren Urlaub mit den Kindern, ohne Animationsprogramm. Seid ihr die Animateure eurer Kinder. Stellt sie nicht in die Ecke und überlasst sie nicht ihrem Schicksal. Seid nicht nur Eltern und Ernährer, sondern seid auch Freunde und Freundin eurer Kinder. Nur ein Kind, das Vertrauen hat, wird bei Problemen auch die Eltern ansprechen.

Fazit:

Nicht unser Schulsystem ist marode, sondern unsere Gesellschaft!!
_________________
Friedrich
aus Köln

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