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Karlsruhe [12.05.06]
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Tino
Gast




Beitrag Verfasst am: 12.05.2006, 05:42
Titel: Karlsruhe
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Hallo!

Ich möchte dich, den Autor dieser Seiten, doch mal bitten einen Besuch in Karlsruhe abzustatten.

In dieser modernen Stadt (lt. Statistik die zweitreichste auf den Kopf gerechnet; nach Stuttgart), die alles andere als kreativ, aber sehr sauber und aufgeräumt ist. In der süddeutschen Idylle, wo die Geldmenschen leben, wo man nicht mit seinem Nachbarn spricht.
Es fährt nachts wahrscheinlich mehr Polizeistreife rum als Bürgertum. Ausgegangen wird eigentlich nur zum Konsumieren, oder Geschäfte tätigen. Sollten Sie sich nachts regelmäßig draußen verirren, wird ein freundlicher Mitbürger mit Sicherheit die Polizei für Sie rufen - denn Sie Raudi sind alleine auf der Straße! Falls nicht, erhaschen Sie doch zumindest böse Blicke der Polizisten.

Die Elite an der Uni, die gibt es schon; Konsumkids, die jegliches Sozialverständnis verloren haben. Wenn die nach und nach immer mehr in Politik und Wirtschaft entlassen werden, wird der Egoismus noch verstärkt vorangetrieben; auf dass dieses Gesamtbild der Konservativen nicht nur hier vorherrscht, sondern auch in die letzten Winkel von Deutschland vordringt.

Alles in allem kannst du dich hier wenigstens nicht mehr über Lärmbelästigung von Ruhrpottler Prolls beschweren. Außerdem würdest du den Slotersack dann wohl besser verstehen!

Ich habe ein Jahr lang in KArlsruhe (KA, oder Klein-Amerika) gelebt *kotz* ..nie wieder!


Tino.

PS: Sprechen Sie Karlsruher ja nicht zu direkt und ehrlich an. Die Aufklärung ist hier total auf der Strecke geblieben. Ironischerweise steht auch hier, wo die Wirtschaft schon die Politik geschluckt hat, die dritte Säule der Demokratie.

PPS: Es gibt sogar Quotenpenner! Die haben aber das gleiche Sozialverhalten wie alle anderen Karlsruher auch.
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 12.05.2006, 21:32
Titel: Ich war da!
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Hallo Tino,

ich war mal mit einer Freundin in Karlsruhe. Die Mutter besuchen. Die Stimmung, die mich dort auf Anhieb befiel, war eine Art Trostlosigkeit. Den Eindruck, der sich mir bot, erinnere ich als großes aufgeräumtes Reservat. Kalt, leer, langweilig. Meine Freundin erzählte mir viel über ihre ehemaligen Aktivitäten dort. Theater und so. Also als Schauspielerin. Aber so richtig folgen konnte ich ihr nicht, denn - ich gestehe - meine innere Ablehnung war zu groß. Ich konnte mir das alles einfach nicht vorstellen. Konnte an ihren Berichten nicht wirklich teilnehmen. Ich glaube, meine Hauptassoziation war: Wie soll das hier gehen? Und: Vielleicht trifft man hier zu einer anderen Tageszeit oder auf einer anderen Ebene das Leben.

Jedenfalls wird Karlsruhe in meiner Erinnerung eher ein frustrierendes Erlebnis bleiben. Kann mir nicht vorstellen, zu dieser Stadt jemals eine innere Verbindung aufzubauen. Wirklich! Ich erinnere mich an verschiedene Ecken dort, wo wir durchfuhren. Die Lust, diesen Ort möglichst schnell und ohne aufzufallen zu verlassen, stand im Vordergrund.

Grüße,

Rüdiger

P.S.: Großer Irrtum!!! Es war Kaiserslautern und nicht Karlsruhe. Und relativieren muss ich meinen Eindruck von Kaiserslautern wenigstens in der Hinsicht, dass sich diese Gefühle natürlich ändern, wenn man eine persönliche Bindung in der Stadt hat. - Aber es gibt Städte, die auf Anhieb Wärme vermitteln. So eine Art Angenommensein.
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Tino
Gast




Beitrag Verfasst am: 17.05.2006, 22:42
Titel:
Antworten mit Zitat
Du solltest unbedingt mal nach Karlsruhe (KA) fahren. Ich war zwar noch nie in Kaiserslautern (KL) - habe mir aber eben mal Fotos von dort angesehen und denke, dass KL ein Witz gegen KA ist. KA macht schon auf der Landkarte einen sehr aufgeräumten Eindruck.

Also, unbedingt mal hinfahren, dann lernst du den berühmten Professor verstehen und musst dich vielleicht gar nicht mehr psychisch mit ihm auseinandersetzen!

Was soll ich noch sagen.. Lieber in Mühlheim an Auspuff-Tinitus erkrankt als in Karlsruhe an Einsamkeit gestorben!?
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Rüdiger Hentschel
Administrator


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beiträge: 647
Wohnort: Mühlhausen
Beitrag Verfasst am: 17.05.2006, 22:58
Titel: Das mag stimmen
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Hallo Tino,

das ist lustig! Das macht Spasss. Aber die Auseinandersetzung mit den Auspuff-Idis ist vom Grundsatz her die selbe wie die mit einem Sloterdijk. Denn mich interessiert ganz krass, was wie bei einem Menschen zu diesem oder jenen Verhalten führt. Sicher mag da auch der Wohnort und die dort herrschende Grundstimmung mitspielen. Was mich aber interessiert, ist die Verantwortung für das Verhalten und Denken und wie diese Verantwortung aufgefasst wird.

Fakt ist, dass Sloterdijk gegenüber meinen Vorwürfen schweigt und still darauf hofft, dass die Welt ohne die Beantwortung der Fragen untergeht. Genau so läuft's mit den Auspuffidioten, nur dass man denen gegenüber wehrloser ist, weil sie von der Masse als notwendiges Übel geduldet werden.

In beiden Situationen dominiert die Wehrlosigkeit und die Einflusslosigkeit des Betrachters oder Kritikers. Beide "Veranstalter" verantworten sich nicht, sondern produzieren echt belastenden Mist und scheren sich einen Dreck um andere, um ihren persönlichen Vorteil zu wahren. Der eine macht sich wichtig mit verschnörkelten Worten, die anderen mit nervigem Dröhnen.

Ich hätte so gern einen Ansatzpunkt, diese Leute zur Verantwortung zu ziehen. Doch wenn sich schon ein Sloterdijk den Fragen des "virtuell gewordenen kleinen Mannes von der Straße" entzieht, wie locker werden dann die Auspuffidioten über menschliche Belange hinweggehen! Zumal sie ohne Hirn sind.

Grüße,

Rüdiger

P.S.:
Zitat:
Also, unbedingt mal hinfahren, dann lernst du den berühmten Professor verstehen und musst dich vielleicht gar nicht mehr psychisch mit ihm auseinandersetzen!

Was ist mit einer Philosophie anzufangen, die anscheinend nicht aus dem Hirn eines Mannes geboren, sondern aus den Einflüssen seiner Wohnumgebung gepatcht ist? Was ist eine Philosophie wert, die allem Anschein nach sich nicht über die psychosozialen Einflüsse erhebt und diese nur widerspiegelt? Was ist das für eine Philosophie, die dann gut verständlich ist, wenn man die Einflusssphären des Philosophen selbst einmal kennen lernt?

Ich behaupte, dass gerade eine solche "sozial bedingte" Philosophie weniger als nichts wert ist, denn sie übt negativen Einfluss und verfälscht in sich den Begriff Phiolosophie.

Deshalb geht es mir nicht darum, den Herrn Professor Sloterdijk besser verstehen zu lernen, sondern mir geht es um die Eins-zu-Eins-Auseinandersetzung mit seinen Machwerken. Bin ja kein Psychologe. Smilie
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