Intelligenztest oder Schwanzvergleich. - Nein, lieber den Auspuff aufbohren.

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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Ersatz-Psyche

Falls zufällig in Mühlhausen bei Heidelberg mal ein Fahrradfahrer überfahren oder zusammengeschlagen wird, der rein zufällig so aussieht wie ich, soll wenigstens hier schon einmal dokumentiert sein, was sich am Samstag, 11. Juni 2005, in Mühlhausen ereignete.

Keine große Sache! Allem Anschein nach eher ein Witz. Aber die mitschwingende Mentalität deutet irgendwie auf eine dörfliche Psyche mit selbstherrlicher Gefährlichkeit.

Es heißt immer, die Auspuff-Europäer seien doch nur die Jungen. Denen könne man sowie so nicht vermitteln, dass sie sich egoistisch und rücksichtslos verhalten. Aber viele "ältere Herren" fahren ebenso wie diese junge, EG-Norm-gezüchtete Generation egoistischer Ignoranten mit Autos durch die Gegend, die gewissermaßen einen "kraftvollen EG-Sound" verbreiten.

Da stellt sich einem die Frage, wie gestandene Männer sich die Blöße geben können, öffentlich zu demonstrieren, dass sie darauf angewiesen sind, ihr Selbstbewusstsein mittels dieser primitiven Machart erhöhen zu müssen. Sollten solche Menschen nicht genug erlebt und erfahren haben, um messerscharf den Schluss zu ziehen, dass sie damit nur ihren dummen Egoismus bedienen?

Am Samstag, 11. Juni 2005, befuhr ein weinroter BMW mit Heidelberger Kennzeichen die Hauptstraße in Mühlhausen. Er kam aus der Seitenstraße, die an der Volksbank auf die Hauptstraße mündet. Der "röhrende Wolken über dem Parkplatz Hirsch", vielleicht 55 oder 58 Jahre alt, fuhr in Richtung Angelbachtal weiter und parkte aber wenige Meter weiter ein. Auf dem Parkplatz trafen sich mehrere gut aussehende Herren.

Dennoch raffte ich allen Mut zusammen und fuhr dort hin. "Ist das der neue EG-Sound, den Sie an Ihrem Wagen haben?" - "Jaaa." - Es war ein fragendes, aufforderndes Ja, denn der Mann (dunkelhaarig mit einigen netten grauen Tupfern) hob die Stimme. "Sind Sie stolz auf diesen Sound an Ihrem Wagen?" - "Jaaa!" Wieder lag in der Antwort Herausforderung und natürlich die unausgesprochene Frage, wieso ich mich erdreisten könne, ihn, die Majestät des Dorfes, so anzusprechen.

Mir wurde nicht gerade gut zu Mute, deswegen drehte ich nach der nächsten Frage, ob er sich klar darüber sei, dass er andere Menschen damit nerve, mit meinem Fahrrad eine kleine Runde auf dem Parkplatz, um Distanz zwischen ihn und mich zu legen. Während dieser Runde rief ich, dass dieses Verhalten sehr wenig einleuchte, wenn man schon über 21 Jahre alt sei.

Erwischt! Der Mann wurde offen und primitiv aggressiv und machte seinem Auspuff alle Ehre. Er fing an, mich zu duzen und inhaltlich sinnlose Dinge hinter mir herzurufen.

Feige wie ich nunmal bin, machte ich mich so gelassen wie möglich aus dem Staub, wohl wissend, dass die Erniedrigung dieses Herren vor seinen Freunden oder Bekannten zwar von mir angestoßen, aber durch seinen Auspuff weithin auch ohne mich erkennbar war.

Auch wenn sich jetzt der Leser an den Kopf fasst und sich fragt, ob der Schreiber dieser Zeilen noch ganz dicht sei, gebe ich diese Sequenz aus meinem Leben in Mühlhausen bei Heidelberg zum Besten, um zu bezwecken, dass die primitiven Hintergründe des rücksichtslosen und egoistischen Verhaltens dieser modernen EG-Norm-Auspuff-Angeber-Fahrer offensichtlich wird. - Was jeder Beobachter automatisch weiß, muss einmal vor allen ausgesprochen oder niedergeschrieben werden, damit dieses offene Geheimnis kein Tabu bleibt. Einer muss scheinbar seine bürgerliche Fassade aufgeben, damit die anderen guten Bürger keinen Grund mehr haben, über den offensichtlichen Schwachsinn EG-Norm-gesteuerter Nerverei zu schweigen.

Das in meinen Augen Schlimme ist, dass hinter diesem konzerngemachten Unfrieden die schlichte und absolute Geldorientiertheit der EG liegt. Alles wird erlaubt, was Geld bringt. Und wenn es die Menschen noch so sehr schädigt. Und wenn die Konzerne Lust haben, die Autos "kraftvoll" klingen zu lassen, damit sie sich besser verkaufen, dann springt die EG den Konzernen an die Seite und genehmigt das in großem Stil.

Und nicht nur das! Auch die Ordnungshüter ziehen sich unter ihren Kopfhörer zurück und lassen den Mechanismus widerstandslos wirken, der da heißt: Lasst den Egoismus und die Primitivität der Menschen an den Menschen selbst aus. Lass sie so weit wie möglich den Kampf der Egoismen ausfechten. - Mit dieser Methode werden die Menschen so weit untereinander aufgespalten, dass sich keine Solidarität und keine Kraft entwickeln kann, die dem Volk Ausdruck verleiht. - Diese Taktik ist schlicht und wirkungsvoll.

Dass die Franzosen und die Holländer intuitiv diese Machart abgelehnt haben, war nicht nur ein großes, tröstliches Geschenk für mich, sondern zeugt davon, dass die Menschen sich nicht total verkohlen lassen.

Wie werden auf Dauer unsere Auspuff-Europäer auf diese Machart Europas reagieren? Werden sie versuchen, ihren primitiven, inzwischen weithin erkennbaren Ungeist der dummen Konkurrenz weiter verfolgen?

Die Reaktion unseres BMW-Fahrers auf ein paar wenige, klare Fragen zeigt: Die Menschen sind noch berührbar. Doch werden sie Menschen bleiben? Oder werden sie die Konkurrenz verherrlichenden Strategien des Konzern-Europa gegen ihre eigenen Mitmenschen weitertragen?

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Kommentare:
Ich ziehe aus diesem Text folgende Vermutungen:

1.: Sie besitzen kein Auto/Führerschein (ev. Führerscheinenzug wegen Alkohol/Drogen? Führerscheinprüfung immer durchgefallen?)??

2.: Das dadurch bei Ihnen enstandene "Unterlegenheitsgefühl" gegenüber normalen Mitbürgern, veranlasst Sie solche Artikel zu verfassen, in denen Sie Ihre "Überlegenen Mitbürger" aufs Schärfste GRUNDLOS beleidigen.

Ich z.B. fühle mich durch mehrere Ihrer Artikel beleidigt, und suche z. Zt. Leute die sich ebenfalls durch Ihre Äusserungen angegriffen fühlen. Einige haben sich bereits zu einer Sammelklage bereiterklärt.

In diesem Sinne: Bis Bald

Anonym, 04.09.2007
Schon komisch. Keiner der Leute, die sich hier über Rüdigers Texte beschweren, erwähnt mit einem Wort, daß was dran sein könnte, daß sich der ein oder andere durch diesen Lärm belästigt fühlen könnte. Stattdessen versucht man Rüdiger einzuschüchtern und droht ihm sogar (ganz in Nazimanier) an, sich zu treffen und ihn gemeinschaftlich zu terrorisieren. Aber die Tatsache, daß sich diese Leute aufregen, beweist umso mehr, daß sie sich ihres unrechten Verhaltens durchaus bewußt sind - warum sonst sollten sie sich aufregen? Die Nummernschilder? Wer nichts Schlimmes tut, braucht doch auch nichts Schlimmes zu befürchten, oder?

Der Auspufflärm an sich stört mich persönlich nicht. Vielmehr ist es doch die primitive, hinterhältige Intention, die hinter diesem Verhalten steckt. Anderen zeigen, was man hat, was man kann und seiner Freundin beweisen, das man wer ist - auf Kosten anderer versteht sich. Und da wage ich doch mal die leise Vermutung, daß es sich bei diesen Leuten fast ausnahmslos entweder um ehem. Hauptschüler und jetzige Kfz-Mechaniker handelt oder um Leute, die von ihrem Pappi alles in den Arsch gesteckt bekommen (haben) und nicht wissen, was sich gehört ...

... aber wehe, man zieht so ne Show mal vor deren Haustür ab, dann wirste aber staunen, wie die sich über Auspufflärm aufregen können :)

Peter Lustig, 02.12.2007
Also ich persönlich gestehe, zu der "röhrender-Hirsch"-Gesellschaft zu gehören. Allerdings war mein Auspuff vor knapp 17 Jahren schon original am Auto dran (VW Jetta 1,8l Benziner in Original-Sportausstattung). Und dazu muss ich dazu sagen, dass sich niemand über meinen Auspuff (95dB(A), eingetragen) aufregt. Das kann daran liegen, dass Tuningteile schon Normalität geworden sind. Und solange die "Flüstertüte" zugelassen (und unverändert) ist, kann ja auch keiner was sagen. Achso, ehe ich es vergesse, ein (an)fahrender LKW ist immer noch lauter als jeder zugelassene Tuningauspuff ...

In diesem Sinne

Christian, 18.02.2008
Sie schrieben: "Alles wird erlaubt, was Geld bringt. Und wenn es die Menschen noch so sehr schädigt."

Mich interessiert ob Sie beispielsweise rauchen? Trinken sie gelegentlich Alkohol? Trinken Sie Kaffe?

Warum also auch nicht einen lauten Auspuff? Was uns nicht umbringt macht uns nur härter, und ein bisschen Genuss im Leben ist doch nichts falsches. Oder warum leben wir?

Gruß Markus, 22.02.2008
Klar, gute Idee. Was andere schädigt, machen wir, weil es uns halt Spaß macht. Warum nicht auch mal jemanden zusammenschlagen? Wozu leben wir denn?

Rüdiger Hentschel, 22.02.2008
Sie haben echt voll einen an der Jacke. Wenn Sie nicht aus West-Deutschland kommen würden, könnte man sagen Sie wären ein alter ABV´er der die Wende nicht verkraftet hat. Was Sie hier veranstalten sind STASI-Methoden. Schon mal an Verschleiß mancher Auspuffanlagen gedacht? Schon überhaupt in Ihren warscheinlich so "langweiligem" Leben auch an Toleranz anderen gegenüber gedacht? Wollten Sie mal Polizist werden? Schon mal dran gedacht das die Zulassungen der Auspuffanlagen nach Gesetzen genehmigt wurden sind? Das diese Gesetze von einem vom Volk gewählten Parlament verabschiedet wurden und somit die Allgemeinheit repräsentieren!

In meinen Augen sind Sie ein absoluter sozialer Verlierer, der die selben Ziele verfolgt wie einer mit einem lauten Auspuff. "Aufmerksamkeit"

Und wenn es Ihnen nicht passt dann ziehen Sie zum Beispiel nach Helgoland. Da darf nix fahren. Da hätten Sie Ihre Ruhe. Jedoch wird dann der nächste Blog wegen den vielem "Meeresrauschen" nicht lange auf sich warten.

Klaus H., 02.04.2008
Genau das ist es ja. Diese Idioten repräsentieren auf eine bestimmte Art und Weise unsere Gesellschaft. Eine Gesellschaft ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht. Eine Gesellschaft, die wieder legal Menschen der Folter überlässt (Fall Seinmeier/Kurnaz). Eine Gesellschaft, die Diabetikern aus Kostengründen die Medikation verweigert. Eine Gesellschaft voller losgelassener Egiosten.

Was Sie von mir halten, geht mir allerdings 100%ig am Dings vorbei.

Rüdiger H., 04.04.2008
klasse text :-)

Anonym, 18.04.2008
Ich kann da nur sagen: Je größer der Auspuff, desto kleiner der Penis!

Es scheint in der Tat, daß versucht wird mangelnde Intelligenz und fehlendes Selbstbewußtsein mit Spoiler und röhrenden Auspuff zu kompensieren. Wenn man sich die unqualifizierten Kommentare so durchliest, weiß man was ich meine.

Von mir aus soll jeder seinen Spaß haben. Aber: Nicht auf Kosten anderer!!!!! Und ein Tuningauspuff ist eindeutig eine Belästigung. Wenn man wie ich an einer Haupstraße wohnt, wo alle paar Minuten eine solche "Dumpfbacke" (Tschuldigung, anders kann man solche Leute nicht bezeichnen) mit seiner dröhnenden Karre vorbeidonnert, verliert deutlich an Lebensqualität. Man wird nervös, aggressiv, bekommt Herzrasen, hat Schlafprobleme usw.

Lesen Sie sich mal die Gesundheitsstatistiken zu diesem Thema durch. Lärm tötet nach vorläufigen Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zehntausende Menschen pro Jahr. Allein die Langzeitbelastung durch Verkehrslärm sei in Europa für bis zu drei Prozent aller tödlichen Herzanfälle verantwortlich, berichtet das britische Magazin "New Scientist" unter Berufung auf die UN-Organisation. Angesichts von weltweit sieben Millionen Toten pro Jahr durch sogenannte ischämische Herzkrankheiten könnten jährlich mehr als 200.000 Todesfälle auf das Konto des Krachs gehen.

Die Devise müßte also heißen, Lärm möglichst zu vermeiden und nicht unnötigerweise zu fördern. Toleranz gegenüber Leuten, die andere Leute belästigen und deren Gesundheit gefährden? Sicherlich nicht! Und - nun komme ich wieder auf die oben genannte These zurück - wer nur etwas Intelligenz besitzt, der würde sicher mal darüber nachdenken! Alle anderen, die sich wieder beleidigt fühlen, können ruhig eine Sammelklage einreichen. Ich kann da nur mitleidig lächeln.

Uwe R., 21.01.2009
Also ich habe diesen und auch den anderen "ich hasse laute Auspuffe" Artikel gelesen und muss mich fragen wie man so einen Hass auf andere Menschen entwickeln kann und ihn dann auch noch an sie weitergeben kann.

Ich versuche nur, die Leute zu verstehen, die so drauf sind. [RH]

Ich selber fahre auch kein Auto mit Werksauspuffanlage und bin auch einige Meter vorher hörbar. Ich finde es muss jedem seine Sache bleiben was einem gefällt und was nicht. Ich zum Beispiel mag es nicht wenn man von einem Auto nichts hört, klar es sollte auch gut klingen und nicht nur Krach verursachen, aber solang es der TÜV Mensch eingetragen hat spricht da nix dagegen. Ich mag auch keine Fahrradfahrer die täglich mit Ihrem Leben spielen weil sie die mittlerweile viel vorhandenen Fahrradwege scheinbar krankhaft meiden obwohl sie nur zwei meter neben der Straße sind. Ich hab deswegen auch noch keinen runter gefahren. Fahre selber übrigens öfter Fahrrad zur körperlichen ertüchtigung.

Wie kann man nur einen solchen Hass auf Fahrradfahrer entwickeln und dann auch noch an sie weitergeben! [RH]

Sonst schließe ich mich jetzt dem Text meines Vorredners an.

Tipp: Fenster zu machen hilft :-)

Anonymer Tuningfreund, 17.08.2010
10 Kommentare online

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