Schäuble im Eisenwarenladen: Ich hätte gerne ein paar Daumenschrauben.

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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Deutschland Folterland

Herrschaft des Neoliberalismus

Neoliberalismus lebt im Kern von der Bereitschaft derer, die das Zeug dazu hätten, anderen zu helfen, genau jene, die Hilfe brauchen, "in ihrem eigenen Interesse" über die Klinge springen zu lassen. Die Kernthese, die Achse des Neoliberalismus ist die Angleichung sozialer Handlungsweise an die von allen Menschen verinnerlichte Evolutionstheorie, welche sich nur und ausschließlich um einen Gedanken dreht:

Nur der Stärkere darf überleben.

Daraus leitet die moderne Welt für sich das Recht ab, ihre finanzielle Überlegenheit nicht nur immer weiter auszubauen und immer höhere Hemmnisse zu ihrem Schutz zu errichten, sondern auch die Pflicht, sich menschlich gegenüber Schwächeren zu verschließen. Denn ohne die eigene Seele zu verhärten, kann neoliberales Handeln nicht durchgehalten werden.

Die Medien, die schon lange die Übermacht neoliberalen Handelns und Denkens begriffen haben, hängen ihr Charmäntelchen nach dem Wind. Man will sich nicht in die Ecke der Sonderlinge stellen oder stellen lassen. Aus diesem einfachen Grund trompeten die Medien kräftig im Chor der Verherrlicher neoliberalen Gedankengutes.

Die politische Gilde steht bis zum Bauchnabel im Schlamm der neoliberalen Menschenverachtung. Für sie ist es sehr schwer, die Beine zu bewegen. Mit den Armen fuchteln sie noch herum, als gälte es, die Welt zu retten.

Der Neoliberalismus hat dafür gesorgt, dass die wichtigsten Organe unserer Gesellschaft denk- und handlungsunfähig geworden sind. Er verhindert wirksam, dass offene Ungerechtigkeit auch offen als solche benannt wird. Niemand kann und will sich mehr ein ehrliches Wort leisten, weil er damit den eigenen Abgang aus der neoliberalen "Interessengemeinschaft" verursachen würde. - Und heute nicht neoliberal zu sein, heißt einsam sein und offen benachteiligt werden.

Vor diesem Hintergrund der gesellschaftlichen Veränderung hin zum besoffenen Neoliberalismus erscheint die Duldung von Folter in der deutschen Politik mehr als verständlich.

Niemand von den hoch etablierten Politik-Vertretern scheint auch nur das geringste Interesse daran zu haben, gegen die Folter aufzustehen. Sie hoffen darauf, dass es keiner merkt, dass sie von Folter wussten. Sie hoffen darauf, dass niemand auf die Idee kommt, Deutschland ließe wie die USA im Ausland foltern.

Wenn man von der Perversion Folter keine Details mitbekommt, lässt es sich in Ruhe schweigen und Kanzlerin werden. - Oder hat Frau Merkel ab und zu ein schlechtes Gewissen gehabt?

Frau Merkel sollte einmal zwangsweise als Zuschauerin den gängigsten Foltermethoden beiwohnen. Danach würde sich in ihr und in der Bundesrepublik einiges ändern.

Schäuble will mit Folter erzwungene Informationen zulassen
Schäubles Wille geschehe!

Tierquälerei ist in Deutschland verboten. Die Steigerungsraten in Sachen Kinderverwahrlosung und -quälerei haben die Idee der verpflichtenden Vorsorgeuntersuchung entfacht. Von deutschen Behörden gewollte, zweckmäßige Menschenquälerei befindet sich bis in den Dezember 2005 nicht in der öffentlichen Diskussion.

Weil die Politiker, die davon wussten, schweigen.

Wer Reval raucht, der frisst auch kleine Kinder und wählt die FDP! Wer heute Politiker sein will, muss neoliberal denken. Wer neoliberal unterwegs ist, muss die ein oder andere Leiche geflissentlich übersehen.

Folter, Ungerechtigkeit, verlogene Schweigsamkeit und vieles andere mehr sind direkte Folgen des Neoliberalismus.

Schäuble erzeugt Nationalbewusstsein in der Folterfrage als Ausgleich für den fehlenden Rückhalt im deutschen Staat. Die Unterstützung, der Halt des einzelnen Schwachen im Staate ist nicht mehr gefragt. Als Ersatz für die Sicherheit, die Deutschland seinen Bürgern einmal bot, gibt es jetzt das Wir-Gefühl im gemeinsamen Schäuble-Ja zur Akzeptierbarkeit der Folter. Endlich haben die Deutschen wieder etwas, das alle gleich angeht. Schäuble sei Dank! Auf wundersame Weise kehrt der deutsche Bürger in die unmenschlichen Quälgefilde zurück. Endlich können alle Deutschen wieder über das Verrecken anderer Menschen aus dem nächsten Umfeld hinwegsehen.

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Kommentare:
Wer bei dem ganzen Patriotismus nicht mitmacht und kein Nationalbewußtsein zeigt, wird ausgestoßen, gemobbt und gesellschaftlich geächtet. Erinnert stark an faschistoide Strukturen und wenn man mal gedacht hat, sie hätten was dazugelernt, merkt man, daß dies ein Trugschluß war - die BRD ist genauso weit, wie sie schon mal war. Nun denn, einen braucht der Mensch zum treten ...

Wilder Wusel, 02.07.2008
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