Die Ordnungskräfte und ihre Rolle bei Demonstrationen

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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Demo-Angriff


Authentische Berichte von Augenzeugen

Polizei greift Demonstranten grundlos an (Berlin, 03.06.2006)

germany.indymedia.org/

Organisatoren redeten erst von 30000, die Ordnungskräfte [ein bekannter Begriff für die Polizei wurde hier ausgetauscht] von 3500. Jetzt sprechen die Organisatoren auch nur noch von 15000 Leuten, was realistisch ist. Ca. 1500 Leute waren im linksradikalen "Wir Wollen alles"-Block, der mehrfach von der Poliezi mit voller Härte angegriffen wurde.

Schon auf der Auftaktkundgebung wurden vereinzelt Leute rausgegriffen wegen "Vermummung" oder "Springerstiefeln". Als die Demo losging, wurde die Spitze von der Polizei gestoppt und es wurde gefordert die Seitentransparente beim "Wir Wollen alles"-Block einzupacken. Wurde nicht gemacht und am Hackeschen Markt gab es die erste Prügelei. Dort erst noch ohne Erfolg für die Ordnungskräfte, nach Gerüchten gab es Festnahmen. Die Ordnungskräfte wollten den "Wir Wollen alles"-Block nicht weiterlaufen lassen und wurden professionell überrannt. Das Auftreten der Polizei hat dazu geführt, dass sich viele Gewerkschaftler und Rentner mit den Autonomen solidarisiert haben. Einige "Normale" sind auch zu militanten Angriffen auf die Ordnungskräfte übergegangen. Etwas wurde aus Frankreich gelernt, die Leute solidarisierten sich mehr untereinander.

Die Demo zog schließlich weiter, ohne dass die Cops ihr Ziel erreicht hatten. Kurz vor der Synagoge griffen sie ein weiteres Mal an. Dieses Mal entwendeten sie einige Seitentransparente und es gab wohl auch Festnahmen. Bis zur Abschlusskundgebung ging es dann ohne Zwischenfälle weiter. Doch die Stimmung heizte sich mehr und mehr auf und vor allem die älteren Demonstrationsteilnehmer wurden immer aggressiver gegenüber den Ordnungskräften.

Am Abschlussplatz gings dann nochmal ziemlich derb ab. Die Ordnungskräfte nahmen einen Punker fest und ein Großteil der Demo (nicht nur Schwarzkapuzen, viele WASGler, SAVler, DKPler, IG-Metaller etc.) kesselte die Ordnungskräfte ein. Die brauchten mehrere Minuten, um sich aus der Demo rauszuprügeln, wurden mit Flaschen und Fahnenstangen bzw. WASG-Schildern bearbeitet. Dabei standen meist junge Antifas in Ketten um die Ordnungskräfte herum und alte Menschen zwischen den Fronten und versuchten die Ordnungskräfte zu beruhigen und sie von der Gewalt abzubringen - mit dem Ergebnis, dass sie [die Antifas und alte Menschen] massiv Pfefferspray und Knüppel ins Gesicht bekamen. Daraufhin prügelten alle auf die Ordnungskräfte ein. Das ging mehrmals so, bis die Cops endlich aus der Demo geprügelt waren.

Mensch konnte sehen, dass die Ordnungskräfte wirklich einen riesen Schiss hatten, etwas koordinierter und sie haben KEINE Chance. Auf jeden Fall war das Grundgefühl heute untereinander solidarischer als früher. Schön. Die Gewerkschafter machen nicht mehr die bösen "Autonomen" für die Gewalt verantwortlich - wie früher, sondern die Ordnungskräfte. Und die Autonomen brachten auch keine Schwachsinnsaktionen, sondern haben vorbildlich Ketten gebildet und sich nicht provozieren lassen. Alles in allem eine kämpferische und schrecklich nasse Demo. Die Berliner Polizei hat sich so aufgeführt wie auf jeder kleinen Antifa-Demo, haben aber erleben müssen, dass das auf einer großen Sozialabbau-Demo nicht so gut funktioniert. Und zwar weil die "normalen" Demonstranten nicht mehr schnell das Weite suchen und die Polizei den "harten Kern" plattmachen lässt, sondern sich solidairisiert und gegen Polizeigewalt protestiert. Erstmal friedlich, aber wenn sie von den Cops verdroschen werden, schlagen sie engagierter zurück als so mancher autonomer Antifa.

Antwort auf diesen Bericht

Ja, ich habe gestern dasselbe erlebt. Ich selbst bin weder Autonomer noch sonst irgendwie gewalttätig, aber ich habe mich von den Ordnungskräften gestern so etwas von geängstigt und angegriffen gefühlt wie noch nie zuvor in meinem Leben. Die ganze Polizeiaktion war pure Provokation. Ordnungskräfte haben alte Leute mit Knüppeln bearbeitet. Außerdem habe ich gesehen, wie sie einem IG-Metaller die Fahne zerbrochen haben und ihn selber mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt haben. Diese Aktion war aber nicht die erste, die ich so gesehen habe. Auch vor zwei Wochen hat sich die Polizei bei einer Demonstration des Antifaschistischen Aufstands Köpenick gegen die NPD-Zentrale so aggressiv verhalten.

Meine Meinung ist, dass die Polizei unter enormen Druck steht und die oberen Polizisten bzw. das Establishment eine große Angst vor uns haben. Anders kann ich mir diese Gewalttaten nicht erklären. Und die Polizei hätte eigentlich alleine am Ende der Demonstration feststellen müssen, dass es mehr als 10000 Menschen waren, die dort "haut ab" und "ihr seid nur gut bezahlte Hooligans" gerufen haben.

Was man aber auch noch dazu sagen sollte, dass die Medien das alles sehr schön verschweigen. In den Tagesthemen und den heute-Nachrichten habe ich davon gar nichts gehört. Die Polizei hat sich benommen wie die Schweine, aber gesendet wird davon gar nichts.

Die Berichte sprechen für sich. Die freie Presse nimmt sich die Freiheit, in der Berichterstattung mit selektiver Wahrnehmung zu agieren. Einäugigkeit als Berufsmerkmal!
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Letzte Aktualisierung am 05.06.2006

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