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Bemerkenswertes Profitwachstum
Konzerne im Neoliberalismus
Noch weit bis ins Jahr 1996 hinein bleiben die Profite »spektakulär«, wobei insbesondere die weltgrößten Konzerne ein »bemerkenswertes« Profitwachstum verzeichnen. Allerdings gibt es »einen Bereich, in dem die global operierenden Unternehmen nicht viel zulegen: nämlich auf den Lohnstreifen«, fügt das Magazin Fortune heimlich, still und leise hinzu.
Diese Ausnahme umfasst auch Unternehmen, die ein »großartiges Jahr« mit einer »Gewinnexplosion sondergleichen« hinter sich haben, während sie Arbeitsplätze wegrationalisierten, zur Beschäftigung von Teilzeitkräften ohne Sozialleistungen und Arbeitsplatzgarantie übergingen und sich auch sonst so benahmen, wie man es von einer »fünfzehnjährigen eindeutigen Vorherrschaft des Kapitals über die Arbeit« erwarten
würde, um noch einmal die Wirtschaftspresse zu zitieren.
Wie sich Länder entwickeln
Der Geschichtsverlauf liefert weiteres Lehrmaterial. Im 18. Jahrhundert waren die Unterschiede zwischen Erster und Dritter Welt sehr viel weniger ausgeprägt als heute. Somit drängen sich zwei Fragen auf:
1. Welche Länder entwickelten sich und welche nicht?
2. Können wir ursächliche Faktoren angeben?
Die erste Frage ist nicht besonders schwierig zu beantworten. Außerhalb von Westeuropa haben sich jene beiden Regionen entwickelt, die der Kolonisierung entgangen waren: die Vereinigten Staaten und Japan. Die japanischen Kolonien sind eine andere Sache; zwar war Japan eine brutale Kolonialmacht, aber es raubte seine Kolonien nicht aus, sondern entwickelte sie in nahezu demselben Maße wie das Mutterland selbst.
Wie verhält es sich mit Osteuropa?
Im 15. Jahrhundert setzten in Europa Teilungsprozesse ein, die zur Entwicklung des Westens führten, während der Osten zur Dienstleistungsregion absank. Er war die ursprüngliche Dritte Welt. Die Trennungsgräben vertieften sich zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als Russland sich aus dem System verabschiedete. Trotz der Grausamkeiten des Stalinismus und der furchtbaren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gelang dem Sowjetsystem die tiefgreifende Industrialisierung der Region. Osteuropa bildete nun die »Zweite Welt«, gehörte - zumindest bis 1989 - nicht zur »Dritten Welt«.
Aus internen Dokumenten wissen wir von den Befürchtungen westlicher Planungsstrategen, Russlands Wirtschaftswachstum könnte in anderen Ländern den »radikalen Nationalismus« anheizen und zu jener Krankheit führen, von der Russsland 1917 befallen worden war, als es sich weigerte, weiterhin »der westlichen Industriewirtschaft als Zulieferer zu dienen«.
So jedenfalls beschrieb eine renommierte Arbeitsgruppe 1955 das Problem des Kommunismus. Insofern war die von den westeuropäischen Mächten 1918 betriebene Intervention eine Abwehrhandlung, um den von gesellschaftlichen Veränderungen in der Dienstleistungsregion bedrohten »Wohlstand des kapitalistischen Weltsystems« zu schützen. Das ist die Auffassung anerkannter Forscher.
Die Logik des Kalten Krieges ähnelt dem Fall von Guatemala oder Grenada. Seine Dimension jedoch war so gewaltig, dass der Konflikt ein Eigenleben gewann. Es überrascht nicht, dass mit dem Sieg des mächtigeren Antagonisten traditionelle uster erneut zum Leben erweckt werden.
Ebensowenig sollte erstaunen, dass das Budget des Pentagons genau so hoch bleibt wie zu Zeiten des Kalten Krieges, ja sogar noch aufgestockt wird, während die Grundlinien der Außenpolitik Washingtons sich kaum verändern. Diese und andere Tatsachen gewähren uns Einblick in die Realitäten der globalen Weltordnung.
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