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Anmerkungen Literaturhinweise
1 UNICEF, The State ofthe World’s Children 1997 (Oxford University Press 1997); UNICEF, The Progress of Nations 1996 (UNICEF House 1996).
2 A. d. Ü.: »Gatekeeper« ist ein in »der wettbewerbspolitischen Diskussion häufig gebrauchter Begriff, um die Machtposition von Handelsbetrieben bei der Distribution von Waren zu beschreiben. Handelsbetrieben wird eine Schlüsselstellung im Absatzkanal zuerkannt, die es ihnen ermöglicht, den Weg von Waren und Informationen entweder zu öffnen oder auch völlig zu verschließen.« (Gabler Wirtschaftslexikon, 14., vollst, überarb. u. erw. Aufl. 1997, Bd. F-K, Art. »gatekeeper«).
3 Thomas Friedman, NYT, 2. Juni 1992; Anthony Lake (Nationaler Sicherheitsberater) NYT, 26. Sept. 1993; David Fromkin (Historiker), NYT Book Review, 4. Mai 1997, eine Sammelrezension neuerer Arbeiten.
4 Zum allgemeinen Bild und seinen historischen Ursprüngen vgl. u. a. Frederic Clairmonts klassische Untersuchung The Rise and Fall ofEconomic Liberalism (Asia Publishing House 1960; rev. Neuaufl. Penang und Goa: Third World Network 1996) und Michel Chossudovsky, The Globalisation of Poverty (Penang: Third World Network 1997). Clairmont war lange Zeit als Wirtschaftswissenschaftler bei der UNCTAD beschäftigt; Chossudovsky lehrt Wirtschaftswissenschaft an der Universität von Ottawa.
5 John Cassidy, New Yorker, 16. Okt. 1995. Zu den folgenden Zitaten vgl. Kap. 3, Anm. 1. Die Beispiele stammen aus dem linksliberalen bis linken Teil des politischen Spektrums. Andere Positionen kommen zu vergleichbaren Ergebnissen, sind aber sehr viel euphorischer.
6 John Liscio, Barron’s, 15. April 1996.
7 Richard Cockett, »The Party, Publicity, and the Media«, in Anthony Seidon und Stuart Ball (Hg.), Conservative Century: The Conservaüve Party since 1900 (Oxford University Press 1994); Harold Lasswell, »Propaganda«, in Encychpaedia ofthe Social Sciences, Bd. 12 (Macmillan 1933). Weitere Zitate und Erläuterungen in »Intellectuals and the State« (1977), wiederabgedruckt in Noam Chomsky, Towards a New Cold War (Pantheon 1982). Mittlerweile sind auch einige der wegweisenden Arbeiten von Alex Carey zu diesem Thema erhältlich. Vgl. seinen Essayband Taking the Risk out of Democracy (University of New South Wales Press 1995 und University of Illinois Press 1997).
8 Ebd., sowie Elizabeth Fones-Wolf, Selling Free Enterprise: the Business Assault on Labor and Liberalism 1945-1960 (University of Illinois Press 1995). Vgl. auch Stuart Ewen, PR: A Social History of SPIN (Basic Books 1996). Zum umfassenderen Kontext vgl. Noam Chomsky, »Intellectuals and the State« sowie »Force and Opinion«, wiederabgedruckt in Deterring Democracy (Verso 1991).
9 Editorial, New Republic, 19, März 1990.
10 Sanford Lakoff, Democracy: History, Theory, Practice (Westview 1996), S. 262 f.
11 J. Toye, J. Harrigan und P. Mosley, Aid and Power (Routledge 1991), Bd. I, S. 16. Zur Parallele mit dem Leninismus vgl. meine in Anm. 8 zitierten Essays sowie For Reasons of State (Pantheon 1973; dt.: Aus Staatsräson, Frankfurt/M. 1974), Einleitung.
12 Carothers, »The Reagan Years«, in Abraham Lowenthal (Hg.), Exporting Democracy (John Hopkins University Press 1991). Vgl. auch sein Buch In the Name ofDemocracy (University of California Press 1991).
13 Vgl. Kap. 2 und zu weiteren Quellen und Erläuterungen mein Buch Powers and Prospects (South End 1996), sowie »>Consent without Consent<: Reflections on the Theory and Practice of Democracy«, Cleveland State Review 44 A, 1996.
14 Survey of Current Business, U. S. Dept. of Commerce, Bd. 76, Nr. 12 (Dez. 1966).
15 Morton Horwitz, The Transformation of American Law 1870-1960 (Har-vard University Press 1992), Kap. 3, sowie Charles Seilers, The Market Revolution (Oxford University Press 1991).
16 Michael Sandel, Democracy’s Discontent (Harvard University Press 1996), Kap. 6. Meiner Ansicht nach ist seine Interpretation, die sich auf den Republikanismus und die zivilbürgerliche Tugend bezieht, zu eng, weil sie tieferliegende Wurzeln, die in die Aufklärung und noch weiter zurückreichen, übersieht. Vgl. dazu u. a. Noam Chomsky, Problems of Knowledge andFreedom (Pantheon 1971), Kap. l, einige Essays in dem von James Peck herausgegebenen Chomsky Reader (Pantheon 1987) sowie Noam Chomsky, Powers and Prospects, Kap. 4.
17 Zu Einzelheiten vgl. Noam Chomsky, Turning the Tide (South End 1985), Kap. 6.3; sowie Noam Chomsky, The Culture of Terrorism (South End 1988), Kap. 11 (und die darin zitierten Quellen), samt Zitaten von Figueres, der mit einiger Entschiedenheit von den Medien ignoriert wurde. Vgl. dazu meine Leiters from Lexington (Common Courage 1993), Kap. 6, die sich auch mit dem langen, vom Mittelamerikaspezialisten der New York Times verfaßten Nachruf und dem dazugehörigen verschwommenen Leit artikel befassen, der Figueres’Ansichten über Washingtons »Kreuzzug für die Demokratie« völlig verschweigt. Zur Berichterstattung der Medien über die Wahlen in Nicaragua und San Salvador vgl. Edward Herman und Noam Chomsky, Manufacturing Consent (Pantheon 1988), Kap. 3. Selbst Carothers, der mit Fakten sehr sorgsam umgeht, schreibt, daß die Sandi-nisten sich bis 1990 geweigert hätten, Wahlen zuzulassen (in Lowenthal, a. a. O.).
18 Eine weitere nachweislich falsche Behauptung besagt, daß die - seit langem geplanten - Wahlen nur aufgrund des von Washington ausgeübten militärischen und wirtschaftlichen Drucks stattfanden, der damit im nachhinein gerechtfertigt wird.
19 Zu den Wahlen und den Reaktionen in Lateinamerika und den Vereinigten Staaten (samt den Quellen für die folgenden Zitate) vgl. Noam Chomsky, Deterring Democracy, Kap. 10. Ein detaillierter Bericht über die als Triumph der Diplomatie gefeierte Unterwanderung der Diplomatie findet sich in Noam Chomsky, Culture of Terrorism, Kap. 7, sowie ders., Neces-sary Illusions (South End 1989), Anhang IV.5.
20 Hervorhebung von Carothers, in Lowenthal, a. a. O.
21 Zu Einzelheiten vgl. u. a. Richard Garfield, »Desocializing Health Gare in a Developing Coumry«, Journal of the American Medical Association 270, Nr. 8, 25. Aug. 1993, sowie Noam Chomsky, World Orders, Old and New (Columbia University Press 1994) S. 131 f.
22 Michael Kinsley, Wall Street Journal, 26. März 1987; New Republican, Leitartikel, 2. April 1984 und 19. März 1990. Weitere Beispiele in Noam Chomsky, The Culture of Terrorism, Kap. 5, Deterring Democracy, Kap. 10 und 12.
23 H. D. S. Greenway, Boston Globe, 29. Juli 1993.
24 NYT, 2. Mai 1985.
25 Vgl. World Orders, S. 131 ff. Zu den Prophezeiungen und Ergebnissen vgl. den Wirtschaftswissenschaftler Melvin Burke, »NAFTA Integration: Unproductive Finance and Real Unemployment«, Proceedings from tbe Eigth Annual Labor Segmentation Conference, April 1995; gefördert von den Universitäten von Notre Dame und Illinois. Desgl. Social Dimensions of North American Economic Integration, Bericht des Canadian Labour Congress für das Department of Human esources Development, 1996. Zu den Voraussagen der Weltbank in bezug auf Afrika vgl. Cheryl Payer, Lent and Lost (Zed 1991), sowie John Mihevc, The Market Teils Them So (Zed 1995), der auch die düsteren Auswirkungen permanenter Fehlschläge untersucht - düster für die Bevölkerung, nicht für die Klientel der Bank. Daß die Vorhersagen mehr als vage sind, ist Wirtschaftswissenschaftlern durchaus bekannt. Vgl. etwa Paul Krugman, »Cycles of Conventional Wis-dom on Economic Development», International Affairs 71, Nr. 4, Okt. 1995. A.d.U.: Das NAFTA-Abkommen betrifft eine »am 17. 12. 1992 unterzeichnete, zum 1.1.1994 in Kraft getretene Freihandelszone zwischen Kanada, Mexiko und den USA. Über einen gestaffelten Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen über einen Zeitraum von 10-15 Jahren entsteht die größte Freihandelszone der neueren Zeit. Liberalisiert werden der Handel mit Gütern und Dienstleistungen (!) sowie die Investitionsbedingungen. Einbezogen sind der Schutz geistigen Eigentums und der Umwelt sowie arbeitsrechtliche Fragen. Eine Erweiterung in Richtung Mittel- bzw. Südamerika wird z. Z. diskutiert.« (Gabler Wirtschaftslexikon, Bd. L-So, Art. »NAFTA«.)
26 Helene Cooper, »Experts’ View of NAFTA’s Economic Impact: It’s a Wash«, WS/, 17. Juni 1997.
27 Editorial, »Class War in the USA«, Multinational Monitor, März 1997. Bronfenbrenner, »We’ll Close«, ebd., eine Zusammenfassung der von ihr durchgeführten Untersuchung: »Final Report: The Effects of Plant Clo-sing or Threat of Plant Closing on the Right of Workers to Organize«. Ein Bericht in Business Week schildert detailliert den massiven Einfluß der von der Regierung Reagan gedeckten kriminellen Verstöße gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen: »The Workplace: Why America Needs Unions, But Not The Kind It Has Now«, 23. Mai 1994.
28 Levinson, Foreign Affairs, März/April 1996. Workshop vom 26.727. Sept. 1990, Protokoll, S. 3.
29 In den USA und insbesondere in Kanada (wo es eine sehr viel offener geführte Diskussion gab) reagierte die Bevölkerung, Meinungsumfragen zufolge, überwiegend mit Ablehnung.
30 Kenneth Roth, Executive Director, HRW, Leserbrief, NYT, 12. April 1997.
31 Vgl. Paul Farmer, The Uses of Haiti (Common Courage 1994); Chomsky, World Orders, S. 62 ff.; Noam Chomsky, »Democracy Restored«, Z, Nov. 1994; North American Congress on Latin America (NACLA), Haiti: Dangerous Crossroads (South End 1995).
32 John Solomon, AP, 18. Sept. 1994, zit. in Chomsky, »Democracy Restored«.
33 Vgl. mein Buch Year 501 (South End 1993; dt.: Wirtschaft und Gewalt, München 1995), Kap. 8 und die dort angegebenen uellen; Farmer, a. a. O. Labor Rigbts in Haiti, International Labor Rights Education and Research Fund, April 1989. Haiti After the Coup, National Labor Committee Education Fund (New York), April 1993. Lisa McGowan, Democracy Under-mined, Economic Justice Denied: Structural Adjustment and the AID Jug-gernaut in Haiti (Development Gap, Jan. 1997). A. d. Ü.: Die
»Theorie rationaler Erwartung« beschreibt unter Zuhilfenahme mathematischer Formeln die Hypothesenbildung eines Wirtschaftssubjekts im Hinblick auf zukünftige Folgen ökonomischen Handelns unter Risiko- oder Unsicherheitsbedingungen. Die Theorie »setzt in der strengen Form voraus, daß die Individuen das relevante Modell der Ökonomie und dessen Struktur kennen« (Gabler Wirtschaftslexikon, Bd. A-E, Art. »Erwartung«). Ihr
Nutzen ist eher umstritten, eben weil sich Erwartungen nicht stochastisch quantifizieren lassen.
34 Nick Madigan, »Democracy in Inaction: Did Haiti Fail U.S. Hope?«, Christian Science Monitor, 8. April 1997; vgl. AP, Boston Glohe, 8. April 1997, zu weiteren Berichten über die Wahlen.
35 John McPhaul, Tico Times (Costa Rica), 11. April und 2. Mai 1997.
36 Vincent Gable, Daedalus (Frühjahr 1995), der den UN World Investment Report 1993 zitiert (wo jedoch ganz andere Zahlen angegeben werden; zudem heißt es dort, es stünden »nur relativ geringe Datenmengen zur Verfügung«, S. 164 f.). Eine ausführlichere Erörterung findet sich in Peter Cowhey und Jonathan Aronson, Managing the World Economy (New York, Council on Foreign Relations 1993); dort wird der Binnenhandel der Transnationalen Konzerne auf einen Umfang von etwa 40 Prozent geschätzt. Zum Handel USA-Mexiko vgl. David Barkin und Fred Rosen, »Why the Recovery is Not a Recovery«, NACLA Report on the Americas, Jan./Feb. 1997; Leslie Crawford, »Legacy of Shock Therapy«, Financial Times, 12. Feb. 1997 (mit dem Untertitel: »Mexico: A Healthier Outlook«; der Artikel beschäftigt sich mit dem zunehmenden Elend der Bevölkerungsmehrheit). Zu innerbetrieblichen Transaktionen nach dem NAFTA-Abkommen vgl. William Greider, One World, Ready or Not (Simon and Schuster 1997), S. 273, der den mexikanischen Wirtschaftswissenschaftler Carlos Heredia zitiert. Schätzungen zufolge beliefen sich innerbetriebliche US-amerikanische Exporte, die den mexikanischen Markt gar nicht erst erreichten, vor dem Abkommen auf mehr als 50 Prozent. Senator Ernest Hollings, Foreign Policy, Winter 1993/94.
37 Die OECD-Untersuchung von 1992 wird von Clintons ehemaliger Bera terin für Wirtschaftsfragen, Laura Tyson, in Who’s Bashing Whom? (Institute for International Economics 1992) zitiert.
38 Alfred Chandler, The Visible Hand (Belknap Press 1977).
39 Das Zitat entstammt einer Rede, die C. A. Crocker, assistierender Staatssekretär für die Afrikapolitik, im August 1981 in Honolulu vor dem National Security Committee of the American Legion hielt. Zit. in Hans Abra-hamsson, Hegemony, Region and Nation State: The Case ofMozambique (Padrigu Peace and Development Research Institute, Gothenburg Univer-sity, Jan. 1996).
40 Vgl. dazu Eric Toussaint und Peter Drucker (Hg.), IMF/World Bank/ WTO, Notebooks for Study and Research (Amsterdam: International Institute for Research and Education 1995), S. 24 f.
41 UNICEF, State of the World’s Children 1997.
42 George Kennan, PPS 23, 24. Feb. 1948 (Foreign Relation of the United States, Bd. l, 1948), S. 511. Michael Hogan, The Marshall Plan (Cambridge University Press 1987), S. 41, der das Bonesteel Memorandum vom Mai 1947 paraphrasiert.
Glossar
AAWH: American Association for World Health, dt.: Amerikanischer Weltgesundheitsverband. Private Organisation zur Aufklärung und Prävention von Krankheiten auf nationaler und internationaler Ebene. Dazu gehört in den letzten Jahren vor allem die Bekämpfung von AIDS.
ABC: American Broadcasting Company. Amerikanischer Fernsehsender mit Hauptsitz in New York, der seit 1995 zur Firmengruppe von Walt Disney gehört.
ANC: African National Congress (ursprünglich South African Native National Congress). Seit 1923 Südafrikas politische, schwarze nationale Partei. Der ANC kämpfte jahrelang gegen die offizielle Apartheidspolitik der südafrikanischen Regierung. Er wurde 1960-1990 durch die weiße Regierung des Landes verboten und mußte in dieser Zeit im Untergrund arbeiten. Der Präsident des ANC, Nelson Mandela, wurde 1994 erster Präsident einer gemischten Regierung.
AP: Associated Press. Ältester und größter Nachrichtendienst in den USA. Entstand 1848 aus dem Zusammenschluss von sechs New Yorker Zeitungen, die einen gemeinsamen Telegrafendienst für Nachrichten aus dem Ausland einrichteten. 1856 erhielt dieser Service den Namen Associated Press.
CIA: Central Intelligence Agency. 1947 aus dem Office of Strategie Services entstanden. Geheim- und Nachrichtendienst der US-Regierung. Vor der Gründung der CIA leiteten vor allem die Army, die Navy und das FBI die Nachrichtendienste der USA. Kompetenz-, Informations- und Koordinationsdefizite zwischen diesen drei Organen führten zur Einrichtung der CIA als zentralem Nachrichtendienst. Innerhalb der CIA gibt es vier Abteilungen: die Nachrichtenabteilung, die Abteilung für Wissenschaft und Technologie, die Administrationsabteilung und die Einsatzabteilung.
CDA: Cuban Democracy Act, dt.: Gesetz zur Kubanischen Demokratie. Im Oktober 1992 von den USA erlassenes Gesetz, das Teile des US-amerikanischen Embargos gegen Kuba, die Unterstützung der kubanischen Bevölkerung und die Verbesserung der Telekommunikation sowie der medizinischen Versorgung betrifft.
EU: European Union, dt.: Europäische Union, Aus der EGl(= Europäische Gemeinschaft) entstandene, im November 1993 in Kraft getretene Organisation zur Förderung des europäischen Integrationsprozesses mit Hauptsitz in Brüssel, Die Hauptaufgaben der EU liegen in der Errichtung eines gemeinsamen, starken Markts mit einer Wirtschafts- und Währungsunion und in der einheitlichen Vorgehensweise aller Mitgliedsstaaten, was die Bereiche Sicherheits- und Außenpolitik, den Polizei- und den Justizapparat betrifft. Zu den Spezial Organisationen der EU zählen unter anderem der Europäische Rat, die EU-Kommission, der Europäische Gerichtshof und das Europäische Parlament.
FAO: UN Food and Agricultural Organization, dt.: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. 1945 gegründete Organisation mit Sitz in Rom zur Bekämpfung von Armut, Unter- und Fehlernährung in den Entwicklungsländern.
GATT: General Agreement on Tariffs and Trade, dt.: Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen. Das 1948 gegründete GATT gilt als wichtigstes und erfolgreichstes multilaterales Handelsabkommen. Es verfolgt insbesondere drei Prinzipien: Gegenseitigkeit (d. h. handelspolitische Leistungen, die sich die GATT-Mitglieder gewähren, müssen gleichwertig sein), Liberalisierung (d. h. Abbau von Zöllen) und Meistbegünstigungen (d. h. Zoll- und Handelsvorteile, die sich zwei GATT-Mitglieder einräumen, sollen allen Mitgliedern zugute kommen). Infolge des Abkommens sind die Grenzen für Zollbeschränkungen weltweit enorm gesunken.
ICJ: International Court of Justice, dt.: Internationaler Gerichtshof. Seit 1945 das Haupt-Rechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen (-> UN) mit Sitz in Den Haag. Er setzt sich aus 15 unabhängigen Richtern aus 15 Staaten zusammen.
IAJC: Inter-American Juridical Committee. Behörde der Organisation Amerikanischer Staaten (-> OAS) mit Hauptsitz in Rio de Janeiro. Eingesetzt als Rechtsberatung, zur Förderung der Entwicklung und Kodifizierung von internationalem Recht und bei juristischen Problemen innerhalb der Integration von Entwicklungsländern.
MAI: Multilateral Agreement on Investigation, dt.: Multilaterales Abkommen über Investitionen. Internationales Wirtschaftsbündnis mit dem Ziel, die Befugnisse von Konzernen global auszubauen und eine euro-amerikanische Freihandelszone zu schaffen. Das MAI steht den OECD-Mitgliedern und den EU-Staaten, aber auch allen anderen Staaten offen, die seine Aufnahmekriterien erfüllen und anerkennen.
NAFTA: Nortb American Free Trade Agreement, dt.: Nordamerikanisches Freibandeisabkommen. 1992 unterzeichnetes Handelsabkommen mit dem Ziel, sämtliche Zollbestimmungen und andere Handelsbeschränkungen zwischen den USA, Kanada und Mexiko abzubauen. Das Abkommen schafft langfristig eine Freihandelszone zwischen den drei größten Ländern Nordamerikas. Seine Entstehung wurde angeregt durch den erfolgreichen Abbau von Zöllen und dem damit verbundenen Anstieg des Handels unter den EG-Mitgliedsstaaten.
OAS: Organization of American States, dt.: Organisation amerikanischer Staaten. Aus der PAN (= Pan-American Union, dt.: Panamerikanische Union) entstandene und im Zuge des Kalten Krieges 1948 gegründete Organisation zur Förderung der wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Zusammenarbeit ihrer Mitglieder, zu denen beinahe alle unabhängigen Staaten Amerikas gehören. Kubas Mitgliedschaft wurde 1962 gekündigt. Hauptanliegen der OAS ist der Schutz vor feindlichen Interventionen ausländischer Staaten und die Erhaltung des Friedens zwischen den Mitgliedsstaaten.
OECD: Organization for Economic Cooperation and Development, dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Als Nachfolgerin der OEEC (=Organization for European Economic Cooperation, dt.: Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit) seit 1961 in Paris bei der Planung und Förderung von wirtschaftlicher Zusammenarbeit, Entwicklung und der Hilfe für Entwicklungsländer beratend tätig. Die OECD hat
29 Mitgliedsstaaten und verschiedene Sonderorganisationen wie die IEA, die NEA, den DAG oder das CCET.
TNC/MNC: Transnational/Multinational Corporations, dt.: Transnationale/Multinationale Unternehmen. Unternehmen, die in mehreren Ländern arbeiten und registriert sind. Diese Unternehmen haben in der Regel einen Hauptsitz und besitzen darüber hinaus mehrere Zweigstellen und/oder Tochterfirmen in anderen Ländern, die alle dem Hauptsitz unterstellt sind.
UNICEF: United Nations Children’s Fond, dt.: Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Unterstützt seit 1946 in 160 Staaten Kinder und Mütter in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung, Hygiene, Ernährung und Erziehung und leistet Soforthilfe in Notsituationen.
UN/UNO: United Nations, dt.: Vereinte Nationen oder Vereinigte Nationen. Auf Initiative der Außenminister Chinas, Großbritanniens, der UdSSR und der USA 1945 zur Sicherung des Weltfriedens gegründet, zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit und zum Schutz der Menschenrechte mit Sitz in New York. Zu ihren SpezialOrganisationen zählen die UNESCO, ILO, FAO, WHO, die BRD und der IMF. Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik traten der UN 1973 bei. Derzeitiger Generalsekretär ist Kofi Annan.
UNCTAD: United Nations Conference on Trade and Development, dt.: Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung. Fördert und unterstützt seit 1964 die wechselseitigen Beziehungen zwischen Handel, wirtschaftlicher Entwicklung und internationaler Wirtschaftshilfe. Die UNCTAD mit Sitz in Genf galt lange als wichtigstes Forum des Nord-Süd-Dialogs. Sie hat jedoch mit Entstehung der Welthandelsorganisation (-> WTO) bei den Industriestaaten viel von ihrem Einfluss verloren. Die Entwicklungsländer hingegen halten an der UNCTAD fest. Insgesamt vertritt die Konferenz 188 Mitgliedsstaaten.
USAID: U. S. Association for International Development, dt.: US-Organisation für Entwicklungshilfe. Im September 1960 gegründete UN-Organisation mit Hauptsitz in Washington, die mit der Weltbank zusammenarbeitet. Sie soll Kredite und Darlehen mit günstigeren Laufzeiten an Entwicklungsländer vergeben als die Weltbank.
WHO: World Health Organization, dt.: Weltgesundheitsorganisation. Seit 1946 unterstützt die WHO mit Sitz in Genf weltweit den Auf- und Ausbau von Gesundheitsdiensten in Entwicklungsländern, fördert die Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten und der medizinischen Forschung. Unter Federführung der -> UN kooperiert die WHO seit 1996 mit verschiedenen anderen Organisationen in einem gemeinsamen AIDS-Programm.
WTO: World Trade Organization, dt.: Welthandelsorganisation. Mit Sitz in Genf unterstützt die WTO seit 1995 die internationalen Handelsbeziehungen, kontrolliert Handelspraktiken und versucht, Handelskonflikte zu schlichten. Sie fördert die Umsetzung und Weiterverfolgung der GATT-Prinzipien (-» GATT). Die WTO setzt sich aus 132 Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission (-> EU) zusammen. Das Streitbeilegeverfahren der WTO verfügt über kein eigenes Gericht. Im Konfliktfall wird dem WTO-Rat von einem eigens dafür eingesetzten Ausschuß ein Bericht des verletzten Staats oder der geschädigten Organisation vorgelegt. Seit der ersten Ministerkonferenz 1996 hat die WTO Abkommen zur Liberalisierung in den Bereichen Telekommunikation, Informationstechnologie und Finanzleistungen geschlossen.
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Zu den Autoren
Noam Chomsky, geboren 1928, politischer Aktivist, Sprachtheoretiker und seit 1961 Professor am Massachusetts Institute of Technology, ist Träger von zehn Ehrendoktorwürden und etlicher anderer hoher Auszeichnungen und Preise, Mitglied der American Academy of Art and Sciences und der National Academy of Science und Autor mehrerer Bestseller über Linguistik, Philosophie und Politik. »Profit Over People« wurde von Howard Zinn als Chomskys bestes Buch bezeichnet.
Robert W. McChesney ist Professor für Kommunikationswissenschaften an der University of Illinois und hat eine Reihe von Untersuchungen über Medien und Demokratie veröffentlicht.
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