Willkür ohne Widerstand. Das ist die gegenwärtige Weltkultur.

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Genickbruch der Wachtturmtheologie

King Lui


Die Qualität der Weltpolitik ist auf den Status eines Halbstarken herunter gekommen, der den Rest des Schulhofs beherrscht. Mit dem Siegeszug des Liberalismus wurde der Überfall auf den Unterlegenen zur reinen Kultur. Jeder darf sich nehmen, was er will, solange er der Stärkere ist.


Klar ist inzwischen, dass sich die Jungs aus dem Irak - gestärkt durch die Erkenntnis, dass die Schulhofchefs schon gegen die Jungs aus Vietnam alt aussahen - nicht so einfach geschlagen geben. Obwohl oder gerade weil sie die Oberlehrer dieser Welt nicht auf ihrer Seite haben, versuchen sie sich umso brutaler zu wehren. Sie haben nichts zu verlieren.

Der Gedanke, dass einer mit dem Geist eines Halbstarken die Welt regiert, ist fatal. Dieser Gedanke führt in die tiefsten Abgründe der menschlichen Existenz. Schon allein die sofortige Verherrlichung aller erpresserischen Schüler auf dem Schulhof, nur weil sie stärker sind, wäre die Konsequenz aus der Präsidentschaft eines George W. Bush. - Wer versucht, einen Erpresser seiner bisher gerechten Strafe zuzuführen, macht sich an der gesamten Schülerschaft schuldig, denn er vereitelt die Vorbereitung der Schüler auf die reale Welt. Die Pädagogik muss umgeschrieben werden. Die Aktualisierung besteht in der rechtmäßigen Einsetzung des Stärkeren in die Position dessen, der Schwächere nach Belieben behandeln darf.

Jedenfalls hat die ganze amerikanische Klasse den Schulhofchef in freier Wahl bestätigt und damit noch einmal klar gemacht, dass die Regeln des Schulhofs unumstößlich gelten. Damit hat diese Klasse dem Rest der Schule noch einmal gezeigt, dass oberhalb der Schulhofregeln angesiedelte ethische Normen nicht existieren. - Ob die Iraker diesen Wink verstehen?

Alle bisherigen Leiden der Welt sind umsonst. Und die zukünftigen auch.

Die alles überragende Erkenntnis ist das resignierende Fazit, dass sowohl Religionskriege möglich sind als auch Rohstoffkriege, die als Religionskriege getarnt sind. Damit sind alle Träume von einer besseren Welt verbraucht, dahingehaucht, verblasst, blamiert und sinnlos. Alle Philosophie, alles Denken, alle Menschlichkeit beugt sich unter die reine Geldgier, deren aktueller Vorreiter der Präsident der Amerikaner ist. Naiv folgt ihm ein moderner deutscher "Philosoph". Wahrscheinlich ohne es zu wissen.

Unsere hochtechnisierte Welt, die weltweit eine sachliche Überprüfung aller möglicher Fassetten des Seins ermöglicht, verhindert nicht den Selbstbetrug und kann nicht dazu beitragen, Kriege und andere Schandtaten zu verhindern. Alle Ethik und Philosophie haben nicht dazu beitragen können, dass eine Welt entsteht, die primitives Abschlachten, Plündern, Ausbeuten, Lug und Betrug ablegt und wenigstens auf der internationalen Ebene ein menschlich organisiertes Miteinander möglich macht.

George W. Bush hat der Welt die Wahrheit gezeigt. Aus dieser Wahrheit lässt sich schließen, dass die Welt auch noch in 2000 Jahren fürchterliche Schandtaten erleben wird, die sich die Menschen gegenseitig antun. Der niedrigste Schwachsinn wird immer wieder seinen Einzug feiern und mit wildem Jubel von den Massen begrüßt werden.

Eine ganz besondere Leistung kann aber dieser ganz besondere Präsident der Vereinigten Staaten für sich verbuchen. - Er hat es fertiggebracht, "die fette Kuh" weltweit in ihrem Ansehen auf ein schlichtes Feindbild herunterzuziehen. Er hat der Welt vorgeführt, dass sich die Moderne ihrer Geldgier beugt und der Geist des Menschen der des Esau ist, der sein Erbe für eine Linsensuppe verkauft.

Nach Hitlers Schrecken wollte die Menschheit die Tür zum Keller ihrer Greueltaten hinter sich endgültig verschließen. Diese Tür steht inzwischen wieder sperrangelweit offen.

Wieder gibt es Sonnenkönige, wieder gibt es Barbaren, wieder gibt es Kreuzzüge. Wir sind in unserer hochtechnisierten Welt in Wirklichkeit Insassen des tiefsten Mittelalters. - Dies ist ein Beweis, dass die menschliche Natur, wie sie von der Bibel wahrgenommen wird, tatsächlich so ist, wie sie in der Bibel wahrgenommen wird. - Sollte uns das nicht zu denken geben?
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Kommentare:
das ist ein scheiss, 25.05.2007
Diesen Kommentar kann doch nur ein Jünger der Globalisierung geschrieben haben. Einer, der außer seinem persönlichen Vorteil keinen Sinn in dieser Welt sieht. Damit geht er konform mit der amerikanischen Politik des letzten Jahrzehnts und erkennt selbstverständlich nicht die Betonierung des Bösen während der Epoche Bush.

Rüdiger Hentschel, 27.05.2007
ich bin als sohn einer kleinbauerfamilie in belecska/ungarn im jahr 1934 gebohrren. meine vorfahren sollen im 17.en jahrhundert - aus der darmstädter gegend- nach ung. ausgewandert sein. an meine schöne kindheit in belecska denke ich mit freude. die wurde durch die nachkriegswirren und die zwangsumsiedlung, 1948 nach ostdeutschland jäh unterbrochen. ich werde in einigen tagen 74 jahre und muß mir eingestehen, dass ich mich in deutschland nie heimisch fühlte. denke sehnssüchtig an meine ehemalige heimat. und erfuhr was vertreibung bedeutet.

peter koch, 26.09.2008
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