Die Willkür der Telekom
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Die Willkür der Telekom

Krass! Das Verhalten der Konzerne, die schier unendliche Macht privatisierter Systeme geht über Leichen. Gegenüber der Ungerechtigkeit der Konzerne, die weltweit abgeht, wird dieser Fall fast wie eine Anekdote aussehen. Doch dieser Fall soll hier dargestellt werden, um die Rigorosität der privatisierten Zyklopen fühlbar zu machen. Während die Konzerne für einen gehörigen Anteil der Not, des Elends und des Hungers in der Welt verantwortlich zeichnen, kann jeder zur Teilnahme an der Konzernwirtschaft Verurteilte auch in seinem ganz gewöhnlichen Alltag erfahren, was es heißt, einem absolut gewinnorientierten Apparat ausgeliefert zu sein.

Am 28. April erhielt ich von der Telekom, bei der ich lediglich aus technischen Gründen die vermaledeite Telefonleitung unterhalten muss, einen Brief. Mit folgendem Inhalt:

"die beiliegenden Dokumente sollten Ihnen auf dem Postweg zugestellt werden. Wir erhielten das Schreiben leider wieder zurück.

Da es uns wichtig ist, dass unsere Kunden allen Schriftverkehr schnellstmöglich erhalten, haben wir erfolgreich für Sie recherchiert und senden Ihnen den Brief heute erneut zu.

Wir wünschen Ihnen einen erfreulichen Tag."


Das nette Schreiben der Telekom

Das klingt doch nett! Doch die so genannten "beiliegenden Dokumente" bestanden lediglich aus einer rigorosen Feststellung der fristlosen Kündigung meines Telefonanschlusses. Aber selbst das liest sich aus dem beiliegenden Dokument anders! In dem Schriftstück heißt es, ich könne die fristlose Kündigung des Anschlusses noch verhindern, indem ich schnell das Geld überweise. Doch wurde in der Nacht vom 28. April 2008 auf den 29. April 2008 mein Anschluss abgeschaltet.

"Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde

Ihr Buchungskonto weist einen offenen Betrag in Höhe von 96,42 EUR auf. Über den fälligen Betrag haben wir Sie bereits gemahnt. Zahlungseingänge wurden bis zum 16.04.2008 berücksichtigt.

Sie vermeiden erhebliche Nachteile, wenn der offene Betrag auf Ihrem Buchungskonto ausgeglichen wird. Im Falle der sofortigen Zahlung
  • wird Ihr Telefonanschluss nicht fristlos gekündigt
  • ersparen Sie sich Anwalts- und Gerichtskosten
  • verzichten wir auf die Erhebung eines Schadensersatzes bei Verträgen mit einer Mindestvertagslaufzeit
  • vermeiden Sie dieAnfordenung einer Sicherheitsleistung bei künftigen Aufträgen
  • Verwenden Sie für die Zahlung bitte den beigefügten Zahlschein
Falls Sie zwischenzeitlich den offenen Betrag überwiesen haben, so betrachten Sie das Schreiben als gegenstandslos.

Um künftig Zahlungsverzug zu vermeiden, bieten wir Ihnen die Moglichkeit der Teilnahme am Lastschriftverfahren an. Ein Auftrag fur die Einzugsermächtigung ist beigefugt. Kosten entstehen Ihnen dadurch nicht.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die o. g. Rufnummer.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kundenservice"

Fristlose Kündigung

Weder Zahlschein noch der Auftrag für die Einzugsermächtigung war dem Schreiben beigefügt, sondern lediglich diese Ankündigung der fristlosen Kündigung meines Telefonanschlusses. Natürlich telefonierte ich sofort mit der endlosen Warteschleife der Telekom und unterdrückte erfolgreich meinen Hass gegen diese Computerstimme, die noch einmal die Ausgeliefertheit der Menschen gegenüber Konzernen dokumentiert.

Der Hintergrund

Im November 2007 hatte ich die Bank gewechselt. Dabei vergaß ich, einigen Gesellschaften meine neue Bankverbindung mitzuteilen. Und das passierte mir auch bei der Telekom. Während im Falle anderer Institutionen wie zum Beispiel der Stadt Bad Nauheim oder einer Rentenversicherung recht schnell Mahnungen bei mir eingingen, so dass ich den Fehler korrigieren konnte, hörte ich von der Telekom nichts. Weil ich aber schon seit 5 Jahren mit der Telekom über meine heutige Adresse kommunizierte, rechnete ich nicht damit, dass vonseiten der Telekom ebenfalls Beschwerden entstünden. Klar! Diesen Fehler habe ich gemacht. Aber wie kommt es, dass die Telekom alle Mahnungen an meine alte Adresse in Bad Nauheim schickte?

Der unglaubliche Vorgang ist das Verhalten der Telekom, die jahrelang mit mir über meine neue Adresse kommuniziert und bei der nächstbesten Gelegenheit einer fristlosen Kündigung darauf beharrt, diese Adresse nicht zu kennen. Allein aus dem oben abgebildeten Schreiben geht hervor, dass die Telekom den rechtlich notwendigen Rahmen der Mahnung nicht einhält. Während mir noch im oben abgebildeten Schreiben versprochen wird, ich könne die fristlose Kündigung durch sofortige Überweisung verhindern, wird der Anschluss noch in der selben Nacht deaktiviert.

In umfangreichen Telefonaten mit der Telekom hörte ich viele Geschichten. Die neueste ist, dass das Buchungskonto gewechselt werden muss, dass ich in Sicherheitsvorleistung zu treten habe und die Wiederanschlussgebühr zahlen muss. Ich hätte dann ja die Gelegenheit, Beschwerde einzulegen.

Die Telekom lässt auflaufen. Am 28.04.2008 wurde mein Telefonanschluss widerrechtlich gesperrt. Am 02.05.2008 wurde mir gesagt, nachdem ich mehrere Faxe gesendet hatte, dass die fristlose Kündigung aufgehoben sei. Am 05.05.2008 wurde mir die Notwedigkeit eines neuen Buchungskontos erzählt und versprochen, alles in die Wege zu leiten.

Der weitere Fortgang der Geschichte wird hier Punkt für Punkt dokumentiert.

  • 09.05.2008: Am 05.05. 2008 wurde mir mitgeteilt, dass am 13. Mai 2008 der Anschluss wieder geschaltet würde. Eine Benachrichtigung sei unterwegs. Leider ist noch kein Brief bei mir angekommen. (Das würde ja bedeuten, dass auch ohne Sicherheitsleistung und dergleichen der Anschluss wieder geschaltet wird. Denn sonst hätten sie sich nicht auf einen Termin festlegen können.)
  • 09.05.2008: Gerade bei der Telekom angerufen (ca. 9:00 Uhr). Sehr nett! Ohne Scherz! Ich kriege meine alte Nummer wieder und es soll bald passieren. Ich bin ja so gespannt!!!
  • 09.05.2008: Ich werd wahnsinnig! 10:00 Uhr Rückruf von der Telekom. Ich kriege heute noch Telefon! Und behalte die alte Nummer! Und meine neue Adresse, die schon jahrelang eingetragen war, ist jetzt wieder eingetragen. (Muss nur sicherheitshalber daran denken, in zwei Wochen noch mal nachzufragen. Kann ja sein, dass es wieder schiefgeht. Zumal die Einzugsermächtigung ja weggefallen ist. Da muss ich die Post an die richtige Adresse kriegen!!! - Und dennoch! Ich habe in allem Frust die Telekom heute mit echtem Service erlebt.
  • 09.05.2008: Zu früh gefreut!!!! Die Telekom hat meinen Arcor-Anschluss über meinen Kopf hinweg einfach gekündigt. Was ist das für eine Rechtsauffassung!!! Die greifen einfach in fremder Leute Verträge ein!!! Jetzt ist mein Vertrag mit Arcor hinfällig und ich muss alles neu bestellen, Wartezeiten in Kauf nehmen, alle Nummern wieder ändern! Was erlaubt sich die Telekom!!!
  • 09.05.2008: 19:00 Uhr - Nachfrage wegen Rechnungsadresse: Es ist immer noch die alte Rechnungsadresse verzeichnet. Keiner weiß, wie die in den Datensatz gekommen ist. Keiner weiß, wann die Änderung auf meine neue Adresse wirksam wird. Nächste Woche wieder anrufen!

Hat die Telekom die alte Adresse wieder eingesetzt, weil ich bei ihr nur die Grundleitung habe? Sollen Kunden, die die anderen Leistungen von anderen Anbietern beziehen, systematisch hinausgemobbt werden? Ich gebe zu, dass ich einige Sekunden lang gedacht habe, ich sollte wieder alles von der Telekom beziehen. Aber das war nur ein paar Sekunden lang. Und wenn endlich irgendwann die Leitungen nicht mehr monopolistisch in der Hand der Telekom liegen, wechsle ich natürlich sofort zu jemand anderem.

Man ist diesem Moloch absolut ausgeliefert. Dass die Telekom einfach über meinen Kopf hinweg und ohne mein Wissen meine Verträge, die ich mit jemandem abgeschlossen habe, beseitigen kann, entspricht nicht deutschem Recht. Wie kann ein Konzern meine Verträge, über die nur die jeweiligen Vertragspartner verfügen dürfen, einfach ohne mich zu fragen kündigen?! Wird die Telekom demnächst einen Vertrag für mich mit der Psychiatrie abschließen? Es ist einfach unglaublich!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Vertragsverhältnis über Ihren T-Com Telefon-Anschluss hat sich verändert. Die Ursachen können beispielsweise in einem Rufnummernwechsel, einem Umzug oder einer Anschlusskündigung liegen. Aufgrund dieser Änderungen fällt Ihr DSL-Anschluss zum 06.05.2008 weg.

Nach dem 06.05.2008 erhalten Sie noch eine Arcor Rechnung. Selbstverständlich werden wir nur solche Leistungen berechnen, die Sie bis zum Kündigungstermin in Anspruch genommen haben.

Wenn Sie weiterhin Arcor-lnternet nutzen möchten, dann rufen Sie uns unter 018 10 70 010* an. Wir beraten Sie gerne!

Freundliche Grüße nach Mühlhausen

Ihr Arcor Team PS: Sie haben noch Fragen zu Ihrem Anschluss? Unter www.kunden.arcor.de finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen! 24 Stunden am Tag. Kostenlos.


Vertrag von der Telekom gekündigt!

Insgesamt fünf Mal bei der Telekom angerufen und die richtige Rechnungsadresse durchgegeben. Es steht immer noch (am 15. Mai 2008) die Lessingstraße in Bad Nauheim als Rechnungsadresse im Datensatz. Aber es ist auch notiert, dass ich mehrfach angerufen habe, um das zu ändern. Heute wurde mir gesagt, dass dieses Problem jetzt "Spezialisten" übergeben wird. Ich solle noch einmal in spätestens zwei Wochen anrufen.

Meine Befürchtung ist, dass es wieder auf meine Kosten Mahnungen geben wird, wieder auf meine Kosten Kündigung oder Abschaltung des Anschlusses. Alles immer hübsch auf meine Kosten! So ein Käse! Wann wird dieses verdammte Telekom-Monopol endlich abgeschafft!

26. Mai 2008 - Nachdem letzte Woche eine Telekom-Telefonistin mir wieder einmal vorlog, meine richtige Rechnungsadresse sei in das System eingepflegt, musste ich heute hören, dass dies nicht der Fall war. - Aber heute! Der Mann hat alles bestens erledigt, hat sogar eine Einzugsermächtigung eingerichtet, Rechnung per Mail und und und. Wieso kommt man bei der Telekom so oft an "Berater", die einem das Blaue vom Himmel herablügen?

Es ist unglaublich, was bei der Telekom abgeht. Und als ich die Bestätigungsmail erhielt, die sich auf die Online-Rechnung bezog, begann ich wieder, alten Volksweisheiten zu glauben: Wie der Herr, so's Gscherr!

Mit freundlichen Grüßen

Deutsche Telekom AG

Aufsichtsrat: Dr. Klaus Zumwinkel (Vorsitzender)
Vorstand: René Obermann (Vorsitzender),
Dr. Karl-Gerhard Eick (stellvertretender Vorsitzender),
Hamid Akhavan, Reinhard Clemens, Timotheus Höttges, Thomas Sattelberger
Handelsregister: Amtsgericht Bonn HRB 6794
Sitz der Gesellschaft: Bonn
WEEE-Reg.-Nr.: DE50478376
Farben einer bekannten Firma angelehnt - :-)

28.05.2008 Es ist unglaublich! Nachdem endlich nach immerhin 4 Wochen Kampf endlich die richtige Rechnungsadresse eingetragen ist, finde ich einen Brief im Briefkasten. Er ist von der Telekom. Darin bedankt sich die Telekom für meinen Auftrag. Juhu! Jetzt hab ich zwei Telefonanschlüsse! Super!

Natürlich habe ich sofort ein weiteres Halbstundengespräch mit der Telekom geführt, um den Sachverhalt aufzuklären, dass ich zu keinem Zeitpunkt einen neuen Anschluss bestellt habe, sondern nur die Wiedereinschaltung meines alten, illegal gekündigten Anschlusses wollte. Was für ein Schwachsinn! Was machen die da! Sind die mit ihren Gedanken bei der Arbeit oder sind sie abgelenkt von dem zu Hause verhungernden Kind? Verdienen die noch genug Geld, um anständig arbeiten zu können? Oder wollen die die Telekom extra schädigen, weil sie sowie so abserviert werden von diesem "Musterkonzern"?

In diesen Tagen kommt immer mehr von dem Telekom-Eiter aus dem alten Geschwür (Datenmissbrauch). Eigentlich ein Grund zur Schadenfreude. Aber schon wegen der dort Angestellten, sollte die Telekom wieder in staatliche Hand kommen. Nieder mit allen Westerwelles! Die Privatisierung hat mindestens drei Dinge gebracht: Betrug durch Aktien, Spitzelschweinereien und Ausbeutung der Angestellten.

So wird auch die Privatisierung der Deutschen Bahn noch lustige Dinge nach sich ziehen. Die Aktien-Hyänen werden sich die Bäuche vollschlagen und Europa wird dafür Sorge tragen, dass der Wettbewerb gesichert ist. Auf dass kein Arbeitnehmer mehr langfristig eine Chance hat. Denn der Wettbewerb wird ausschließlich auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen.

Danke Europa! Danke Guido Westerwelle! Danke Frau Merkel! Danke Herr Schröder, Sie sind der Selbstbedienungskanzler der Nation!

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Kommentare:
Nun Rüdiger,

dein Unmut gegüber dem Magenta-Riesen mag teilweise begründet sein, doch wenn du dir die Mühe gemacht hättest und im Kunden-Center auf t-online.de deine Kunden- und Vetragsdaten selbst direkt im System geändert hättest, hättest du dir einen Haufen Ärger gespart.

Dort kannst du alles ändern: Adresse, Kontodaten, Anschlußeinstellungen, etc. Du brauchst das Call-Center von denen gar nicht außer bei einer Störung und dann wähle die 0800 - 330 2000 und nicht -1000. Und wenn ich da lese, dass du einen DSL-Anschluß von Arcor hast/hattest/haben willst, dann frage ich mich, warum du nicht ganz mit deinem Anschluß umgezogen bist? Meine Erfahrung aus der Bekanntschaft/Verwandschaft hat mich immer darin bestärkt, eben alles so zu lassen wie es ist: das Gesamtpaket bei der Telekom. Der Wechsel zu den achso günstigen Konkurrenz-Providern der Telekom ist nichts als Ärger und Schererei. Und durch den Ärger sparst du nichts, sondern zahlst nur drauf. Wenn die nicht in der Lage sind, ein eigenes Netz zu legen und auch zu betreiben, ist es wenig sinnvoll, wie wild auf Teufel komm raus zu wechseln. Daher habe ich hier in diesem Fall nur bedingt Mitleid mit dir. ;-)

Olaf
Tja, Olaf, meinem Kollegen Siggi haben sie das Gleiche angetan. Freitag bekam er die Mahnung und am Sonntagabend war das Telefon tot!!! Was sagst du nun?

Die Online-Rechnung war nicht zugestellt worden. Daher wurde auch nicht überwiesen.

Frage an Radio "Olaf": Was soll der Scheiß? Muss man sich von der Telekom alles bieten lassen?

Rüdiger, 17.06.2008
Hallo, Rüdiger, das ist eine interessante Geschichte, und der Hergang ist mir sehr gut bekannt. Gerade mit der DTAG habe ich noch andere Erfahrungen gemacht, zum einen die, daß man dort besser kein Privatkunde ist - wenngleich man sich gerade das freilich zumeist nicht aussuchen kann. Ich würde mich aber nicht weiter aufregen - nur wundern.

Zähle nicht allzuviel auf das Vertragliche, denn hinter der Routinefreundlichkeit vorgestalteter Textbausteine egal welchen Unternehmens (kann auch Dein Stromlieferant sein) steht nichts anderes als ein Liefervertrag, der zudem de facto noch zeitlich unbefristet ist. Ein Dauerschuldverhältnis wird mit einem Telefonanschluß eingegangen, und prinzipiell ist das sogar eine Art Warenkredit. Wenn man hier alle Verordnungen und Gesetze aufdröselte, die in einem TK-Vertrag drinhängen, würde einem schlecht. Es gibt, sicher auch in diesem Falle anwendbar, das TKG mit seinem Kundenschutzabschnitt; aber das hilft in der Praxis aus eigener Erfahrung auch nicht sonderlich weiter. Dein TK-Vertragspartner wird immer einen Weg finden, seine Leistungen durchzusetzen, selbst wenn das moralisch nicht ganz sauber ist. Er hat eine Rechtsabteilung, Du nicht. Er kann seine Forderungen per RA durchsetzen, Du nur bedingt. Und er kann zwischenzeitlich einfach Deinen Anschluß abschalten, und dagegen kannst Du de facto auch nichts tun. Und das Schlimme ist: Selbst ein Richter führt zumeist keine moralische Diskussionen und wird Dich an Deinen Gesetzgeber verweisen, oder er wird sagen, Du sollest jemanden wählen, der das anders macht. Das System ist nicht mit Notwendigkeit gerecht. Weißt Du ja sicher selbst.

Aus - zum Teil bitterster - Erfahrung hilft nur eins: Fakten schaffen, die 100%ig standhalten! Und das geht nur so: Zahlen - und das regelmäßig! Wenn Du nicht zahlen kannst, etwa weil keine Rechnung kam: Trotzdem zahlen, dann eben einen angemessenen Pauschalbetrag, der dem monatlichen Leistungsentgelten entspricht. Hört sich völlig blöde an, aber es bringt Dich auf die sichere Seite. Gib denen nicht unbedingt eine Einzugsermächtigung, man kann auch erst einmal eine Rechnung bekommen und die sofort überweisen, kommt aufs gleiche raus. Sollen die Ihren Kunden ruhig etwas Papier schicken. Verzichte auf Rechnungen, die per E-Mail kommen, das spart dem Unternehmen nur Geld und öffnet für Dich weitere Fehlerquellen. Eine analoge Welt ist manchmal sehr viel zuverlässiger als eine digitale. Also: Rechnung abwarten. Wenn Rechnung kommt, sofort und beleghaft zahlen, auch wenn die Bank für eine beleghafte Buchung eine kleine Gebühr verlangt.

Man mag mich einen Narren schimpfen; aber anders geht es nicht, wenn der Vertragspartner in Wirklichkeit keinen oder einen nur sehr schlechten Kundendienst hat. Denn der will Dich mit seinen Produkten nicht wirklich glücklich machen, der will nur Dein Geld! Sonst nichts! Und wenn das, aus welchen Gründen auch immer, nicht kommt, dann will man Dich nicht mehr, und wenn Du sonst wie lange immer gezahlt hast. Du bist kein Kunde, nur eine Nummer. Dein Anschluß ist denen egal, nur Dein Buchungskonto nicht. Da mußt Du auf Ausgleich achten, dann bedient Dich die DTAG sogar noch nach Deinem Tod. ;-) (Gibts ja wirklich, da haben dann die Hinterbliebenen Scherereien ...).

Ich halte übrigens nichts davon, seine Bestandsdaten über Webseiten eines Anbieters selbst zu pflegen, da sollte man nicht mitmachen. Die Bestandsdatenpflege gehört in jedem Falle die Verantwortungssphäre des betreffenden Unternehmens. Veränderte Bestandsdaten in jedem Falle schriftlich anzeigen! Was die dann damit machen, fällt nicht mehr in Deine Verantwortung!

Was ich aber bezüglich des vorangegangenen Kommentars ausdrücklich bejahe ist, bei der Telekom nicht mehr anzurufen, das hat nämlich keinen Sinn. E-Mail senden ist auch Quatsch. Diese Callcenterakrobatik muß man nicht mitmachen. Wenn ich mit denen was zu tun haben muß, was über die monatlichen Zahlungen hinausgeht (kommt selten vor): Schriftlich, vorab per Telefax. Ich bitte nie (!) um Rückruf, immer um schriftliche Antwort. Wenn doch ein Rückruf kommt: Bitte ich um schriftliche Antwort. "Bitte keine fernmündlichen Abreden, Herr/ Frau ..., ich brauche die gesamte Korrespondenz schriftlich. Vielen Dank!" - Gespräch freundlich beenden. Wenn keine Antwort kommt, nochmal schreiben, per Einschreiben mit Rückschein. Hört sich dumm an? Nein, das kann von einer Maschine nicht bearbeitet werden! Produziere also Papier! Suche nach altmodischen Formen der Korrespondenz, fertige Kopien, besser Durschläge, und halte Ordnung in den TK-Sachen. Kommt eine E-Mail: Ausdrucken, Eingangsstempel drauf! Lege einen Ordner an. Tue einfach so, als würdest Du in einem ständigen Rechtsstreit mit denen leben, dann fällt es denen schwer, sich auf ungepflegte Bestandsdaten und andere Fehler zu berufen. Und wenn Du wirklich mal zum RA gehen mußt: Der kann mit Deinem Material gleich loslegen und - auch aus Erfahrung - zumeist mit Erfolg! Auch eine Beschwerde bei der Regulierungsbehörde läßt sich so einwandfrei begründen.

Dann: Gib denen Zeit, die brauchen endlos für bestimmte Dinge. Willst Du z.B. umziehen oder einen Anschluß wechseln, leite alles überrechtzeitig in die Wege!

Außerdem: Versuche Geschäftsvorfälle zu vermeiden, für welche die kein Standardmodell zur Bearbeitung haben. Deine Geschichte ist etwa so ein Vorfall.

Überlege jede Vertragsänderung sorgsam! Ein Unternehmen wie die Telekom ist m.E. nicht in der Lage, auf spezielle Kundenwünsche adäquat einzugehen. Daher: Immer selbst so weit als möglich vorarbeiten, die können das meistens nicht. Die meisten Berater kennen nicht einmal das gesamte Produktportfolio ihres eigenen Unternehmens. Überlasse nichts dem Zufall. Auch ein Hinweis aus Erfahrung.

Lege Dir Deine Anschlüsse zurecht, wenn noch nicht komplett geschehen, und behalte sie bei, wenn sie problemlos laufen. An dem Geschehenen kannst Du nichts ändern, und der Telekom ist das alles egal. Nicht ärgern - nur wundern.

Kurz: Laß Dir von denen nicht mehr kündigen!

Clemens, 29.07.2008
Diese Geschischte wiederholt sich bei uns. Als wir vor drei Jahren umzogen, hat die Telekom 6 Monate lang die Rechnung noch an die alte Adresse geschickt. Danach waren zweiund halb Jahre Ruhe, bis wir wieder umziehen mussten und für die neue neue Wohnung den Anschluß bestellten. Und siehe - der Antrag ging an die alte Adresse.

Nun sind wir fast ein Jahr in der neusten Wohnung. Und die Rechnung geht ... immer noch an unsere alte Adresse. Seit 11 Monaten rufe ich jeden Monat an, es wird mir jeden Monat versichert, die Adresse sei jetzt richtig - und jeden Monat wird die Rechung von der alten Adresse an die nun neue nachgesendet.

Anonym, 31.10.2008
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