Westerwelle: Wir können uns diesen Sozialstaat nicht mehr leisten!

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Genickbruch der Wachtturmtheologie

Arbeitslosigkeit


Der Staat grenzt seine Bürger aus! - Der Staat sieht sich selbst nur noch als Diener der Wirtschaft. Die Ziele der Wirtschaft sind sein oberstes Gebot. Mit der Verinnerlichung der Globalisierung als einzig mögliche Handlungsmaxime hat sich der Staat von den Menschen entfernt und die Rolle des Unternehmers übernommen, der nach Gutdünken die Bezüge seiner "unnützen Mitarbeiter" festlegt.

Nachdem seit Jahrzehnten die Angst vor äußeren Feinden das Volk in den USA erfolgreich von der amerikanischen Innenpolitik ablenkt, wird in Deutschland die Angst vor dem inneren Feind Arbeitslosigkeit massiv verstärkt. - Mit welchem Ziel? - Sollen die Massen noch weiter in das Bewusstsein gedrängt werden, dass jemand ohne Arbeit auch jemand ohne Rechte ist? Soll die Fügsamkeit gegenüber den Konzernen betoniert werden? - Der Staat jedenfalls erweckt den Eindruck, als wollte er morgen oder übermorgen die Arbeitslosen für fünf Euro das Stück irgendwohin verkaufen.

Arbeitslosigkeit gilt in unserer Gesellschaft als ein selbstverschuldetes Vorkommnis. Sie ist das Gegengewicht und die logische Strafe der Leistungsgesellschaft. Ohne Arbeitslosigkeit - so wähnt der Volksglaube intuitiv - wälzt sich der Mob im Fett der arbeitenden Bevölkerung.

Dass aber Arbeitslosigkeit nur den Ausschluss aus der Lebensgemeinschaft bedeutet, erfahren diejenigen, die einmal arbeitslos werden. Dieser Ausschluss besteht als ewige Drohung gegen alle Arbeiter. Der Sinn dieser Drohung lag bisher einzig in der Sicherung des Fabrikbesitzers in seiner Machtposition. Seit einigen Jahrzehnten ist die Sicherheit des Fabrikbesitzers zurückgetreten und hat der Sicherung der Kapitaljongleure weichen müssen! Damit ist die "erzieherische" Wirkung der Arbeitslosigkeit nur noch ein Vehikel, Milliardären ihre "Ersparnisse" zu sichern und zuverlässig zu vermehren.

Das Konzept der staatlichen Verbeugung vorm Privatmann mit Börsenmacht ist die Basis aller Arbeitslosigkeit. Mit dieser Verbeugung ist die reine Kriecherei vorm Geld verbunden. Wo der Staat aber als eigene vernünftige Kraft tätig wird, gefährdet er das Privatglück einzelner Mächtiger, die sich bisher grenzenlos bereichern. Deshalb sind die Handlungen des kapitalistischen Staates darauf beschränkt, die Arbeitslosen in die Arme der Ausbeutung zu treiben. Der Staat wird zum professionellen Menschenverächter. - Er beugt sich Sachzwängen. Geld ist Sache. Der geldwerte und psychologische Druck der Konzerne ist inzwischen so stark geworden, dass es keine politische Kraft mehr gibt, die Konzernen ihre ganz normalen Pflichten auferlegt.

Seit weltweit die Konzerne ihre Herrschaft über die Menschen konstituiert haben, wird in allen drei Welten die verweigerte Erniedrigung der Arbeiter mit Arbeitslosigkeit bedroht. Diese Bedrohung spielt in der Dritten und Zweiten Welt eine verheerend größere Rolle als bei uns. Doch erfahren mehr und mehr von uns am eigenen Leibe, was diese Strafverhängung vermag. - Sie peinigt! Und zwar extrem. Sie zermürbt und zerrüttet. - Und das Wirkungsvollste ist, dass die Arbeitslosen in diesem Spiel in steigendem Maße die gesamte verursachende Schuld selbst zugewiesen bekommen.

Zusätzlich wird mit einer rigorosen Gesetzgebung der Arbeitslose argwöhnisch in die Rolle des Betrügers gerückt. Seine Einkommensmöglichkeiten werden auf erniedrigende Weise beschnitten und kontrolliert. - Dies ist die Ersatzhandlung des Staates für die gerechte Besteuerung der Konzerne.

Kein Spiel mit solchen Spielregeln würde jemals auf dem Markt eine Chance haben. Doch wir alle spielen dieses Spiel im wirklichen Leben fröhlich, halbfröhlich oder traurig mit.

Und das ohne unsere Stimme zu erheben und andere Spielregeln zu fordern.

Warum!

Weltweit sind die Aktivitäten der Konzerne als notwendig akzeptiert. Selbst die von Konzernen unterdrückten Völker nehmen die Herrschaft der Konzerne blindlinks hin, weil sie denken, dass es ihnen ohne die Allmacht der Konzerne noch schlechter gehen würde.

Aber die Zeit der industriellen Entwicklung ist vorbei! Wir sind nun endlich im Zeitalter der technischen Verfeinerung angekommen und brauchen nicht mehr zu fürchten, irgend einen Anschluss zu verpassen oder zu verlieren! Wir alle - weltweit - sind keine Eingeborenen, die mit Glasperlen betrogen werden können. Wir wissen, was wir können, was wir müssen und was uns zusteht. (Oder haben wenigstens eine leise Ahnung davon.)

Der bisherige Stand der Dinge lässt sich mit einem einzigen Kriterium bezeichnen:

Wir verharren durch Angst

in der frühindustriellen Haltung des Arbeiters, der vom Lande in die Stadt zieht, um sein Auskommen zu finden. Dabei ist es nun endlich höchste Zeit für eine Welt, die den Menschen selbst berücksichtigt und die Strukturen sekundär behandelt. Wir leben in der Moderne, im Jetzt. Warum werden mittelalterliche Strukturen verherrlicht, die nur dazu da sind, die Menschen zu unterdrücken?!

Weil wir schweigen.

Kein Glaube in dieser von Religion überlaufenen Welt ist fester als der Glaube, dass eine Regierung, die sich konsequent für ihre Bürger einsetzt, zu einer sozialistischen Regierung werden müsse. Dass mit dem Einsatz von menschenfreundlichen Strategien ein sinnvoller Einsatz der arbeitslosen Menschen eher dem Kapitalsystem dient, geht nicht mehr in die Hirne der Konzerngläubigen. Verteilter Reichtum kommt im zweiten Akt der Entwicklung wiederum den Ultrareichen zugute. Doch aktuell sieht man nur, wie die Menschen versuchen, sich gegenseitig die Lebensgrundlage zu nehmen.

Mit jeder Preisgabe einer staatlichen Institution durch Privatisierung wird die Befugnis der Konzerne erweitert. Dass Konzernen Menschenleben komplett egal sind, das haben sie seit jeher bewiesen und beweisen es jeden Tag.

Der Staat bereitet diesen Menschenschindern den Weg und hat heroische Gefühle dabei. Diese höchste Perversion der Vernunft ist die Krone der westlichen Welt. Hirn weicht dem Geld.

Ganz nebenbei und kaum beachtet überantwortet der Staat seine Bürger den Konzernen. Alle Belange der Bürger kommen in private Hände. Der Mensch ist nur noch Mieter in dieser Welt. Er lebt, um den Mietzins an Konzerne zu zahlen. - Eine moderne Form der Leibeigenschaft. - Danke, Herr Bundeskanzler!

Mit dem stetig steigenden Konkurrenzdruck sollen Löhne minimiert werden. - Was für eine schöne Welt, wo die Reichen nicht nur über alles Macht haben, sondern auch die einzigen sind, die sich etwas leisten können. - Glauben die allen Ernstes, dass auf diese Weise ein gesundes Wirtschaftssystem erhalten werden kann?!

Konzerne und Gewerkschaften, bringt sie endlich unter Kontrolle!

Gewerkschaften sind wie Konzerne Nutzenmaximierer, die über Leichen gehen. Wenn auch sehr selten karitative Züge an Gewerkschaften zu erkennen sind, verfolgen sie doch wie Konzerne nur zwei Ziele: Die eigene Position stärken und sichern und nur für ausgesuchte Menschen etwas tun. Darüber hinaus nutzen sie alle Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, um sich gegenüber allem anderen erfolgreich durchzusetzen. Sie leben vom Konkurrenzkampf.
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Kommentare:
hätte mehr über globalisierung stehen können^^

darüber bräuchte ich bitte mehr informationen

lukas, 03.03.2010
Wo bleibt die Solidarität? Vorwärts und nicht vergessen! Auch wenn sich das Proletariat nicht mehr wehrt und keine Mehrheit mehr darstellt, wo sind die einfachsten Einsichten, dass die Masse Macht hat? Dass ein Mangel an Bildung ein Mangel an Lebenschancen ist? Die Masse ist unzufrieden, gegängelt und bekommt durch eine unsäglich minderwertige populistische bis demagogische Presse (und Medien) die Sündenböcke frei Haus. Die Arbeitslosen, die Ausländer, die uns - äh? - die Arbeit wegnehmen, die Menschen mit Gewissen, die Einzelkämpfer, die Mietnomaden, die Altenpfleger und die mit der zu kleinen Brust. Mordaufrufe gegen Unschuldige im so genannten Social Network, Superstars mit dem geistigen Horizont einer knieenden Ameise, jeder zweite, meint man, läßt sich umoperieren, botoxen und bleachen, um das dritte Geschlecht, Charlies Tante, anzunehmen. Spaßtritte auf U-Bahn-Fahrer, Verhöhnung von Opfern. Ein (gewesener) Präsident, der mit Buddelformen schmeißt und nicht nach Hause will, obwohl es lange dunkel ist... In diesem Land stinkt es gewaltig.

Werdet doch wach!!!

Klarsteller, 12.04.2012
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Letzte Aktualisierung am 20.03.2005

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